lächeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglä-cheln
Wortbildung mit ›lächeln‹ als Letztglied: ↗anlächeln · ↗auflächeln · ↗entgegenlächeln · ↗herauflächeln · ↗herunterlächeln · ↗hinauflächeln · ↗hinunterlächeln · ↗hohnlächeln · ↗mitlächeln · ↗weglächeln · ↗zulächeln · ↗zurücklächeln
 ·  mit ›lächeln‹ als Grundform: ↗belächeln  ·  formal verwandt mit: ↗Augurenlächeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

Freude äußern, wobei das Gesicht zu einer heiteren Miene verzogen wird, ein wenig und lautlos lachen
Beispiele:
sie war zufrieden und lächelte
freundlich, heiter, glücklich, zärtlich, zaghaft, mitleidig, dankbar, nachsichtig, gütig lächeln
er lächelte wohlgefällig, höflich, verbindlich, vielsagend, verschmitzt, geheimnisvoll
sie lächelte unter Tränen
über jmdn., etw. lächeln
ein feines, unmerkliches, einfältiges, triumphierendes, verführerisches, schelmisches Lächeln
ein Lächeln unterdrücken
ein Lächeln spielte um ihren Mund
ein Lächeln der Freude
der Anflug eines Lächelns
sie sagte lächelnd, mit lächelndem Mund, dass ...
jmdn. lächelnd ansehen
sie schüttelte lächelnd den Kopf
gehoben, veraltend jmdm. lächeln
Beispiel:
»Ja, weil du bekanntlich hübsch und schön bist«, sagte der andere. »Darum lächeln sie dir ...« [Th. MannJoseph3,540]
übertragen
Beispiel:
jmdm. lächelt das Glück (= jmd. hat Glück)
ein Lächeln aus einem anderen Gefühl als dem der Freude annehmen
Beispiel:
bitter, traurig, schmerzlich, verächtlich lächeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lachen1 · Lache3 · lächeln · lächerlich · lachhaft · Lachtaube
lachen1 Vb. ‘durch Mimik und ein charakteristisches Geräusch Heiterkeit erkennen lassen’. Für das Germ. ist von einem ablautenden (starken) Verb mit j-Präsens auszugehen, wie es in aengl. (westsächs.) hliehhan, (angl.) hlæhhan, anord. hlæja, got. hlahjan vorliegt. Auch für das Ahd. ist auf Grund eines (grammatischen Wechsel zeigenden) Präteritums hlōc ein starkes Verb (h)lahhan (9. Jh.) anzusetzen. Daneben ist seit früher Zeit ein schwaches Verb ahd. (h)lahhēn (8. Jh.) belegt, das sich in mhd. nhd. lachen fortsetzt. Schwache Flexion zeigen auch mnd. lachen und engl. to laugh, während sonst Reste starker Flexion bewahrt sind, vgl. mnl. nl. lachen (Part. Prät. gelachen), schwed. le (Prät. log), dän. le (Prät. lo). Vgl. ferner die schwachen Kausativa anord. hlœgja ‘lachen machen, erfreuen’ und got. ufhlōhjan ‘auflachen machen’. Vergleicht man außergerm. lit. kliugéti ‘kollern, knurren, plätschern, gurgeln’, klukčióti, kluk(š)nóti ‘schlucken, gackern’, russ. kloktát’ (клоктать), klochtát’ (клохтать) ‘glucken, gackern’ und griech. klṓzein, klṓssein (κλώζειν, κλώσσειν) ‘glucken, schnalzen’, so dürften alle Formen als lautmalende Bildungen anzusehen und über Gutturalerweiterungen (auf ie. -k- bzw. -g-) der Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗Glocke) anzuschließen sein. Der Vokalismus weist dabei eine große Variabilität auf. Die germ. Formen führen auf ie. *klak-, *klōk-. Lache3 f. ‘lautes Lachen, Gelächter, eine bestimmte Art zu lachen’, mhd. lache ‘(einmaliges) Auflachen, Lachen’. lächeln Vb. ‘lautlos lachen, schmunzeln’, mhd. lecheln, auch ‘auf hinterlistige Weise freundlich sein’. lächerlich Adj. ‘zum Lachen reizend, unbedeutend, albern’, mhd. lecherlich ‘lächelnd, ein Lachen zeigend’; nhd. (älter) auch soviel wie ‘zum Lachen aufgelegt’, daneben auch ‘Anlaß zum Lachen gebend’, besonders in der Verbindung sich, jmdn. lächerlich machen. lachhaft Adj. ‘lächerlich, albern’ (19. Jh.), älter lacherhaft (18. Jh.). Lachtaube f. Name einer Taubenart, ostindische Turteltaube (18. Jh.), benannt nach den einem Lachen ähnlichen Gurrlauten.

