lächeln

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈlɛçl̩n]
Worttrennung lä-cheln
Wortzerlegung lachen -el2
Wortbildung  mit ›lächeln‹ als Letztglied: Hohn lächeln · anlächeln · auflächeln · belächeln · entgegenlächeln · herauflächeln · herunterlächeln · hinauflächeln · hinunterlächeln · hohnlächeln · mitlächeln · weglächeln · zulächeln · zurücklächeln
 ·  formal verwandt mit: Augurenlächeln
eWDG

Bedeutungen

Freude äußern, wobei das Gesicht zu einer heiteren Miene verzogen wird, ein wenig und lautlos lachen
Beispiele:
sie war zufrieden und lächelte
freundlich, heiter, glücklich, zärtlich, zaghaft, mitleidig, dankbar, nachsichtig, gütig lächeln
er lächelte wohlgefällig, höflich, verbindlich, vielsagend, verschmitzt, geheimnisvoll
sie lächelte unter Tränen
über jmdn., etw. lächeln
ein feines, unmerkliches, einfältiges, triumphierendes, verführerisches, schelmisches Lächeln
ein Lächeln unterdrücken
ein Lächeln spielte um ihren Mund
ein Lächeln der Freude
der Anflug eines Lächelns
sie sagte lächelnd, mit lächelndem Mund, dass …
jmdn. lächelnd ansehen
sie schüttelte lächelnd den Kopf
gehoben, veraltend jmdm. lächeln
Beispiel:
»Ja, weil du bekanntlich hübsch und schön bist«, sagte der andere. »Darum lächeln sie dir …« [ Th. MannJoseph3,540]
übertragen
Beispiel:
jmdm. lächelt das Glück (= jmd. hat Glück)
ein Lächeln aus einem anderen Gefühl als dem der Freude annehmen
Beispiel:
bitter, traurig, schmerzlich, verächtlich lächeln
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lachen1 · Lache3 · lächeln · lächerlich · lachhaft · Lachtaube
lachen1 Vb. ‘durch Mimik und ein charakteristisches Geräusch Heiterkeit erkennen lassen’. Für das Germ. ist von einem ablautenden (starken) Verb mit j-Präsens auszugehen, wie es in aengl. (westsächs.) hliehhan, (angl.) hlæhhan, anord. hlæja, got. hlahjan vorliegt. Auch für das Ahd. ist auf Grund eines (grammatischen Wechsel zeigenden) Präteritums hlōc ein starkes Verb (h)lahhan (9. Jh.) anzusetzen. Daneben ist seit früher Zeit ein schwaches Verb ahd. (h)lahhēn (8. Jh.) belegt, das sich in mhd. nhd. lachen fortsetzt. Schwache Flexion zeigen auch mnd. lachen und engl. to laugh, während sonst Reste starker Flexion bewahrt sind, vgl. mnl. nl. lachen (Part. Prät. gelachen), schwed. le (Prät. log), dän. le (Prät. lo). Vgl. ferner die schwachen Kausativa anord. hlœgja ‘lachen machen, erfreuen’ und got. ufhlōhjan ‘auflachen machen’. Vergleicht man außergerm. lit. kliugéti ‘kollern, knurren, plätschern, gurgeln’, klukčióti, kluk(š)nóti ‘schlucken, gackern’, russ. kloktát’ (клоктать), klochtát’ (клохтать) ‘glucken, gackern’ und griech. klṓzein, klṓssein (κλώζειν, κλώσσειν) ‘glucken, schnalzen’, so dürften alle Formen als lautmalende Bildungen anzusehen und über Gutturalerweiterungen (auf ie. -k- bzw. -g-) der Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. Glocke) anzuschließen sein. Der Vokalismus weist dabei eine große Variabilität auf. Die germ. Formen führen auf ie. *klak-, *klōk-. Lache3 f. ‘lautes Lachen, Gelächter, eine bestimmte Art zu lachen’, mhd. lache ‘(einmaliges) Auflachen, Lachen’. lächeln Vb. ‘lautlos lachen, schmunzeln’, mhd. lecheln, auch ‘auf hinterlistige Weise freundlich sein’. lächerlich Adj. ‘zum Lachen reizend, unbedeutend, albern’, mhd. lecherlich ‘lächelnd, ein Lachen zeigend’; nhd. (älter) auch soviel wie ‘zum Lachen aufgelegt’, daneben auch ‘Anlaß zum Lachen gebend’, besonders in der Verbindung sich, jmdn. lächerlich machen. lachhaft Adj. ‘lächerlich, albern’ (19. Jh.), älter lacherhaft (18. Jh.). Lachtaube f. Name einer Taubenart, ostindische Turteltaube (18. Jh.), benannt nach den einem Lachen ähnlichen Gurrlauten.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Lächeln aufsetzen · grinsen · schmunzeln  ●  lächeln  Hauptform · grienen  ugs., norddeutsch
Assoziationen
  • in sich hinein lächeln · schmunzeln · vor sich hin lächeln
  • (seinen) Spaß haben · (sich) amüsiert zeigen · (sich) einen Jux machen aus
  • (das) Gesicht zu einem Grinsen verziehen · (das) Gesicht zu einem Lächeln verziehen · (einfach) lächeln müssen
  • (sich) ein Lachen nicht verkneifen können · einfach lachen müssen (bei) · nicht (länger) an sich halten können (und loslachen) · unfreiwillig komisch (sein) · unwillkürlich lachen müssen · zum Lachen reizen

Typische Verbindungen zu ›lächeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lächeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›lächeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wieder konnte ich nur bedauernd über ihre Illusionen lächeln. [Haffner, Sebastian: Geschichte eines Deutschen, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1939], S. 228]
Als er sich in deine Richtung verbeugt, lächelst du höflich. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 38]
Etliche von ihnen lächeln auf großformatigen Bildern von der Wand. [Die Zeit, 02.07.1998, Nr. 28]
Er lächelt nämlich nur genau so lange, wie er photographiert wird. [Die Zeit, 14.11.1997, Nr. 47]
Inzwischen lächelte sie nicht mehr, aber sie wirkte immer noch ruhig, beinahe zufrieden. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 256]
Zitationshilfe
„lächeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/l%C3%A4cheln>.

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