lahmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglah-men
eWDG, 1969

Bedeutung

lahm gehen, hinken
Beispiele:
das Pferd lahmt
er lahmt auf einem Bein
[Christian] ging, indem er sich auf die Möbelstücke stützte, die an seinem Weg standen, lahmend zur Tür hinaus [Th. MannBuddenbrooks1,583]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lahm · lahmen · lähmen · Lähmung
lahm Adj. ‘bewegungsuntüchtig, behindert, matt, langweilig’, ahd. lam ‘lahm, gelähmt, abgestumpft’ (8. Jh.), asächs. mhd. mnd. mnl. nl. lam, aengl. lama, engl. lame, anord. lami ‘lahm, verkrüppelt’, schwed. lam. Das germ. (im Got. allerdings nicht bezeugte) Adj. führt zusammen mit einer baltoslaw. Wortgruppe aslaw. lomiti, russ. lomít’ (ломать) ‘brechen’, lit. lamìnti ‘zerknüllen, zerknittern, zureiten’, russ. lom (лом) ‘Bruch, Bruchstück’, lomóta (ломота) ‘Gliederreißen’ auf die Wurzel ie. *lem- ‘zerbrechen, zerbrochen’, an die vielleicht auch das Adverb griech. nōlemés (νωλεμές) ‘rastlos, unablässig, unaufhörlich, fest’ anzuschließen ist, falls es als eigentlich ‘nicht zusammenbrechend’, mit seltenem verneinendem n(e)-, ν(ε)- zu einem Substantiv *ólemos (ὄλεμος) gebildet, zu erklären ist. Im Ablautverhältnis zu lahm stehen innerhalb des Germ. mhd. (dehnstufig) lüemen ‘erschlaffen, ermatten’, nhd. (mundartlich) lumm ‘schlaff, matt’, wozu ↗Lümmel (s. d.) gehört. Ausgangsbedeutung im Dt. ist ‘gliederschwach’; lahm wird vor allem auf funktionsschwache, kraftlose Füße und Beine, dann auf Menschen und Tiere mit entsprechenden Gliedmaßen bezogen, auch auf Äußerungen und Handlungen übertragen, vgl. lahme Ausrede, lahmer Protest, Vortrag. lahmen Vb. ‘hinkend gehen, lahm sein’, mhd. (selten) lamen ‘lahm sein oder werden’, geläufig erst seit dem 18. Jh. lähmen Vb. ‘lahm machen, lahmlegen’, ahd. lemmen (9. Jh.), mhd. lemen, asächs. lemmian, aengl. lemian, anord. lemja ‘lahm schlagen’, Faktitivum (‘lahm machen’) zum oben genannten Adj. Lähmung f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Bein nachziehen · ↗hinken · ↗humpeln · lahmen  ●  ↗hatschen  ugs. · ↗watscheln  ugs.
Assoziationen
  • verletztes Bein  ●  ↗Hinkebein  ugs. · kaputtes Bein  ugs.
  • Hinkebein · steifes Bein
  • einwärtsgehen · mit einwärtsgerichteten Füßen gehen  ●  ↗onkeln  ugs. · über den Onkel gehen  ugs.
Synonymgruppe
(die) Kraft verlieren · Ermüdungserscheinungen zeigen · ↗erlahmen · lahmen · müde werden · ↗nachlassen · schlechter werden · schwächer werden · sich verschlechtern  ●  ↗schwächeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absatz Autokonjunktur Baukonjunktur Binnenkonjunktur Binnennachfrage Binnenwirtschaft Export Flügel Hengst Inland Inlandsnachfrage Konjunktur Konsum Nachfrage Pferd Tiger Tourismus Volkswirtschaft Vorderbein Wachstum Wallach Weltkonjunktur Weltwirtschaft Wirtschaft Wirtschaftswachstum Zugpferd nach vor weiter weiterhin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lahmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lahm: Im vergangenen Jahr musste ich etwa zehn Mal zur Kontrolle.
Die Zeit, 09.03.2009, Nr. 10
Wir sind aber nicht gut drauf, und deshalb lahmt die Wirtschaft.
Bild, 17.07.2001
Nach kurzem Zaudern - hundert Bedenken versuchten meine Hände zu lahmen - zog ich sie auf meine Knie.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 170
Diese Differenzen lahmten die Tätigkeit des Konzils das ganze Jahr 1546 über.
Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1401
Das tiefe Erstaunen über die plötzliche Wiederkehr des so lange verschollenen Freundes schien ihn zu lahmen.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Zitationshilfe
„lahmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lahmen>, abgerufen am 18.11.2019.

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