läuten

GrammatikVerb · läutete, hat geläutet
Aussprache
Worttrennungläu-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›läuten‹ als Erstglied: ↗Läutesignal · ↗Läutewerk · ↗Läutezeichen · ↗Läutsignal
 ·  mit ›läuten‹ als Letztglied: ↗abläuten · ↗anläuten · ↗ausläuten · ↗einläuten
 ·  mit ›läuten‹ als Grundform: ↗Geläut · ↗Geläute · ↗Läuten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
eine Glocke läuteteine Kirchenglocke wird zum Schwingen gebracht, sodass sie durch das Anschlagen des Klöppels ertönt
Beispiele:
alle Glocken der Stadt läuten
es läutet auf dem Turm (zu) Mittag
die Glocken läuten Sturm
dem Läuten zuhören
Wenn da Siegesglocken läuten sollten / Werdet ihr die Verlustlisten austragen [BrechtDt. Kriegsfibel]
jmd. läutetjmd. bringt eine Kirchenglocke zum Schwingen
Beispiele:
der Küster läutet (die Glocken)
in P hatte man Sturm geläutet
umgangssprachlich, übertragen etw. läuten hörenetw. andeutungsweise erfahren, ein Gerücht hören
Beispiel:
von dem neuen Verfahren hatte er nur etw. läuten hören, gehört
2.
landschaftlich eine Klingel ertönen lassen, klingeln, schellen
Beispiele:
das Telefon, der Wecker läutet
sie läutet an der Wohnungstür, beim Nachbarn
es hat bereits dreimal geläutet
das Läuten der Straßenbahnen
Vorm Tor steht Fennimore und läutet die Schelle [G. KaiserSilberseeII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laut1 · Laut · Lautsprecher · Lautverschiebung · Wortlaut · vorlaut · lauten · verlauten · verlautbaren · läuten · Geläut(e)
laut1 Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter ↗Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. ↗mit), Selbstlaut (s. ↗selb), ferner ↗Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, besonders Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intransitives läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intransitiv und transitiv) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.

Thesaurus

Synonymgruppe
die Klingel betätigen · ↗gongen · läuten · ↗schellen  ●  ↗klingeln  Hauptform · ↗bimmeln  ugs.
Unterbegriffe
  • (der) Gong ertönt · (jemand) schlägt den Gong (an) · es gongt
Zitationshilfe
„läuten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/läuten>, abgerufen am 26.05.2019.

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