Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

lästern

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈlɛstɐn]
Worttrennung läs-tern
Wortbildung  mit ›lästern‹ als Erstglied: Lästerchronik · Lästerei · Lästerer · Lästermaul · Lästerrede · Lästersucht · Lästerung · Lästerzunge
 ·  mit ›lästern‹ als Letztglied: ablästern · verlästern  ·  formal verwandt mit: viel gelästert · vielgelästert

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [abwertend] über abwesende Personen Übles reden, klatschen
    1. [scherzhaft] von jmdm. sprechen
  2. 2. [Religion] ⟨Gott lästern⟩ Gott schmähen, beschimpfen
eWDG

Bedeutungen

1.
abwertend über abwesende Personen Übles reden, klatschen
Beispiele:
sie wussten, dass man über sie lästerte
es wurde hinter ihrem Rücken gelästert
scherzhaft von jmdm. sprechen
Beispiele:
wir haben soeben über dich gelästert
Ich höre, mein Weib lästert über mich [ BredelSöhne378]
2.
Religion Gott lästernGott schmähen, beschimpfen
Beispiele:
er hat Gott gelästert
denn er lästert das Gesetz und den Namen des Herrn [ le FortPapst229]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). – lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›lästern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lästern‹.

Verwendungsbeispiele für ›lästern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wenn er einmal ein Tier mit sieben Beinen erwischt, so sei es ferne von ihm, Gott zu lästern. [Tucholsky, Kurt: Ferdinand Bonns gesammelte Werke. In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914]]
Was heute stattfinde, sei hingegen «furchtbar», lästerte der Musiker in dem Interview. [Die Zeit, 18.04.2012 (online)]
Dass ich ihn geschrieben habe, gibt mir nicht das Recht, darüber zu lästern. [Die Zeit, 12.12.2011, Nr. 50]
Jetzt lästert ihr alle über mich, aber wenn ich tot bin, werdet ihr alle an meinem Grab stehen und mich beweinen. [Die Zeit, 23.02.2009, Nr. 08]
Wo etwas nicht mehr richtig als Last empfunden wird, gibt es auch weniger zu lästern. [Die Zeit, 16.02.2006, Nr. 08]
Zitationshilfe
„lästern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/l%C3%A4stern>.

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