landen

GrammatikVerb · landete, ist/hat gelandet
Aussprache
Worttrennunglan-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›landen‹ als Erstglied: ↗Landebahn · ↗Landeerlaubnis · ↗Landefahrzeug · ↗Landefähre · ↗Landeklappe · ↗Landekreuz · ↗Landemanöver · ↗Landemodul · ↗Landepiste · ↗Landeplatz · ↗Lander · ↗Landestreifen · ↗Landetreppe
 ·  mit ›landen‹ als Letztglied: ↗anlanden · ↗luftlanden · ↗notlanden · ↗zwischenlanden
 ·  mit ›landen‹ als Binnenglied: ↗Fallschirmlandetruppe · ↗Luftlandedivision · ↗Luftlandetruppe · ↗Start-und-Lande-Bahn
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
mit einem Luftfahrzeug auf den Erdboden aufsetzen
Beispiele:
das Flugzeug, die Maschine ist soeben pünktlich gelandet
die Chartermaschine landete um 17 Uhr in Prag
der Pilot ist glücklich, unverletzt gelandet
die Landefähre ist weich auf dem Mond gelandet
der Fallschirmspringer landete nur einen Meter neben der vorausberechneten Stelle
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
mit einem Wasserfahrzeug ans Ufer, an Land gelangen
Beispiele:
mit einem Rettungsboot an der Küste, auf einer Insel landen
Wir landen in Granchester, ziehen den Kahn auf die Böschung [UnruhNike371]
übertragen
Beispiel:
scherzhaft im Hafen der Ehe landen (= heiraten)
salopp bei jmdm. nicht landen könnenbei jmdm. keinen Anklang finden
Beispiele:
er setzt der Schönen nach, kann aber bei ihr nicht landen
damit, mit seinen Schmeicheleien kann er bei mir nicht landen!
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
Fische fangen und an Land bringen
Beispiele:
einen Fisch (ans Ufer) landen
der gelandete Fisch muss schnell verarbeitet werden
[daß] einer seiner Söhne einen Hecht von achtundzwanzig Pfund gelandet hat [S. LenzBrot117]
Menschen, Kriegsmaterial mit einem Wasserfahrzeug an Land bringen
Beispiele:
der Gegner hat mit Landungsbooten Truppen gelandet
der Transporter hat Nachschub gelandet
trotz des hohen Seegangs wurden alle Passagiere glücklich gelandet
4.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich an eine Stelle geraten
Beispiele:
der Fahrer landete mit seinem Wagen im Straßengraben
wir hatten uns verlaufen und landeten schließlich in einer ganz fremden Gegend
in einer Kneipe, im Krankenhaus, Gefängnis landen
hier wären wir nun glücklich gelandet (= sind wir am Ziel)
die Eingabe ist bei der zuständigen Abteilung, im Papierkorb gelandet
5.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp etw. zuwege bringen, erfolgreich durchführen
Beispiele:
er landete einen linken Haken, eine linke Gerade am Kopf, Kinn seines Gegners
einen Treffer, Sieg, großen Coup landen
er versuchte, einen Blick zu landen
eine Pointe, einen Witz landen (= mit Erfolg zu Gehör bringen)
landete ich ein paar Sätze, die Alissa beweisen sollten, daß wir ganz und gar eines Sinnes seien [M. WalserHalbzeit253]
[er] landete zuletzt einen Pumpversuch [BöllZug204]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Land · landen · Landung · ländlich · Ländler · Länderei · Landschaft · landschaftlich · Landser · Landenge · Landkarte · Landregen · Landsknecht · Landjäger · Landstreicher · Landstörzer · Landtag · Landsturm · Landwehr · Landwirt · Landwirtschaft · Ausland · Ausländer · ausländisch · Inland · Inländer · inländisch
