lümmeln

GrammatikVerb
Worttrennunglüm-meln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lümmeln‹ als Letztglied: ↗herumlümmeln · ↗hinlümmeln · ↗umherlümmeln
 ·  mit ›lümmeln‹ als Grundform: ↗Lümmelei
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend (sich) lümmelnsich in nachlässiger, ungehöriger Haltung hinsetzen, hinlegen oder hinstellen
Beispiele:
er lümmelt sich am Ofen, am Steuerrad
der Junge lümmelte sich aufs Fensterbrett und schaute auf die Straße hinunter
sich mit den Ellbogen auf den Tisch lümmeln
(sich) auf dem Sofa lümmeln
sich tief in einen Sessel lümmeln
die Betrunkenen lümmelten (sich) um den leeren Tisch
die Jugendlichen standen an die Ecken gelümmelt und krakeelten
sie haben sich acht Jahre lang durch die Schule gelümmelt (= sich wie Lümmel benommen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lümmel · Lūmich · lümmeln · Lümmelei
Lümmel m. ‘unerzogener, frecher (junger) Mann, derber Mensch ohne Verstand, Flegel’ (16. Jh.), nd. Lummel, Lümmel. Abgeleitet von (in nhd. Zeit nur noch mundartlich) lummen, lummeln ‘schlaff, welk sein, herabhängen’ (16. Jh.; vgl. Lummelohr ‘herabhängendes Ohr’), lumm Adj. ‘schlaff, weich, matt, träge’ (16. Jh.), mit affektischer Vokalkürzung hervorgegangen aus mhd. lüemen ‘erschlaffen, ermatten’, mhd. lüeme, (md.) lūme Adj. ‘matt, sanft, mild’, das ablautend zu ↗lahm (s. d.) steht. Hierzu (den alten langen Stammvokal bewahrend) auch obsächs. Lūmich m. ‘übler, liederlicher, heimtückischer Kerl, Taugenichts’. lümmeln Vb. ‘flegelhaft herumstehen, in nachlässiger Haltung sitzen’, älter auch ‘sich lümmelhaft betragen’ (17. Jh.). Lümmelei f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flegeln  ugs. · ↗fläzen  ugs. · lümmeln  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anklagebank Bett Couch Ersatzbank Fauteuil Fernseher Gras Jeans Kissen Ledersessel Liegestühl Lounge Matratze Polster Polstern Rasen Sessel Sofa Stuhl Terrasse Theke breitbeinig gelangweilt gemütlich herum herumlümmeln hinlümmeln hinten lässig rumlümmeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lümmeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort nämlich lümmelten zwei junge Männer mitsamt Hund auf den Sitzen.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.1999
Und wenn wir es uns daheim bequem machen dürfen, so sollen wir trotzdem nicht lümmeln.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3092
Man lümmelt nicht, beim Sitzen ruhen die Beine parallel, nicht gekreuzt.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 45
Oma und Enkel lümmeln sich gemeinsam auf dem Sofa und schauen den Herren zu.
Die Zeit, 13.02.2011 (online)
Er lümmelte abgewendet auf dem Tische und kaute an den Fingerknöcheln.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 19
Zitationshilfe
„lümmeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lümmeln>, abgerufen am 23.09.2019.

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