Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

kuren

Worttrennung ku-ren
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich eine Kur machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kur · Badekur · Hungerkur · Pferdekur · Wunderkur · Kurgast · Kurort · Kurpfuscher · kurpfuschen · kurieren · kuren
Kur f. ‘Heilverfahren’, besonders ‘mit dem Aufenthalt in einem Badeort oder Sanatorium verbundene medizinische Behandlung’. Lat. cūra ‘Sorge, Fürsorge, Behandlung, Besorgnis’, dessen Ursprung ungeklärt ist, bleibt in der medizinischen Terminologie im Sinne von ‘Krankenpflege, Heilbehandlung’ lebendig und wird so Ende des 15. Jhs. als Cur ins Dt. entlehnt (daneben frühnhd. Cure, Chur, in gelehrten Texten bis ins 17. Jh. noch Cura). Die Schreibung Kur findet sich vom 17. Jh. an gelegentlich, setzt sich aber erst um 1900 durch. Das Substantiv erscheint in Komposita wie Badekur f. ‘Anwendung von Heilbädern’ (18. Jh., zuvor Badencur, 17. Jh.); Hungerkur f. ‘Fastendiät’ (18. Jh.); Pferdekur f. ‘Behandlung mit drastischen Mitteln’, ursprünglich ‘tierärztliche Versorgung eines Pferdes’ (17. Jh.); Wunderkur f. ‘Kur mit ungewöhnlichem, an ein Wunder grenzendem Heilerfolg’ (17. Jh.); Kurgast m. ‘wer sich zur Kur oder zur Erholung in einem Badeort aufhält’ (18. Jh.); Kurort m. ‘Erholungs-, Badeort’ (2. Hälfte 19. Jh.); Kurpfuscher m. ‘wer ohne abgeschlossene medizinische Ausbildung unberechtigt Kranke behandelt’, abschätzig auch ‘schlechter, unfähiger Arzt’ (Ende 18. Jh., zuerst in Österreich), woran sich jüngeres kurpfuschen Vb. ‘sich als Kurpfuscher betätigen’ (19. Jh.) anschließt (zum Grundwort s. pfuschen). – kurieren Vb. ‘mit Erfolg ärztlich behandeln, heilen’ (16. Jh.), nach lat. cūrāre ‘Sorge tragen, besorgen, pflegen, heilen’ (abgeleitet von lat. cūra, s. oben). kuren Vb. ‘eine Kur machen’ (anfangs auch synonym mit kurieren), denominative Bildung des ausgehenden 18. Jhs., jedoch erst im 20. Jh. stärker verbreitet.

Typische Verbindungen zu ›kuren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kuren‹.

Verwendungsbeispiele für ›kuren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen Häusern können Mütter mit ihren Kindern gemeinsam kuren. [Die Zeit, 09.05.1980, Nr. 20]
Mittlerweile melden immer mehr Männer Bedarf an, ebenfalls samt Kindern zu kuren. [Süddeutsche Zeitung, 19.04.1994]
Frage: Soll das heißen, daß Sie in allen drei Bädern »kuren«? [Die Zeit, 19.09.1957, Nr. 38]
In keinem Land der Welt wird so viel gekurt wie in Deutschland. [Die Zeit, 05.04.1996, Nr. 15]
Denn noch kuren hier viel weniger Europäer als einst erhofft. [Die Zeit, 24.12.2003, Nr. 52]
Zitationshilfe
„kuren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kuren>.

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Worthäufigkeit

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