Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

lügen

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GrammatikVerb · lügt, log, hat gelogen
Aussprache 
Worttrennung lü-gen
formal verwandt mitLug
Wortbildung  mit ›lügen‹ als Erstglied: Lügenbold · Lügerei · Lügner
 ·  mit ›lügen‹ als Letztglied: anlügen · belügen · durchlügen · erlügen · herauslügen · hinweglügen · umlügen · vorlügen · zurechtlügen · zusammenlügen
eWDG

Bedeutung

wissentlich eine falsche Aussage machen, die Unwahrheit sagen
Beispiele:
er lügt immer, unverschämt
du sollst nicht lügen!
ich müsste lügen, wenn ich behaupten wollte, dass es mir schlecht geht
er lügt, wie es ihm gerade passt
»ich war nicht dort«, log er
sie hat noch nie gelogen
das ist gelogen (= nicht wahr)
ich werde ihm das Lügen schon noch austreiben
er lügt wie gedruckt (= er lügt sehr stark)
umgangssprachlicher lügt, dass sich die Balken biegen (= er lügt ungeheuerlich)
jmd. lügt das Blaue vom Himmel (= jmd. lügt unverschämt)
saloppjmdm. die Hucke voll lügen (= jmdn. sehr belügen)
sprichwörtlichwer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht
Weh dem, der lügt [ Grillp.Weh demTitel]
Die Sterne lügen nicht [ SchillerWallenst. TodIII 9]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
lügen · Lüge · Lügner · lügnerisch · belügen · verlogen · Lug
lügen Vb. ‘bewußt Unwahres sagen’. Das starke Verb ahd. liogan (8. Jh.), mhd. liugen, liegen, asächs. liogan, mnd. lēgen, mnl. lieghen, nl. liegen, aengl. lēogan, engl. to lie, anord. ljūga, schwed. ljuga, got. liugan (germ. *leugan) läßt sich mit den slaw. Verwandten aslaw. lъgati, russ. lgat’ (лгать) ‘lügen’, aslaw. lъža, russ. lož’ (ложь) ‘Lüge’ auf einen Ansatz ie. *leugh- ‘lügen’ zurückführen, wozu wohl auch locken2 (s. d.) gehört. In Anlehnung an zum Verb gebildetes Lüge (s. unten) kommt für nhd. liegen im 17. Jh. lügen auf (Präsensformen du leugst, er leugt noch im 18. Jh.), wodurch Unterscheidung von liegen (s. d.) ermöglicht wird. – Im Ablaut zum Verb steht Lüge f. ‘Unwahrheit’, ahd. lugī (um 800), mhd. lüge, luge, anord. lygi; daneben ahd. lugina (8. Jh.), mhd. lügen(e), lugen(e), nhd. (bis ins 18. Jh.) Lügen, asächs. lugina, mnd. lȫgene, aengl. lygen; vgl. auch (mit anderer Stammbildung) got. liugn. Lügner m. ‘wer die Unwahrheit sagt’, ahd. lugināri (9. Jh.), mhd. lügenære, lügener. lügnerisch Adj. ‘voller Lüge, unwahr’ (17. Jh.). belügen Vb. ‘jmdm. Unwahres sagen, jmdn. anschwindeln’, mhd. beliegen. verlogen Part.adj. ‘in hohem Grade unwahr, unwahrhaftig’, Part. Prät. von bis ins 17. Jh. gebräuchlichem verlügen ‘in falschem Licht darstellen, verleumden’, mhd. verliegen; vgl. ahd. firlogan Part.adj. (10. Jh.). Lug m. ‘Lüge, Unwahrheit’, ahd. lug (um 1000), mhd. luc, nur noch in der Wendung Lug und Trug ‘Lüge und Betrug’ (16. Jh.).

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(etwas) wahrheitswidrig behaupten · (etwas) wider besseres Wissen behaupten · die Unwahrheit sagen · lügen · schwindeln  ●  (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen verhüllend · mit gespaltener Zunge sprechen fig. · es nicht so mit der Wahrheit haben ugs. · krücken ugs., regional · mogeln ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • die Wahrheit sagen

Typische Verbindungen zu ›lügen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lügen‹.

Verwendungsbeispiele für ›lügen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bäume bleiben bei sich, sie versuchen nicht, ein günstiges Bild von sich zu lügen. [Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 68]
Aber das wäre gelogen, denn das Stück dazwischen kann sich sehr wohl anders zugetragen haben, ich meine sogar, viel eher anders als so. [Becker, Jurek: Jakob der Lügner, Berlin: Aufbau-Verl. 1969, S. 189]
Aber auch wir da unten lügen, tagaus, tagein, mal mehr, mal weniger. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Nur wenn ich schrieb, stellte ich nichts vor, nur dann log ich nicht. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Beim Arzt können Sie lügen, so viel sie wollen, irgendwann kommt er dahinter. [Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 167]
Zitationshilfe
„lügen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/l%C3%BCgen>.

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selten häufig

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