Thesaurus

Synonymgruppe
grinsen · lächeln · ↗schmunzeln  ●  ↗grienen  ugs., norddeutsch
Assoziationen
  • in sich hinein lächeln · ↗schmunzeln · vor sich hin lächeln
  • (seinen) Spaß haben · (sich) amüsiert zeigen · (sich) einen Jux machen aus
  • (das) Gesicht zu einem Grinsen verziehen · (das) Gesicht zu einem Lächeln verziehen · (einfach) lächeln müssen
  • feixen · ↗keckern · ↗kichern · ↗prusten  ●  ↗lachen  Hauptform · ↗gackern  ugs. · ↗gickeln  ugs. · ↗johlen  ugs.
  • Gesichtsausdruck · ↗Miene · ↗Mienenspiel · ↗Mimik
  • (sich) amüsieren · (sich) köstlich amüsieren · (sich) prächtig amüsieren · ↗(sich) vergnügen · seinen Spaß haben  ●  ↗(sich) verlustieren  altertümelnd · Spaß haben  variabel · auf seine Kosten kommen  fig. · ↗(sich) (gut) unterhalten  ugs. · eine nette Zeit haben  ugs., variabel
  • lachen · ↗strahlen · von einem Ohr zum anderen lachen · übers ganze Gesicht lachen · übers ganze Gesicht strahlen  ●  über alle vier Backen strahlen  scherzhaft · grinsen wie ein Honigkuchenpferd  ugs. · lachen wie ein Honigkuchenpferd  ugs.
  • (sich) (auf dem Boden) wälzen vor Lachen · ↗(sich) (beinahe) totlachen · (sich) (die) Seiten halten (müssen) vor Lachen · (sich) ausschütten vor Lachen · (sich) biegen vor Lachen · (sich) den Bauch halten vor Lachen · (sich) festhalten müssen vor Lachen · ↗(sich) kaputtlachen · (sich) kugeln (vor Lachen) · (sich) nicht / kaum noch halten können vor Lachen · Tränen lachen · Tränen weinen vor Lachen · aus vollem Halse lachen · dröhnend lachen · einen Lachanfall haben · einen Lachflash haben · ↗grölen (vor Lachen) · herausplatzen vor Lachen · hysterisch lachen · schallend lachen · wiehernd lachen  ●  (sich fast) in die Hose machen vor Lachen  ugs. · (sich) 'nen Ast lachen  ugs. · (sich) (auf dem Boden) kugeln vor Lachen  ugs. · (sich) (beinahe) wegschmeißen (vor Lachen)  ugs. · (sich) (fast) bepissen vor Lachen  derb · (sich) bekringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) beömmeln  ugs. · (sich) flachlegen vor Lachen  ugs. · (sich) halbtot lachen  ugs. · ↗(sich) kranklachen  ugs. · (sich) kringeln (vor Lachen)  ugs. · (sich) krumm und bucklig lachen  ugs. · (sich) krumm und schieflachen  ugs. · (sich) nicht mehr / kaum noch einkriegen vor Lachen  ugs. · (sich) scheckig lachen  ugs. · (sich) schepp lachen  ugs., variabel · ↗(sich) schieflachen  ugs. · (sich) schlapplachen  ugs. · ↗(sich) weglachen  ugs. · fast sterben vor Lachen  ugs. · ↗geiern  ugs., regional · in die Tischkante beißen vor Lachen  ugs. · ↗losgrölen  ugs. · ↗losprusten  ugs. · loswiehern  ugs. · rumgeiern  ugs. · ↗wiehern  ugs.
  • (das) Gesicht zu einem schiefen Grinsen verziehen · (ein) süßsaures Lächeln aufsetzen · gequält lächeln · gute Miene zum bösen Spiel machen · säuerlich lächeln  ●  (sich) ein (gequältes) Lächeln abringen  variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kamera Lächeln anlächeln entgegenlächeln freundlich gequält herablächeln hineinlächeln hinlächeln höflich lächeln mitleidig müde nachsichtig nicken sanft schweigen schüchtern schütteln süffisant tapfer verlegen verschmitzt versonnen vielsagend winken wissend zufrieden zulächeln zurücklächeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lächeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wird lächeln dazu, obwohl sie innerlich wahrscheinlich heulen könnte.
Der Tagesspiegel, 09.07.2004
Heute dürfte er über die meisten seiner damaligen Werke wohl nur lächeln.
Süddeutsche Zeitung, 30.03.2004
Viel fehlte nicht, und sie wäre errötet, aber schon schaute sie wieder auf, und ich war erleichtert, sie lächeln zu sehen.
Gstrein, Norbert: Die englischen Jahre, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999, S. 145
Die meisten von ihnen blickten gar nicht hin, andere lächelten und viele grinsten schadenfroh.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 615
Und wieder konnte ich nur bedauernd über ihre Illusionen lächeln.
Haffner, Sebastian: Geschichte eines Deutschen, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1939], S. 228
Zitationshilfe
„lächeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lächeln>, abgerufen am 14.10.2019.

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