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lächerlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglä-cher-lich
Wortbildung mit ›lächerlich‹ als Erstglied: ↗Lächerlichkeit · ↗lächerlicherweise
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
so beschaffen, dass man darüber lachen muss
Beispiele:
die Bemerkungen, Zwischenrufe, Späße wirkten lächerlich
jmdm. ist lächerlich zumute (= jmd. muß ständig lachen)
so beschaffen, dass man sich darüber lustig macht
Beispiele:
sie las die Geschichte mit lächerlichem Pathos
sie sieht lächerlich aus
umgangssprachlich jmd. gibt eine lächerliche Figur ab
sich lächerlich machensich so benehmen, dass sich andere lustig machen
Beispiele:
machen Sie sich doch nicht lächerlich!
sie befürchtete, sich lächerlich zu machen
jmdn. lächerlich machenso über jmdn. reden, sich so gegenüber jmdm. verhalten, dass sich die anderen über ihn lustig machen
Beispiele:
er machte seinen Gegner lächerlich
sich [Dativ] lächerlich vorkommen
sich lächerlich finden
glauben, dass die anderen sich lustig machen
Beispiele:
ich komme mir in dem Hut lächerlich vor
sie fand sich in dem Kostüm lächerlich
etw. ins Lächerliche ziehen (= eine ernste Sache so behandeln, dass die anderen darüber lachen)
2.
umgangssprachlich etw. ist lächerlichetw. ist albern
Beispiel:
dein Getue, diese Angst ist ja lächerlich
3.
unbedeutend
Beispiele:
abwertend sie hatte ihr lächerliches Gepäck stehenlassen
abwertend er stellte ein paar flüchtige, lächerliche Versuche an
Du wirst vielleicht sagen, es wäre eine lächerliche Kleinigkeit (= eine Kleinigkeit, die nicht der Rede wert ist), da gäbe es doch wahrhaftig großartigere Dinge auf der Welt [Hausm.Abschied143]
gering
Beispiel:
er hatte das Grundstück zu einem lächerlichen Preis gekauft
4.
umgangssprachlich drückt eine Verstärkung aus   sehr
Beispiele:
ein lächerlich dünner Mantel
eine lächerlich kleine Handtasche
die Treppe war lächerlich schmal
das Kind war seinen Altersgenossen lächerlich weit voraus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lachen1 · Lache3 · lächeln · lächerlich · lachhaft · Lachtaube
lachen1 Vb. ‘durch Mimik und ein charakteristisches Geräusch Heiterkeit erkennen lassen’. Für das Germ. ist von einem ablautenden (starken) Verb mit j-Präsens auszugehen, wie es in aengl. (westsächs.) hliehhan, (angl.) hlæhhan, anord. hlæja, got. hlahjan vorliegt. Auch für das Ahd. ist auf Grund eines (grammatischen Wechsel zeigenden) Präteritums hlōc ein starkes Verb (h)lahhan (9. Jh.) anzusetzen. Daneben ist seit früher Zeit ein schwaches Verb ahd. (h)lahhēn (8. Jh.) belegt, das sich in mhd. nhd. lachen fortsetzt. Schwache Flexion zeigen auch mnd. lachen und engl. to laugh, während sonst Reste starker Flexion bewahrt sind, vgl. mnl. nl. lachen (Part. Prät. gelachen), schwed. le (Prät. log), dän. le (Prät. lo). Vgl. ferner die schwachen Kausativa anord. hlœgja ‘lachen machen, erfreuen’ und got. ufhlōhjan ‘auflachen machen’. Vergleicht man außergerm. lit. kliugéti ‘kollern, knurren, plätschern, gurgeln’, klukčióti, kluk(š)nóti ‘schlucken, gackern’, russ. kloktát’ (клоктать), klochtát’ (клохтать) ‘glucken, gackern’ und griech. klṓzein, klṓssein (κλώζειν, κλώσσειν) ‘glucken, schnalzen’, so dürften alle Formen als lautmalende Bildungen anzusehen und über Gutturalerweiterungen (auf ie. -k- bzw. -g-) der Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗Glocke) anzuschließen sein. Der Vokalismus weist dabei eine große Variabilität auf. Die germ. Formen führen auf ie. *klak-, *klōk-. Lache3 f. ‘lautes Lachen, Gelächter, eine bestimmte Art zu lachen’, mhd. lache ‘(einmaliges) Auflachen, Lachen’. lächeln Vb. ‘lautlos lachen, schmunzeln’, mhd. lecheln, auch ‘auf hinterlistige Weise freundlich sein’. lächerlich Adj. ‘zum Lachen reizend, unbedeutend, albern’, mhd. lecherlich ‘lächelnd, ein Lachen zeigend’; nhd. (älter) auch soviel wie ‘zum Lachen aufgelegt’, daneben auch ‘Anlaß zum Lachen gebend’, besonders in der Verbindung sich, jmdn. lächerlich machen. lachhaft Adj. ‘lächerlich, albern’ (19. Jh.), älter lacherhaft (18. Jh.). Lachtaube f. Name einer Taubenart, ostindische Turteltaube (18. Jh.), benannt nach den einem Lachen ähnlichen Gurrlauten.

Thesaurus

Synonymgruppe
aberwitzig · ↗absurd · befremdend · ↗befremdlich · ↗bizarr · ↗eigenartig · ↗eigentümlich · ↗eigenwillig · ↗grotesk · ↗komisch · ↗kurios · lächerlich · ↗merkwürdig · ↗schräg · ↗skurril · ↗sonderbar · ↗ungewöhnlich · ↗verquer  ●  ↗abgedreht  ugs. · ↗abstrus  geh. · fällt aus dem Rahmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
affig · ↗albern · ↗dämlich · ↗lachhaft · lächerlich · ↗läppisch · ↗neckisch · nicht ernst zu nehmen · ↗närrisch · unfreiwillig komisch  ●  (jemandem) zu blöd  ugs. · ↗blöd  ugs. · flachsinnig  ugs. · pillepalle  ugs. · ↗ridikül  geh., veraltend · zum Piepen  ugs. · zum Schreien  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrag Figur Karikatur Kleinigkeit Pose Summe absurd anmaßend anmuten ausnehmen banal beinahe doch dumm eher fast geradezu grotesk kindisch klingen machen nachgerade peinlich unglaubwürdig vergleichsweise vollends vor aller Welt vorkommen wirken ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lächerlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Teenager denkst du nicht daran, wie lächerlich das ist.
Die Zeit, 19.09.2011, Nr. 38
Sie stehen extrem in der Öffentlichkeit, das war bei uns vor 20 Jahren lächerlich dagegen.
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2004
Lächerlich also kommt es mir vor, solange ich hierin noch unwissend bin, an andere Dinge zu denken.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 179
Und darum ist es gefährlich, sie etwa auch durch den lächerlichen Pump von zehn Mark zu gefährden.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 173
Immerhin sollte man auch dieses Problem nicht rein lächerlich nehmen.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 112
Zitationshilfe
„lächerlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lächerlich>, abgerufen am 19.01.2019.

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