lästern
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungläs-tern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lästern‹ als Erstglied: ↗Lästerchronik · ↗Lästerei · ↗Lästerer · ↗Lästermaul · ↗Lästerrede · ↗Lästerung · ↗Lästerzunge
 ·  mit ›lästern‹ als Letztglied: ↗ablästern  ·  Ableitung von ›lästern‹: ↗verlästern  ·  formal verwandt mit: ↗vielgelästert
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
abwertend über abwesende Personen Übles reden, klatschen
Beispiele:
sie wussten, dass man über sie lästerte
es wurde hinter ihrem Rücken gelästert
scherzhaft von jmdm. sprechen
Beispiele:
wir haben soeben über dich gelästert
Ich höre, mein Weib lästert über mich [BredelSöhne378]
2.
Gott lästern Religion Gott schmähen, beschimpfen
Beispiele:
er hat Gott gelästert
denn er lästert das Gesetz und den Namen des Herrn [le FortPapst229]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachsagen · ↗(sich) zuflüstern · ↗(sich) zuraunen · ↗(über jemanden) herziehen · hinter jemandes Rücken reden · ↗klatschen · ↗munkeln · ↗ratschen · schlecht reden (über) · ↗tratschen · vom Leder ziehen  ●  (sich) aufhalten über  ugs. · (sich) das Maul zerreißen (über)  ugs. · ↗ablästern (über jemanden)  ugs. · ↗bashen  ugs., engl.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
frotzeln · ↗höhnen · ↗scherzen · ↗spotten · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verhöhnen · ↗verspotten · ↗witzeln  ●  ↗(sich) mokieren  geh.
Unterbegriffe
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · ↗(sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · ↗(sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kabarettist Kolleginnen Kolumnist Kommentatoren Kontrahenten Kritiker Mitspieler Parteifreunde Sportzeitung Spötter TV Volksmund Zungen ablästert böse einst flucht genüßlich gern gerne getratscht kürzlich lachen meckert schimpft spotten süffisant unlängst über übereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lästern‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es bei ihnen nicht rund läuft, lästern die Bayern gerne über den Gegner.
Der Tagesspiegel, 07.09.2001
Und wenn er einmal ein Tier mit sieben Beinen erwischt, so sei es ferne von ihm, Gott zu lästern.
Tucholsky, Kurt: Ferdinand Bonns gesammelte Werke. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914]
Auch Ewald hat zwei Kinder, und er liebt es, über sie zu lästern.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 102
Ich hörte die Einlinge da unten im Saal flüstern und lästern.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 108
Dieser fluchte wohl, aber nur mit hauenden Schritten beim Gange, schimpfte auch, doch bloß mit den Augen, und lästerte in dem bellenden Ton seines Hustens.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 293
Zitationshilfe
„lästern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lästern>, abgerufen am 22.10.2017.

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