krumm

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›krumm‹ als Erstglied: ↗Krummholz · ↗Krummstab · ↗Krummsäbel · ↗krummbeinig · ↗krummlegen · ↗krummnehmen
 ·  mit ›krumm‹ als Letztglied: ↗alterskrumm
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
von der geraden Richtung bogenförmig abweichend
Beispiele:
eine krumme Gasse, Nase, Nadel, Schere
ein krummer Ast, Baum, Messer, Säbel
krumme Beine, Finger
umgangssprachlich einen krummen Rücken machen
einen Nagel, Draht krumm biegen
krumm (= mit gekrümmtem Rücken) sitzen, stehen, liegen
etw. ist krumm gewachsen
die Buchstaben sind krumm und schief
eine krumme (= gewölbte) Fläche
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich krumm und lahm (= körperlich stark behindert)
salopp jmdn. krumm und lahm (= heftig) schlagen
umgangssprachlich sich krumm und schief (= heftig) lachen
umgangssprachlich keinen Finger krumm machen (= nichts tun, nichts unternehmen)
übertragen etw. geht krummetw. geht nicht glatt, verläuft mit Hindernissen
Beispiel:
Und sie kamen, um ... sich zu überzeugen, ob wirklich alles so glatt ging, wo sie erwartet hatten, daß es krumm gehen müsse [ZahnFrau Sixta171]
2.
übertragen unlauter, betrügerisch, verdächtig
Beispiele:
salopp, abwertend eine krumme Sache
salopp, abwertend krumme Geschäfte machen
salopp, abwertend krumme Wege gehen
salopp etw. auf die krumme Tour machen
salopp ein krummes Ding drehen (= etw. Strafbares tun)
salopp krumme Finger machen (= stehlen)
salopp, derb, Schimpfwort ein krummer Hund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krumm · krümmen · Krümmung
krumm Adj. ‘nicht gerade, bogen-, wellenförmig’, übertragen ‘unehrlich’, ahd. krumb (8. Jh.), mhd. krump, asächs. krumb, mnd. krum, aengl. crumb, mnl. crom(b), nl. krom, mit intensivierender Konsonantendoppelung ahd. -krumph ‘gekrümmt, gewunden’ (in sītakrumph, 11. Jh.), mhd. krumpf stellen sich als schwundstufige Bildungen mit den ablautenden, unter ↗Krampf (s. d.) behandelten Formen sowie mit lit. grubùs (aus *grumbùs) ‘holprig, hart’ und möglicherweise aslaw. grǫbъ ‘einfach, ungelehrt, ungebildet’, russ. grúbyj (грубый) ‘rauh, roh, grob’ zu ie. *gremb(h)-, *gremp-, einer nasalierten Labialerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (zu der auch ↗Kringel, ↗Kranz, ↗Krapfen, ↗Krume, ↗kriechen, ↗krauchen, ↗Krücke, ↗Krüppel, ↗Kropf und, falls nicht entlehnt, ↗Krug gehören). krümmen Vb. ‘biegen, wölben, eine Biegung machen, sich zusammenziehen, sich wellen’, ahd. krumben (9. Jh.), mhd. krümben. Krümmung f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
krumm · ↗schief · verbogen · verzogen · ↗wellig · ↗windschief  ●  krumm und schief  ugs.
Assoziationen
  • Banane · Dessertbanane · Obstbanane  ●  Affenbrot  ugs. · Affeneis  ugs. · Affenhandy  ugs. · Affenknacker  ugs. · Affenkotelett  ugs. · Affenschnitzel  ugs. · Affensteak  ugs.
Synonymgruppe
gesetzeswidrig · ↗gesetzwidrig · ↗illegal · ↗kriminell · nicht erlaubt · ↗rechtswidrig · ↗unautorisiert · ↗unberechtigt · ↗unerlaubt · ↗ungenehmigt · ↗ungesetzlich · ↗unrechtmäßig · untersagt · ↗unzulässig · ↗verboten · verwehrt · ↗widerrechtlich  ●  krumm  ugs. · ↗schwarz  ugs.
Assoziationen
  • darauf steht (Gefängnis) · ↗strafbar · ↗strafbewehrt · strafrechtlich relevant · unter Strafe stehen  ●  darauf steht die ...strafe  ugs.
  • gegen die Vorschrift · ↗vorschriftswidrig
  • (strikt) untersagt · nicht erlaubt · nicht zugelassen · ↗tabu · ↗verboten · ↗verpönt
  • ausgestoßen · geächtet · ↗unwillkommen · verachtet · verfemt · ↗verstoßen · ↗vogelfrei
  • (sich) hinwegsetzen (über) · ↗missachten · ↗zuwiderhandeln  ●  (etwas) Verbotenes tun  Hauptform · (ein) böses Kind sein  ugs., Kindersprache, variabel · (eine Regel) mit den Füßen treten  ugs. · böse sein  ugs., Kindersprache · vom süßen Gift (des / der ...) naschen  geh., ironisierend, literarisch
  • illegale Einwanderung · illegale Migration · irreguläre Migration
  • (es gibt) keine rechtliche Grundlage (für) · vom Gesetz nicht gedeckt (sein)
  • Doping
Synonymgruppe
suspekt · ↗undurchschaubar · ↗undurchsichtig · ↗verdächtig · ↗zweifelhaft · ↗zwielichtig  ●  krumm  ugs., fig. · mit Vorsicht zu genießen  ugs. · nicht ganz astrein  ugs. · nicht ganz lupenrein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Gschmäckle haben · ↗anrüchig · ↗berüchtigt · ↗berühmt-berüchtigt · ↗halbseiden · schlecht beleumundet · ↗unsauber · ↗unseriös · ↗verrufen · verschrien · von zweifelhaftem Ruf  ●  nicht ganz koscher  fig. · krumm  ugs., fig. · zum Himmel stinken  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Banane Bein Buckel DM-Betrag Dinger Euro-Betrag Euro-Preis Fenn Gasse Geldgeschäft Geschäft Gurke Holz Löffel Metrum Nagel Nase Pferdehandel Rücken Schnabel Säbel Tour Wirbelsäule buckelig bucklig gerad kraus lahm schief schuften

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krumm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Ende weitet sich die Krumme Straße, ein kleiner Platz.
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2001
Für eine Frau würde der nie einen Finger krumm machen.
Der Tagesspiegel, 01.12.1998
Glaubte er etwa, es wäre seine Pflicht, mir auf die krumme Tour zu helfen?
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 443
Um sie hinzunehmen, machte er sich krumm und schloß die Augen.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 61
Und krumme Beine kriegen die feinen Kinder so bald überhaupt nicht.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 288
Zitationshilfe
„krumm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krumm>, abgerufen am 25.04.2019.

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