lästig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung läs-tig
Wortbildung  mit ›lästig‹ als Erstglied: ↗Lästigkeit
eWDG

Bedeutung

Überdruss, Abneigung, Ungeduld hervorrufend, unangenehm
Beispiele:
ein lästiger Mensch, Besucher, Frager
er übernahm die lästige Pflicht, den lästigen Auftrag
ihn plagte ein lästiger Husten
die Abgeschlossenheit empfand ich keineswegs als lästigen Zwang
das lange Haar ist mir lästig (= unbequem)
die Fliegen sind heute recht lästig (= zudringlich)
jmdm. lästig werden, fallen
umgangssprachlichsich bei jmdm. lästig machen
störend
Beispiele:
wir wollen dir um keinen Preis lästig werden
der warme Mantel wird mir lästig
sie war uns durch ihr vieles Reden lästig gefallen
umgangssprachlicher macht sich bei ihnen lästig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Last · lasten · belasten · entlasten · Laster1 · Lastkraftwagen · Lasttier · Lastwagen · lästig · belästigen
Last f. ‘etw. Schweres, Beschwerendes’, ahd. hlast, last ‘Last, Bedrückung’ (9. Jh.), mhd. last, auch ‘Menge, Masse, Fülle’, mnd. mnl. nl. last, aengl. hlæst, engl. last sind nur westgerm. bezeugte Abstrakta mit sti-Suffix (bei Verlust des dentalen Wurzelauslauts) von den unter ↗laden1 (s. d.) dargestellten Formen. Last bezeichnet in zahlreichen übertragenen Verwendungen das den Menschen Bedrückende, das, was ihm zur Last werden kann. Ursprünglich kaufmannssprachlich ist die feste Verbindung jmdm. etw. zur Last schreiben, legen; zu Lasten entspricht auf Kosten; Abgaben und Steuern sind Lasten (vgl. Steuerlast, Soziallasten). Als Maß- und Mengeneinheit (eine Last Bier, eine Last Getreide) ist Last heute veraltet. In der Verwendung für die einem Schiff Tiefgang und Gleichgewicht gebende Sandladung ist es durch ↗Ballast (s. d.) ersetzt. lasten Vb. ‘schwer sein, drückend auf etw. liegen’, als intransitives Verb meist in der Fügung auf etw. lasten (18. Jh.). Vorauf gehen in transitive Verwendung mhd. lesten ‘wohin legen, beladen, belasten mit etw.’, frühnhd. lasten. Die transitive Bedeutung ist bis ins 18. Jh. bezeugt und lebt in Präfixbildungen weiter. belasten Vb. ‘mit Last versehen’ (16. Jh.); vgl. mhd. belesten ‘belästigen’. entlasten Vb. ‘von einer Last befreien’, mhd. entlesten, entlasten. Laster1 m. (20. Jh.), verkürzende umgangssprachliche Bildung zu Lastkraftwagen bzw. Lastwagen. Lastkraftwagen m. (20. Jh.). Lasttier n. (18. Jh.). Lastwagen m. ‘Kraftwagen zum Transport von Lasten’ (Ende 19. Jh.), für einen durch Pferde gezogenen Wagen bereits seit dem 16. Jh. lästig Adj. ‘belastend, beschwerlich, störend, unangenehm’, Ableitung des 15. Jhs. von Last. belästigen Vb. ‘unbequem sein, lästig, zudringlich werden’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
leidig · lästig · ↗misslich · ↗missliebig · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · ↗schlecht · ↗schlimm · ↗schrecklich · störend · ↗unangenehm · ↗unbequem · ↗unerfreulich · ↗unerquicklich · ↗unerwünscht · ↗ungeliebt · ↗ungut · ↗unliebsam · ↗unschön · ↗unwillkommen · wenig beneidenswert · ↗widrig · ↗ärgerlich  ●  ↗blöd (ärgerlich)  ugs. · ↗böse (Überraschung, Erwachen ...)  ugs. · ↗dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs. · ↗unkomfortabel  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) anbiedernd · Grenzen ignorierend · Grenzen verletzend · ↗anhänglich · ↗aufdringlich · bedrängend · belästigend · ↗distanzlos · drängelnd · drängend · in (bester) Stalker-Manier · ↗indiskret · lästig · nicht abzuschütteln · peinlich indiskret · ↗penetrant · ↗schmierig · ↗unangenehm · unangenehm vertraulich · von peinlicher Indiskretion · übertrieben zuvorkommend  ●  ↗grenzüberschreitend  Jargon · ↗zudringlich  Hauptform · lästig wie eine Klofliege  ugs. · nicht (wieder) loszuwerden  ugs. · ↗übergriffig  geh., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
belastend · ↗beschwerlich · lästig · ↗mühevoll · ↗mühselig · ↗schwer · ↗verdrießlich  ●  in mühevoller Kleinarbeit  floskelhaft · ↗anstrengend  ugs. · ↗nervig  ugs.
Synonymgruppe
(auf die Dauer o.ä. ziemlich) anstrengend · ↗leidig · lästig · nervend · ↗nervig · störend · ↗unliebsam · ↗verdrießlich · ↗ärgerlich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›lästig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lästig‹.

Verwendungsbeispiele für ›lästig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Bestimmung Frankreichs ist es, der Welt lästig zu fallen.
Die Welt, 22.01.2003
Um ihn aber abzuziehen, braucht es kein lästiges Abschließen mehr.
Der Tagesspiegel, 08.03.2000
Sie schlug mit dem heilen Schuh nach dem lästigen Mann.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 43
Ich habe ihr sofort erwidern lassen, ich hätte nur befürchtet, ihr lästig zu fallen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 272
Ich habe gar keine, wirklich gar keine Freude am Besitz, er ist mir nur lästig.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 173
Zitationshilfe
„lästig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/l%C3%A4stig>, abgerufen am 27.02.2021.

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