labil

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungla-bil (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›labil‹ als Erstglied: ↗labilisieren  ·  mit ›labil‹ als Grundform: ↗Labilität
eWDG, 1969

Bedeutung

schwankend
a)
leicht veränderlich
Gegenwort zu stabil
Beispiele:
die politische Situation ist labil
das Verhältnis zwischen Eltern und Kind war labil
die Pulsfrequenz ist labil
die Welt steht im Begriff, aus einem stabilen in einen labilen Zustand überzuwechseln [WeiskopfAbschied v. Frieden1,125]
b)
leicht beeinflussbar
Beispiele:
ein labiler Mensch
er hat einen labilen Charakter
sie ist nervös und hat eine labile Gesundheit (= ist anfällig)
jmd. hat eine labile Konstitution, einen labilen Organismus
c)
Physik leicht das Gleichgewicht verlierend
Beispiele:
ein labiles Boot
ein labiles (= unsicheres) Gleichgewicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

labil · Labilität
labil Adj. ‘schwankend, leicht veränderlich, leicht beeinflußbar’, im 19. Jh. aus spätlat. lābilis ‘leicht (dahin)gleitend’ entlehnt, einer Ableitung von lat. lābī ‘hin-, herabgleiten, sinken’ (verwandt mit ↗schlafen, s. d.). Zu vergleichen ist das seit dem 14. Jh. nachzuweisende und ebenfalls aus dem Lat. stammende frz. labile. Als Antonym zu stabil wird labil insbesondere in zahlreichen Verbindungen geläufig, vgl. labiles Gleichgewicht, labile Gesundheit, labile Lage. Labilität f. ‘Schwanken, Anfälligkeit’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anfällig · ↗instabil · labil · ↗launenhaft · ↗launisch · nicht stabil · ↗ruhelos · ↗unbeständig · unkonstant · ↗unsicher · ↗unstet · ↗wandelbar · ↗wechselhaft  ●  durch den Wind (sein)  ugs.
Assoziationen
  • Auf und Ab der Gefühle · Wechselbad der Gefühle · emotionale Achterbahn(fahrt) (journal.)  ●  Achterbahn(fahrt) der Gefühle  fig.
  • angespannt · aufgeregt · ↗nervös · überreizt
Synonymgruppe
brüchig · ↗gebrechlich · ↗hinfällig · ↗kraftlos · ↗kränklich · labil · ↗mürbe · ↗schlapp · ↗schwach · ↗schwächlich
Assoziationen
Synonymgruppe
labil · ↗prekär
Synonymgruppe
anfällig · kränkelnd · ↗kränklich · labil · ↗schwächlich
Assoziationen
  • angeschlagen · nicht standfest · ↗taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balance Börsenlage Börsenphase Börsenverfassung Gebilde Gefüge Gesundheitszustand Gleichgewicht Gleichgewichtslage Gleichgewichtszustand Konjunktur Konjunkturlage Konjunktursituation Konstitution Marktlage Marktverfassung Psyche Selbstwertgefühl Sicherheitslage Staatsgebilde Stimmungslage Weltkonjunktur Wirtschaftslage hochgradig höchst nervlich ohnedies ohnehin psychisch äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›labil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Tat ist die Lage labil, das Risiko eines noch stärkeren Abgleitens latent.
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001
Doch sicher ist das nicht, angesichts der immer noch sehr labilen Lagen auf den Ölmärkten.
Die Welt, 17.10.2000
Kai war viel zu labil für so eine stabile Institution.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 198
So ist der Besitz in seiner ursprünglichen Form vielmehr labil als stabil.
Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071
Es sind nun aber alle physiognomischen Erlebnisse labil und eigentlich ebenso unbeweisbar wie unwiderlegbar.
Wellek, Albert: Ausdruck. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 3962
Zitationshilfe
„labil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/labil>, abgerufen am 23.07.2019.

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