lallen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglal-len (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

unartikuliert, in unvollständigen Wörtern sprechen, stammeln
Beispiele:
das Kind lallt
der Betrunkene konnte nur noch lallen
Sie lallt unverständliche Laute [SchallückWenn man aufhören könnte24]
[er] lallte wie ein Verzückter seine Gebete vor sich hin [EulenbergSonderbare Geschichten42]
Da schrie er, so laut seine lallende Zung es noch vermochte [StormAquis submersus3,243]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lallen Vb. ‘undeutlich, mit ungelenker Zunge sprechen, stammeln’, ahd. lalōn (um 900), mhd. lallen, lellen läßt sich mit gleichbed. schwed. lalla, dän. lalle (isl. lalla ‘bummeln, trödeln, schlendern’), aind. lalallā̌ ‘das Lallen, Lallaut’, lit. lalė́ti ‘laut schwatzen’, lalúoti ‘lallen’, lat. lallāre ‘in den Schlaf singen’, griech. lalé͞in (λαλεῖν) ‘schwatzen’, lálos (λάλος) ‘geschwätzig’, russ. lála (лала) ‘Schwätzer’ verbinden, so daß lautmalendes, kindersprachliches ie. *lal(l)(ā̌)- als Reduplikation einer Schallwurzel ie. *lā- (s. ↗Lamento) angesetzt werden darf. Doch können die zahlreichen Wörter in den ie. Sprachen auch unabhängig voneinander schallnachahmend gebildet sein. Verwandtschaft besteht sicher auch mit ↗lullen (s. d.). lallen bezeichnet das unartikulierte Sprechen von Kindern, Betrunkenen und Sprachbehinderten.

Thesaurus

Synonymgruppe
geifern · lallen  ●  ↗sabbeln  ugs., norddeutsch · ↗sabbern  ugs. · ↗schlabbern  ugs. · ↗seibern  ugs. · ↗trenzen  ugs., österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Laute produzieren · ↗babbeln · ↗brabbeln · lallen · ↗plappern · unartikuliert sprechen  ●  kanonisches Lallen  fachspr.
Oberbegriffe
  • lallen · mit schwerer Zunge sprechen · unartikuliert sprechen · undeutlich sprechen  ●  ↗nuscheln  ugs.
  • reden · ↗sagen · ↗sprechen
Synonymgruppe
lallen · mit schwerer Zunge sprechen · unartikuliert sprechen · undeutlich sprechen  ●  ↗nuscheln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • brummeln · ↗murmeln · ↗nuscheln  ●  (sich etwas) in den Bart murmeln  ugs. · (sich) etwas in den Bart brummeln  ugs.
  • Laute produzieren · ↗babbeln · ↗brabbeln · lallen · ↗plappern · unartikuliert sprechen  ●  kanonisches Lallen  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrunkener Lied Zunge an brüllen hin hinlallen kichern lachen riechen sabbern schreien schwanken stammeln stöhnen torkeln zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hätte nach dem dritten Glas gelallt, doch der Übersetzer wirkte kein bisschen betrunken, nicht mal beschwipst.
Süddeutsche Zeitung, 01.10.2004
Bislang fange ich nach dem ersten Bier an zu lallen.
Die Zeit, 08.09.2004, Nr. 37
Er wirkt dabei aber ziemlich nüchtern, lallt kein bißchen und redet in ordentlichen Sätzen.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 423
Der Mann begann schließlich prahlend zu lallen und mich und den Wirt zum Mittrinken aufzufordern.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 54
Wer möchte nicht vor bunten Bildern träumen und Gebete lallen?
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 65
Zitationshilfe
„lallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lallen>, abgerufen am 20.10.2018.

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