lang
GrammatikAdjektiv · Komparativ: länger · Superlativ: am längsten
Aussprache
Wortbildung mit ›lang‹ als Erstglied: ↗Langbein · ↗Langeweile · ↗Langezeit · ↗Langfinger · ↗Langhaus · ↗Langholz · ↗Langkopf · ↗Langlauf · ↗Langmut · ↗Langohr · ↗Langpass · ↗Langschiff · ↗Langschläfer · ↗Langschrift · ↗Langschädel · ↗Langschäfter · ↗Langseite · ↗Langstrecke · ↗Langweile · ↗Langwelle · ↗Langzeit-EKG · ↗Langzeitarbeitslose · ↗Langzeitarbeitslosigkeit · ↗Langzeitarchivierung · ↗Langzeitauto · ↗Langzeitbehandlung · ↗Langzeitfolge · ↗Langzeitgedächtnis · ↗Langzeitkranke · ↗Langzeitprognose · ↗Langzeitprogramm · ↗Langzeitstudent · ↗Langzeitstudie · ↗Langzeittherapie · ↗Langzeituntersuchung · ↗Langzeiturlaub · ↗Langzeitwirkung · ↗Langzeitökonomie · ↗langanhaltend · ↗langarmig · ↗langausgestreckt · ↗langbebändert · ↗langbehaart · ↗langbehost · ↗langbeinig · ↗langbestiefelt · ↗langbewimpert · ↗langbezopft · ↗langbärtig · ↗langeingesessen · ↗langentbehrt · ↗langfaserig · ↗langfasrig · ↗langfingerig · ↗langfingrig · ↗langflügelig · ↗langflüglig · ↗langfristig · ↗langgehegt · ↗langgestielt · ↗langgestreckt · ↗langgewohnt · ↗langgezogen · ↗langhaarig · ↗langhallend · ↗langhin · ↗langjährig · ↗langlegen · ↗langliegen · ↗langmachen · ↗langohrig · ↗langwierig · ↗langziehen · ↗langärmelig · ↗langärmlig · ↗längerfristig
 ·  mit ›lang‹ als Letztglied: ↗Zeitlang · ↗abendelang · ↗armlang · ↗baumlang · ↗bislang · ↗dreiviertellang · ↗ellenlang · ↗extralang · ↗fingerlang · ↗halblang · ↗hüftlang · ↗jahrelang · ↗jahrzehntelang · ↗kilometerlang · ↗knielang · ↗lebenslang · ↗längelang · ↗meterlang · ↗minutenlang · ↗naselang · ↗nasenlang · ↗nächtelang · ↗schrittlang · ↗sekundenlang · ↗spannlang · ↗stundenlang · ↗tagelang · ↗wochenlang · ↗überlang
 ·  Ableitungen von ›lang‹: ↗entlang · ↗längen
eWDG, 1969

Bedeutung

siehe auch lange
I.
räumlich
bezeichnet die größte Ausdehnung eines Gegenstandes, einer Fläche in einer Richtung
1.
einer Maßangabe nachgestellt
Gegenwort zu breit
Beispiele:
das Zimmer ist vier Meter lang und drei Meter breit
der Fluss ist 150 Kilometer lang
das Band ist nur 80 Zentimeter lang
dieses Brett ist drei Zentimeter länger als das andere
ein 200 Meter langer Zug
2.
ohne Maßangabe
von großer Ausdehnung in einer Richtung
Gegenwort zu kurz
Beispiele:
lange Arme, Beine, Haare
einen langen Hals haben
eine lange Straße, Strecke, Reihe
ein langer Faden
lange Strümpfe, Hosen
ein langes Abendkleid, Nachthemd
der Rock ist zu lang
den Mantel länger machen lassen
dieses Messer, Brett ist am längsten
es ist die längste Brücke der Welt
einen langen Brief schreiben
der Hund hat ein langes, seidiges Fell
er hat jeden Tag einen langen Anmarschweg
(der Länge) lang (= seiner ganzen Länge nach) hinfallen, hinschlagen
waagerecht, seiner Länge nach
Beispiele:
sich lang ausstrecken
lang ausgestreckt liegen
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich einen langen Hals machen (= neugierige Blicke werfen)
umgangssprachlich ein langes Gesicht machen (= enttäuscht aussehen)
umgangssprachlich jmdm. eine lange Nase machen (= jmdn. verhöhnen)
salopp lange Finger machen (= stehlen)
mit langer Nase abziehen (= unverrichteterdinge und enttäuscht wieder gehen)
der Anschlag war von langer Hand (= sorgfältig) vorbereitet
eine lange Leitung habenbegriffsstutzig sein
Beispiel:
hast du aber eine lange Leitung!
