laben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungla-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›laben‹ als Erstglied: ↗Labeflasche · ↗Labetrank · ↗Labetrunk · ↗labsam
 ·  mit ›laben‹ als Letztglied: ↗ungelabt
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben sich, jmdn. erquicken
sich an, mit etw. laben
Beispiele:
sie labte sich an Kaffee und Kuchen
wir ruhten etwas aus, um uns mit einer Erfrischung zu laben
wenn er jetzt da für eine kurze Weile ... verschwinde, so nicht, um sich zu laben [H. KantAula279]
jmdn. mit etw. laben
Beispiele:
Als sie das arme Weib mit Wasser gelabt hatten [Rosegger12,208]
Kaum hatte ich ihn [vom Galgen] abgeknöpft und gelabt [BrodTycho Brahe110]
etw. labt jmdn., etw.
Beispiele:
das Grün der Wiesen labt das Auge
Meiner Zigarre sah er ... mich angelegentlicher zusprechen als der Bacchusgabe, die ihn labte [Th. Mann11,553]
oft im Part. Präs.
Beispiele:
ein labender Trunk
eine labende Kühle
Die Luft war lind und labend [HeineWintermärchen2,471]
übertragen
Beispiel:
Labt sich die liebe Sonne nicht, / Der Mond sich nicht im Meer? [GoetheFischer]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laben · Labe · Labsal · Labung
laben Vb. ‘erfrischen, erquicken’, ahd. labōn ‘waschen, erquicken, erfrischen’ (9. Jh.), mhd. laben ‘waschen, mit Wasser benetzen, erquicken, (das Vieh) tränken’, asächs. laƀon, nl. laven, aengl. lafian ‘waschen, baden’ ist nur westgerm. nachzuweisen und wohl frühe Entlehnung aus lat. lavāre ‘(sich) waschen, baden’ (s. ↗Lauge). Die Annahme eines Bedeutungswandels von ‘(sich) waschen’ zu ‘erfrischen, erquicken’ liegt nahe und findet eine Stütze in gelegentlichen älteren Verwendungen wie ‘durch Waschen, Benetzen mit Wasser erfrischen’. Im Nhd. setzt sich der Begriff des (Sich-)Erquickens durch Speisen, frische Getränke (vgl. Labetrunk), Aufenthalt in kühler, schattiger Umgebung durch. Labe f. ‘Erfrischung, labendes Getränk’, ahd. laba (9. Jh.), mhd. labe; bereits ahd. in mannigfacher Verwendung, auch im Sinne von ‘Hilfe, Heil’, dann auf Erquickungsmittel für Körper und Geist bezogen. In neuerer Zeit als dichterisch empfunden und weniger gebräuchlich als die Abstrakta Labsal n. (auch f.) ‘Erquickung, was zur Erquickung dient’, mhd. labesal, und Labung f. ahd. labunga (9. Jh.), mhd. labunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
auffrischen · ↗beleben · laben
Synonymgruppe
erfrischen · ↗erquicken · laben
Synonymgruppe
(sich) laben (an) · (sich) stärken (an)  ●  ↗(einer Sache) zusprechen  geh. · ↗(sich) erquicken  geh. · (sich) gütlich tun (an)  geh.
Assoziationen
Zitationshilfe
„laben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/laben>, abgerufen am 26.05.2019.

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