kriegerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkrie-ge-risch
WortzerlegungKrieger-isch
Wortbildung mit ›kriegerisch‹ als Letztglied: ↗unkriegerisch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
streitbar, kriegslustig
Beispiele:
eine kriegerische Einstellung, Haltung
ein kriegerisches Auftreten, Aussehen, Gebaren, Verhalten
die Stimmung ist kriegerisch
die Römer waren ein kriegerisches (= oft kriegführendes) Volk
kriegerisch funkelnde Augen
er hat nichts Kriegerisches an sich
Man schmeckte die kriegerische Ironie dieser Worte förmlich [O. M. GrafBolwieser50]
2.
in der Form eines Krieges
Beispiele:
kriegerische Konflikte, Übergriffe, Verwicklungen
keinen kriegerischen Widerstand leisten
aus dem kriegerischen Spiel wurde bald Ernst
3.
den Krieg betreffend, zum Inhalt habend
Beispiele:
ein kriegerisches Buch
kriegerische Verse machen
kriegerische Musik komponieren
kriegerische Lieder singen
kriegerische (= im Krieg notwendige) Disziplin wahren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krieg · kriegen · Krieger · kriegerisch · Kriegsfuß · Kriegsschauplatz · Kriegsgefangener · Kriegserklärung
Krieg m. ‘bewaffnete Auseinandersetzung’, ahd. krieg ‘Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Rechthaberei’ (10. Jh.), mhd. kriec, krieg ‘Anstrengung, Bemühen, Streben nach oder gegen etw., Widerstreben, Widerstand, Zwietracht’, auch ‘Streit mit Waffen, Kampf, bewaffnete Auseinandersetzung’, mnd. krīch, mnl. crijch ‘Halsstarrigkeit, Zwietracht, Streit, Kampf’, nl. krijg ‘Krieg’ sowie ahd. widarkriegelīn ‘halsstarrig’ (9. Jh.), einkrieglīh ‘sehr zäh, langausdauernd, -anhaltend, halsstarrig’ (8. Jh.), afries. halskrīga ‘Steifheit des Halses’ sind ihrer Herkunft nach ungeklärt. Besteht Verwandtschaft mit lett. grīns ‘finster, mürrisch’ und möglicherweise griech. brī́thos (βρῖθος) ‘Wucht, Gewicht, Last’, air. brīg ‘Kraft, Macht, Wert’ bei Ansatz von ie. *gu̯erī̌, einer Weiterbildung der unter ↗kirre (s. d.) genannten Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘schwer’? Oder ist mit Aumann in: PBB 61 (1937) 257 ff. im Hinblick auf ahd. widarkriegī (Hs. 12. Jh.) für lat. contrōversia Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm) möglich? de Vries Nl. 362 denkt angesichts der schwachen Anknüpfungsmöglichkeiten an ein Substratwort im kontinentalen Westeuropa. kriegen Vb. ‘erhalten, bekommen’. Das vom Substantiv abgeleitete schwache Verb mhd. kriegen, (md.) krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten (körperlich und geistig), mit Worten streiten, zanken, handgreiflich werden, kämpfen, Krieg führen’, mnd. krīgen ‘streiten, einen Prozeß, Krieg führen’ hat neben sich (bis ins 16. Jh.) ein (in seiner Zugehörigkeit wie das Substantiv nicht geklärtes) starkes Verb mhd. krīgen ‘sich anstrengen, streben, ringen, trachten, streiten, kämpfen mit Worten und Waffen’ und (seit dem 14. Jh.) ‘erhalten, bekommen’, mnd. krīgen ‘bekommen, empfangen, erlangen, erwerben, gewinnen’, mnl. crīghen ‘sich anstrengen, streben, streiten, Krieg führen’, nl. krijgen ‘erhalten, bekommen, Krieg führen’. Ein zum schwachen Verb gebildetes mhd. erkriegen, im Md. ‘erstreben, erlangen, zu erreichen suchen’, mnd. erkrīgen verliert in md. und nd. Gebieten seine Vorsilbe und übernimmt mit dem Untergang des starken Verbs dessen Bedeutung ‘erhalten, bekommen’. Den alten Gebrauch im Sinne von ‘Krieg führen, kämpfen’ bewahren südd. Mundarten; auch die gehobene Literatursprache greift darauf gelegentlich zurück. Krieger m. ‘Kämpfer, Streiter’, mhd. krieger. kriegerisch Adj. ‘kampf-, angriffslustig’ (16. Jh.); vgl. mhd. kriegisch ‘trotzig, streitsüchtig’. Kriegsfuß m. in der Wendung das Heer auf den Kriegsfuß setzen (Campe 1808), vgl. frz. mettre sur pied une armée ‘eine Armee aufstellen’, jünger (Mitte 19. Jh.) auch mettre sur le pied de guerre ‘angriffsbereit machen’; heute mit jmdm. auf (dem) Kriegsfuß stehen ‘mit jmdm. im Streit leben’. Kriegsschauplatz m. (Ende 18. Jh.), zuvor Schauplatz des Krieges (Ende 17. Jh.). Kriegsgefangener m. (17. Jh.). Kriegserklärung f. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kampfbereit · kriegerisch · ↗kämpferisch · ↗streitbar
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteuer Absicht Aggression Akt Aktion Auseinandersetzung Bergstamm Ereignis Eroberung Eskalation Frauenvolk Gehabe Handlung Handlunge Heldentat Heldentum Konflikt Lorbeere Nomade Rhetorik Stamm Tüchtigkeit Unternehmung Verwicklung Vokabular Wirre Zeitlauf Zerfall Zusammenstoß Zwecke

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kriegerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber zugleich war er in einer kriegerischen Zeit ein Mann des Friedens.
Die Welt, 13.02.2004
So kriegerisch konnte es nicht weitergehen, die Spieler waren sich einig.
Süddeutsche Zeitung, 05.09.1997
Noch bevor es losging, ließ sich das kriegerische Unternehmen sogar zu einem verfassungspolitischen Trick ausmünzen.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20613
Nach Abschluß der kriegerischen Handlungen hatten Sie militärische Verwaltung in Polen vorgesehen.
o. A.: Einhundertneunundneunzigster Tag. Freitag, 9. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10896
Wenn er das sagte, konnte er unmöglich beabsichtigen, die polnische Frage in absehbarer Zeit kriegerisch zu lösen.
o. A.: Einhundertvierunddreißigster Tag. Montag, 20. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 22814
Zitationshilfe
„kriegerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kriegerisch>, abgerufen am 16.10.2019.

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