kuppeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkup-peln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kuppeln‹ als Erstglied: ↗Kuppellohn · ↗Kuppelmutter · ↗Kuppelpelz
 ·  mit ›kuppeln‹ als Letztglied: ↗abkuppeln · ↗ankuppeln · ↗auskuppeln · ↗einkuppeln · ↗loskuppeln · ↗zusammenkuppeln
 ·  mit ›kuppeln‹ als Grundform: ↗verkuppeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. verbinden, vereinigen, koppeln
a)
Beispiel:
einen Waggon an den Zug, den Anhänger an den Lastkraftwagen kuppeln (= anhängen, ankuppeln)
b)
Technik zwei Teile (durch eine lösbare Vorrichtung) zum Zusammenwirken verbinden
Beispiele:
Dieselmotoren mit Elektromaschinen kuppeln
der Entfernungsmesser ist mit der Kamera gekuppelt
ein mit der Turbine gekuppelter Generator
bei den Güterzuglokomotiven kuppelte man ... mehrere Achsen durch Stangen mit der Treibachse [Urania1963]
übertragen
Beispiel:
Es sei mir ... unmöglich gewesen, Heirat und Geschäftsinteresse miteinander zu kuppeln [BrodFrau295]
2.
die Kupplung eines Kraftfahrzeuges betätigen
Beispiele:
im Stadtverkehr muss öfter gekuppelt werden
erst kuppeln, dann den Gang einschalten!
3.
abwertend eine Heirat oder Liebesbeziehung durch unlautere Mittel zuwege bringen, Kuppelei betreiben
Beispiele:
die alte Jungfer ... kuppelt aus einer bösen und verborgenen Lust [St. ZweigBalzac480]
Alle alten Leute kuppeln gerne [Lernet-HoleniaMaltravers59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kuppeln · Kuppler · Kupplerin · Kuppelei · verkuppeln · Kuppelpelz · Kupplung
kuppeln Vb. ‘beweglich miteinander verbinden’ (Fahrzeuge, Wagen), älter auch ‘mit Riemen, Stricken aneinanderbinden’ (besonders Tiere), mhd. kuppeln, Variante neben gleichbed. ↗koppeln (s. d., wo Weiteres zur Herkunft). Auch im Sinne von ‘(gegen Entgelt) geschlechtliche Beziehungen vermitteln, arrangieren’ (14. Jh.) steht kuppeln zunächst unterschiedslos neben koppeln, doch setzt sich hier die u-Form (seit etwa 17. Jh.) in der Literatursprache durch. Sie gilt ferner für aus Kupplung (s. unten) rückgebildetes kuppeln ‘die Kupplung (eines Kraftfahrzeugs) betätigen’. Kuppler m. Kupplerin f. ‘Vermittler(in), Stifter(in) von amourösen Beziehungen, Eheschließungen’, spätmhd. kuppelære, kuppelærinne, mnd. koplerinne. Kuppelei f. ‘Vermittlung, Begünstigung amouröser Beziehungen (gegen Entgelt)’ (17. Jh.), älter Kupplerei (15. Jh.). verkuppeln Vb. ‘ein Paar zu einer Liebesbeziehung zusammenbringen, eine amouröse Beziehung ermöglichen’, auch ‘eine Heirat stiften’ (15. Jh.). Kuppelpelz m. ‘Lohn für Vermittlungsdienste’ (18. Jh.), zunächst wahrscheinlich in Gestalt eines Pelzes, später jede Form der Entlohnung für entsprechende Dienste; geläufig sich einen Kuppelpelz verdienen ‘erfolgreiche Vermittlungsdienste leisten, ein Paar zusammenbringen’ (18. Jh.). Kupplung f. ‘lösbare Verbindungsvorrichtung an Maschinen, Maschinenteilen, Kraftfahrzeugen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Kontakt herstellen · (jemanden) verkuppeln (mit) · ↗(zwei) zusammenbringen · kuppeln · unter die Haube bringen  ●  an den Mann bringen  männl. · an die Frau bringen  weibl. · Amor spielen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fahrer Waggon ab auskuppeln bremsen ein einkuppeln schalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kuppeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte einfach zu oft Gas gegeben, gebremst und gekuppelt.
Der Tagesspiegel, 07.02.2005
Sie halten wiederum, ohne zu kuppeln, indem Sie das Gas wieder fortnehmen und bremsen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 04.03.1930
Beim vollsynchronisierten Getriebe braucht man zum Schalten also nur noch zu kuppeln, um sofort danach den neuen Gang einlegen zu können.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 72
In einem Schuppen stand der winzige Generator, an einen winzigen Zweitakter gekuppelt.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 263
Er kuppelt aus, das Boot ruckelt, schwankt, kleine Fahrt rückwärts.
Süddeutsche Zeitung, 19.01.2002
Zitationshilfe
„kuppeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kuppeln>, abgerufen am 17.11.2019.

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