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labil

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung la-bil (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›labil‹ als Erstglied: labilisieren  ·  mit ›labil‹ als Grundform: Labilität
Herkunft zu lābilisspätlat ‘leicht (dahin)gleitend’ < lābīlat ‘hin-, herabgleiten, sinken’, vgl. labilefrz ‘labil’
eWDG

Bedeutung

schwankend
a)
leicht veränderlich
in gegensätzlicher Bedeutung zu stabil
Beispiele:
die politische Situation ist labil
das Verhältnis zwischen Eltern und Kind war labil
die Pulsfrequenz ist labil
die Welt steht im Begriff, aus einem stabilen in einen labilen Zustand überzuwechseln [ WeiskopfAbschied v. Frieden1,125]
b)
leicht beeinflussbar
Beispiele:
ein labiler Mensch
er hat einen labilen Charakter
sie ist nervös und hat eine labile Gesundheit (= ist anfällig)
jmd. hat eine labile Konstitution, einen labilen Organismus
c)
Physik leicht das Gleichgewicht verlierend
Beispiele:
ein labiles Boot
ein labiles (= unsicheres) Gleichgewicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

labil · Labilität
labil Adj. ‘schwankend, leicht veränderlich, leicht beeinflußbar’, im 19. Jh. aus spätlat. lābilis ‘leicht (dahin)gleitend’ entlehnt, einer Ableitung von lat. lābī ‘hin-, herabgleiten, sinken’ (verwandt mit schlafen, s. d.). Zu vergleichen ist das seit dem 14. Jh. nachzuweisende und ebenfalls aus dem Lat. stammende frz. labile. Als Antonym zu stabil wird labil insbesondere in zahlreichen Verbindungen geläufig, vgl. labiles Gleichgewicht, labile Gesundheit, labile Lage. – Labilität f. ‘Schwanken, Anfälligkeit’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dynamisch · instabil · labil · nicht stabil · unbeständig · unstet · wechselhaft
Assoziationen
Synonymgruppe
gebrechlich · hinfällig · kraftlos · kränkelnd · kränklich · labil · mürbe · schwach · schwächlich
Assoziationen
Synonymgruppe
labil · ohne Gewissheit · schwankend · unbeständig · ungewiss · unzuverlässig · wankend · wechselhaft
Synonymgruppe
labil · prekär
Assoziationen
  • angeschlagen · nicht standfest · taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt ugs.

Typische Verbindungen zu ›labil‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›labil‹.

Verwendungsbeispiele für ›labil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kai war viel zu labil für so eine stabile Institution. [Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 198]
So ist der Besitz in seiner ursprünglichen Form vielmehr labil als stabil. [Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071]
Trotz dieser Erfolge empfanden die meisten Kommunisten die Lage als labil. [Die Zeit, 01.12.2008, Nr. 48]
Ich war schlaksig, absolut penetrant, zugleich unzuverlässig, labil, völlig unbrauchbar für das praktische Leben. [Die Zeit, 10.10.2005, Nr. 41]
Seine Ehe mit einer labilen jungen Frau, um die er sich viel kümmern musste, verlief nicht glücklich. [Die Zeit, 24.11.2004, Nr. 48]
Zitationshilfe
„labil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/labil>.

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