Land n. ‘Festland (Gegensatz Wasser), Erdboden, Grundstück, dörfliche Gegend (Gegensatz Stadt), durch Grenzen abgeteiltes Gebiet, Staat’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lant, asächs. aengl. nl. engl. anord. schwed. got. land (germ. *landa-) ist verwandt mit ablautendem schwed. linda ‘Brachland’ und wohl auch anord. lundr ‘Hain, Baum’ (eigentlich ‘freier Platz, eingefriedetes Land’), schwed. lund ‘Hain, Wald’. Im Vergleich mit air. land ‘freier Platz’, korn. lan, bret. lann, gall. *landa (woraus frz. lande) ‘Heide, Steppe’, apreuß. lindan (Akkusativ Sing.) ‘Tal’, aruss. ljadina ‘Unkraut, Gestrüpp’, russ. (landschaftlich) ljáda (ляда) ‘mit jungem Holz bewachsenes Feld, Neubruch, Rodeland, Bruch, Sumpflache’ läßt sich ie. *lendh- ‘freies Land, Heide, Steppe’ erschließen. Der Plural mhd. diu lant wird im Frühnhd. (in Anlehnung an die neutralen s-Stämme, s. ↗Kalb) durch Länder ersetzt. Daneben begegnet (seit 15. Jh.) die Lande, so noch in festen Fügungen wie aus fernen Landen ‘Ländern’; vgl. auch die Niederlande. landen Vb. (vom Wasser her) ‘am (Fest)land ankommen, anlegen’, (aus der Luft) ‘auf dem Boden niedergehen, aufsetzen’, übertragen ‘am Ziel ankommen’, aus der Seemannssprache, mnd. mnl. nl. landen, engl. to land, älteres hd. länden ablösend (17. Jh.), vgl. ahd. lenten (8. Jh.), mhd. lenden, lenten ‘an Land bringen, landen, ans Ziel bringen, beenden’. Landung f. ‘das Ankommen, Anlegen an Land’ (Anfang 18. Jh.), danach auch von Flugzeugen ‘das Niedergehen, Aufsetzen auf dem Boden’. ländlich Adj. ‘dem Land angemessen’ (16. Jh.), lantlich (15. Jh.); auch (im Gegensatz zu städtisch) ‘dörflich’ (18. Jh.). Ländler m. Volkstanz im Dreivierteltakt (Ende 18. Jh.), aus dem Landl (Österreich ob der Enns) stammend. Länderei f. ‘zusammenhängendes, wirtschaftlich nutzbares Gebiet’ (16. Jh.), meist im Plural Ländereien. Landschaft f. ‘geographisch zusammenhängendes Gebiet mit einem bestimmten Charakter, mit bestimmten Eigenschaften’, ahd. lantscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000), mhd. lantschaft ‘Landschaft, Land’, auch ‘Einwohnerschaft des Landes, die versammelten Stände eines Landes’; in der Malerei ‘Darstellung einer Landschaft’ (Anfang 16. Jh.). landschaftlich Adj. ‘der Landschaft angehörend’, auch ‘zur Sprache eines bestimmten Gebiets gehörend’ (18. Jh.). Landser m. ‘einfacher Soldat’ (ausgehendes 19. Jh., im zweiten Weltkrieg als Selbstbezeichnung der Soldaten allgemein geläufig), unter sächsischen Soldaten als Anrede im Sinne von ‘Landsmann’ entstanden, vgl. Küpper Wb. d. dt. Umgangsspr. 4 (1966) 142. Landenge f. ‘schmaler Landstreifen zwischen zwei Meeren, der zwei größere Festlandsmassen miteinander verbindet’ (18. Jh.), älter Erdenenge (Ende 17. Jh.), gebildet nach voraufgehendem ↗Meerenge (s. d.). Landkarte f. ‘Atlas, kartographische Darstellung (eines Ausschnitts) der Erdoberfläche’ (2. Hälfte 17. Jh.). Landregen m. ‘lang anhaltender, sich über große Gebiete ergießender Regen’ (15. Jh.). Landsknecht m. ‘in den kaiserlichen Ländern, nicht im Ausland angeworbener Söldner für die Fußtruppe’, zuerst im Zuge der Neugestaltung des Heeres unter Maximilian I. (15. Jh.); durch volksetymologische Anlehnung an ↗Lanze (s. d.) häufig auch Lanzknecht (um 1500). Landjäger m. ‘Landpolizist, Gendarm’ (18. Jh.); auch (schweiz. südwestd.) ‘harte Dauerwurst’ (Benennungsmotiv ungeklärt). Landstreicher m. ‘Vagabund’ (15. Jh.), zu ↗streichen (s. d.) im Sinne von ‘herumstreifen, herumwandern’. Landstörzer m. ‘Landstreicher, Vagabund’ (17. Jh.), mhd. sterzer, sterzel ‘Vagabund, Bettler’, zu mhd. sterzen ‘müßig umherschweifen, wandern’, starzen ‘aufrecht gehen, stolzieren’; wohl zu ↗starren ‘steif sein, aufrecht stehen’ (s. d.) gehörig. Landtag m. ‘politische (ursprünglich auch gerichtliche) Körperschaft, die die Interessen eines Landes vertritt, Versammlung der Stände eines Landes’, eigentlich ‘Tag, an dem die Vertreter eines Landes zu gerichtlicher und politischer Tätigkeit