lässlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung läss-lich
Ungültige Schreibung läßlich
Rechtschreibregeln § 2
Wortbildung  mit ›lässlich‹ als Erstglied: Lässlichkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [gehoben] lässig, die Dinge nicht genau nehmend
  2. 2. [Religion] verzeihlich
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben lässig, die Dinge nicht genau nehmend
Beispiele:
ein Gesetz lässlich anwenden
»Sie scheinen ... mein lieber Sohn, sich bisher ein wenig läßlich betragen zu haben ...« [ Th. MannKrull8,328]
Diese läßliche Auffassung hat nicht lange mehr gegolten [ ZuchardtStunde16]
2.
Religion verzeihlich
Beispiele:
lässliche Sünden
das ist ein lässliches Vergehen, das die Kirche vergibt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lässig · laß · Lässigkeit · läßlich
lässig Adj. ‘träge, gleichgültig’, heute vielfach ‘ungezwungen und selbstsicher’, spätmhd. leʒʒec, leʒʒic ‘müde, untätig’, Ableitung von dem in der Gegenwart zurücktretenden laß Adj. ‘matt, schlaff, kraftlos, träge’, ahd. (8. Jh.), mhd. laʒ ‘matt, träge, säumig’, asächs. mnd. lat, aengl. læt, anord. latr, got. lats (germ. *lata-), zu der unter lassen (s. d.) angeführten Wurzel (s. auch lasch, letzt). Lässigkeit f. ‘lässiges Verhalten, Trägheit’ (15. Jh.). Eine Ableitung teils von ahd. mhd. laʒ, teils von lassen (s. d.) ist läßlich Adj. ‘geringfügig, leicht, verzeihlich, duldsam’, spätmhd. læʒlīch ‘was unterlassen, beiseite gelassen werden kann’.

Typische Verbindungen zu ›lässlich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lässlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›lässlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine läßliche Rede verwandelt die Geschichte seines Volkes in lauter Geschichten.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1910]
Darüber redete er, quasi entschuldigend, wie über eine lässliche Jugendsünde.
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2002
Handelt es sich um Damen, so sind ihre Steckenpferde oft - läßliche Sünden.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3145
Auch hätte Simmel dies Theorem nicht so läßlich aus Goetheschen Sätzen, die sich dem Philosophen oft durch alles andere empfehlen als ihren Wortlaut, entnehmen dürfen.
Benjamin, Walter: Goethes Wahlverwandtschaften. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1925], S. 186
Da er jetzt gerade lernte, Sünden in solche und solche einzuteilen, rechnete er diese Lüge zu den läßlichen Sünden.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 126
Zitationshilfe
„lässlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/l%C3%A4sslich>, abgerufen am 28.11.2021.

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