läutern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungläu-tern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›läutern‹ als Erstglied: ↗Läuterung
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. von Schlacken, Verunreinigungen befreien, reinigen
Beispiele:
die flüssige Glasmasse läutern
bergbauliche Rohstoffe von tonigen Bestandteilen läutern
Branntwein läutern (= klären)
geläutertes Butterschmalz
gehoben, übertragen jmdn. zum Ablegen seiner Fehler veranlassen, bessern
Beispiele:
ein Unglück, die schwere Krankheit hat ihn geläutert
er ist durch sein Unglück geläutert, ging aus dem Unglück geläutert hervor
Leid läutert [BrechtGuter Mensch6]
sich läutern
Beispiel:
sie hatten sich nicht gewandelt und nicht geläutert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lauter · läutern · erläutern · Lauterkeit
lauter Adj. ‘rein, ungetrübt, aufrichtig’, ahd. (h)lūt(t)ar (8. Jh.), mhd. lūter ‘hell, rein, klar, unvermischt, lediglich’, asächs. hlūttar, mnd. mnl. lūter, lutter (nl. louter ist aus dem Nhd. entlehnt), aengl. hlūt(t)or, got. hlūtrs (germ. *hlūtra-) führen mit griech. klýzein (κλύζειν) ‘spülen, reinigen’ (wozu ↗Klistier, s. d.), alat. cluere ‘reinigen, spülen’ (s. ↗Kloake), lit. šlúoti ‘fegen, kehren’, šlúota ‘Besen’, kymr. clir ‘hell, klar’ auf ie. *k̑leu- bzw. langdiphthongische Ablautformen ie. *k̑lō(u)-, *k̑lū- ‘spülen, rein machen’, vielleicht Erweiterungen einer allerdings nur in Erweiterungen auftretenden Wurzel ie. *k̑el- ‘feucht, naß’; vgl. ie. *klep- ‘feucht’ in griech. klépas (κλέπας) ‘das Feuchte’, lit. šlãpias ‘naß, feucht, voll Wasser’. Wie bei ↗bitter (s. d.) ist die hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz unterblieben, und die Doppelkonsonanz wird nach langem Vokal aufgegeben. Die Ausgangsbedeutung ‘gespült, gewaschen’ wird bereits im Ahd. zu ‘klar, hell, unvermischt’ (vgl. mhd. lūter silber); dann oft übertragen von Haltung und Gesinnung des Menschen (lauterer Charakter, lauteres Wesen). Die im Mhd. auftretende Bedeutung ‘ausschließlich, lediglich, nur’ wird seit dem 16. Jh. in der Form des erstarrten Nominativs Sing. häufig, vgl. aus lauter Liebe, vor lauter Neugier. läutern Vb. ‘reinigen, von Schlacken befreien, bessern’, ahd. (h)lūt(t)aren ‘läutern, reinigen, klar machen’, (h)lūt(t)arēn ‘hell sein’ (8. Jh.), mhd. liutern, lūtern. erläutern Vb. ‘erklären, verdeutlichen’, ahd. ir(h)lūtt(a)rēn ‘läutern’ (um 1000), mhd. erliutern ‘rein, hell machen’, auch ‘erklären’. Lauterkeit f. ‘Reinheit, Klarheit’, mhd. lūterheit, lūterkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbereiten · ↗filtern · ↗filtrieren · ↗klären · läutern · ↗reinigen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Demokrat Einsicht Geist Geschmack Leidenschaft Liebe Seele Stil bessern klären moralisch reifen reinigen rühren stärken wandeln überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›läutern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Ende sind alle Mann geläutert, und alles wird gut.
Der Tagesspiegel, 26.07.2003
Geläutert durch schmerzhafte Erfahrungen der vergangenen Jahre sind die Versicherungen gegenüber zahlreichen Risiken sensibel geworden.
Die Zeit, 23.07.1993, Nr. 30
Auch das Denken, das sich nicht davor hütet, erbaulich zu sein, läutert sich als helles zuvor.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 431
Wollte sich sein Blut im Kinde zu höheren Graden läutern?
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 310
Ich sehe, daß du wenig dazugelernt hast, nicht einmal Rußland scheint dich geläutert zu haben.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 1
Zitationshilfe
„läutern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/läutern>, abgerufen am 20.11.2018.

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