zusammenkommen’, mhd. lanttac ‘Versammlung zum Landgericht’. Landsturm m. ‘letztes Aufgebot aller wehrfähigen Männer’ (17. Jh.); eigentlich ‘Sturmgeläut im ganzen Land bei (Kriegs)gefahr’ (schweiz., um 1500). Landwehr f. ‘Gesamtheit aller zur Landesverteidigung bestimmten Kräfte’, neu belebt in den Befreiungskriegen nach mhd. lantwer ‘Landesverteidigung, die Verteidiger des Landes, Befestigung an der Landesgrenze, die rings um die Stadt gezogenen Gräben und Schranken’ (s. ↗Wehr f.). Landwirt m. ‘Leiter eines bäuerlichen Betriebes, ausgebildeter Agronom’, zuerst ‘Gastwirt auf dem Lande’ (17. Jh.). Landwirtschaft f. ‘Bauernhof, planmäßiger Betrieb von Ackerbau und Viehzucht’ (18. Jh.). Ausland n. ‘das nicht zum eigenen Land gehörige Gebiet, fremdes Land’ (17. Jh.), rückgebildet aus Ausländer m. ‘Fremder, aus einem anderen Land Stammender’, mhd. ūʒlender, und ausländisch Adj. ‘fremd, dem Ausland angehörend’, mhd. ūʒlendisch (beide 14. Jh.); doch vgl. mhd. ūʒlant ‘außerhalb der Gemarkung gelegenes Gut’, mnd. ūtlant ‘Land außerhalb des Deiches’, ahd. ūʒlenti n. ‘Strand’ (9. Jh.). Inland n. ‘das Innere eines Landes, das Staatsgebiet innerhalb seiner Grenzen’ (19. Jh.); vgl. mhd. inlende n. ‘Heimat, Herberge, Quartier’. Inländer m. spätmhd. inlender, Gegenwort zu Ausländer. inländisch Adj. (Anfang 16. Jh.); vgl. mhd. inlendic ‘im Lande, zu Hause’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufsetzen · ↗herabfliegen · landen  ●  ↗einschweben  ugs.
Synonymgruppe
(irgendwo) stranden  fig. · ↗(jemanden an einen Ort) verschlagen  Hauptform · hingekommen sein  ugs. · landen  ugs., fig. · ↗unterkommen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
im Landeanflug (sein) · landen · zur Landung ansetzen  ●  ↗runtergehen  ugs.
Synonymgruppe
Erfolg haben (bei) · auf Gegenliebe stoßen (bei) · erfolgreich sein (bei)  ●  landen (können) (bei)  ugs., Hauptform, fig.
Assoziationen
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · (jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Resonanz stoßen (bei) · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
Synonymgruppe
(irgendwohin) befördert werden · ↗(irgendwohin) geraten · (irgendwohin) gesteckt werden · (irgendwohin) geworfen werden · ↗(irgendwohin) kommen · (irgendwohin) sortiert werden  ●  (irgendwo) landen  ugs. · ↗(irgendwohin) wandern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball Coup Flughafen Flugzeug Gefängnis Hit Hubschrauber Knast Maschine Meter Mond Müll Papierkorb Pilot Platz Rang Schreibtisch Treffer Uhr Volltreffer abgeschlagen anlanden dort gestern irgendwann schließlich spät starten vorne wieder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›landen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er selbst landete mehrere Meter weiter unten in der Böschung.
Die Zeit, 16.07.2006, Nr. 29
Gegen zwölf Uhr nachts fuhren wir weiter, und nach zehn Minuten waren wir in einer kleinen Station gelandet.
Der Spiegel, 12.09.1988
Nach einem Flug von dreißig Stunden landeten wir endlich in Lima.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 207
Zuletzt landet das Kind doch wieder im Heim - so wie sie früher.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 81
Jedenfalls landete er im Walde auf dem Rücken; das stand fest.
Lochner, Rudolf: Gulle, Rammkeil und Muck. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 212
Zitationshilfe
„landen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/landen>, abgerufen am 19.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Landemodul
Landemanöver
Landekreuz
Landekopf
Landeklappe
Landenge
Landepiste
Landeplatz
Lander
Länderbasis