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
etw. auf die lange Bank schieben (= etw. aufschieben)
auf lange Sicht planen
3.
umgangssprachlich groß, hoch im Wuchs
Beispiele:
ein langer Mann, Bursche, Junge
er ist hager und lang
salopp er ist ein langes Gestell, ein langer Lulatsch, eine lange Latte
salopp er ist so dumm wie er lang ist (= ist sehr dumm)
Hanno war schlankgliedrig und ziemlich lang für sein Alter [Th. MannBuddenbrooks1,433]
4.
Kochkunst mit Wasser gestreckt, dünnflüssig
Beispiele:
ein Gulasch mit langer Sauce
eine lange Suppe
II.
zeitlich
bezeichnet die Zeitdauer
1.
einer Zeitangabe nachgestellt
Beispiele:
er musste vier (geschlagene) Stunden lang warten
eine Sekunde, Minute lang zögerte er
einen Augenblick, Herzschlag lang glaubte er, dass ...
eine Ewigkeit, ein Leben, einen Sommer, Winter lang
übertragen
Beispiel:
salopp alle Nasen lang (= sehr oft, immer wieder) kam einer angelaufen
2.
ohne Zeitangabe
sich über eine relativ große Zeitspanne erstreckend
Gegenwort zu kurz
Beispiele:
sein langes Schweigen
ein langer Urlaub, Aufenthalt
die Tage, Nächte werden wieder länger
sie warf ihm einen langen, bedeutungsvollen Blick zu
ohne langes Besinnen stimmte er zu
er ist des langen Alleinseins müde
er ist nach längerer Krankheit verstorben
lang anhaltender Beifall
er muss für längere Zeit verreisen
vor langer Zeit hat sich hier folgendes zugetragen
jmdm. wird die Zeit lang (= jmd. wartet schon lange und wird ungeduldig)
das wird ein langer Abend, eine lange Nacht (= es wird wenig Schlaf geben)
acht lange (= nur langsam verstreichende) Jahre, Stunden haben wir gewartet
Was ist der langen Rede kurzer Sinn? [SchillerPiccolominiI 2]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich er hat den längsten Atem (= seine Kraft, Ausdauer reicht am weitesten)
er hat es lang und breit erzählt (= er hat es sehr ausführlich erzählt)
gehoben er hat es des Langen und Breiten erzählt (= er hat es sehr ausführlich erzählt)
über kurz oder lang, über lang oder kurz (= früher oder später)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lang · lange · längs · längst · unlängst · Länge · langen · anlangen · erlangen · verlangen · Verlangen · länglich · langsam · Langeweile · langweilen · langweilig · Langfinger · Langmut · langmütig · Langohr · langwierig
lang Adj. räumliche und zeitliche Erstreckung bezeichnend, ahd. lang ‘langgestreckt, lange dauernd, ausführlich’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lanc ‘lang, langsam’, asächs. nl. lang, aengl. lang, long, engl. long, anord. langr, schwed. lång, got. laggs wird zusammen mit gleichbed. lat. longus, mpers. drang, pers. dirang ‘lang’ auf ie. *(d)longho-, Adjektivbildung zu einer nasalierten Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *del- ‘lang’, zurückgeführt. Unnasaliert liegt die (ursprünglich zum Teil wohl zweisilbige) Gutturalerweiterung vor in aind. dīrgháḥ, griech. dolichós (δολιχός), aslaw. dlьgъ, russ. dólgij (долгий) ‘lang’, ebenso (mit d-Abfall) in lit. ìlgas, lett. ilgs und in got. tulgus ‘fest, standhaft’. Das erste Zeugnis des germ. Adjektivs zeigt der bei Tacitus in lat. Langobardī überlieferte Name der Langobarden, eigentl. ‘Langbärte’. Im Dt. bezeichnet lang sowohl die Erstreckung in einer Dimension, und zwar bei Körpern die der größten Ausdehnung (im Unterschied zu breit oder dick), als auch die Erstreckung in der Zeit. In festen Verbindungen, vgl. lange Finger machen ‘stehlen’, einen langen Hals machen ‘neugierig sein’, ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’. lange Adv. ‘lange Zeit, bei weitem’, ahd. lango ‘vor langer Zeit, längst’ (8. Jh.), mhd. lange, langen ‘seit langem, lange Zeit’. längs Präp. Adv. ‘an etw. entlang, der Länge nach’, mhd. langes, lenges Adv. ‘vor langer Zeit, der Länge nach’, mnd. langes, frühnhd. auch längst (mit hinzugetretenem t, s. unten) sind adverbiale Genitive Sing. des Adjektivs. Das Adverb ist in der Gegenwart kaum noch in Gebrauch (etw. längs schneiden, nordd. längs kommen); als Präp. wird längs seit dem 14. Jh. verwendet. längst Adv. ‘seit langer Zeit, schon lange, bei weitem’, frühnhd. längst, auch langest, leng(e)st. Ursprünglich identisch mit längs (s. oben), dessen adverbiale Verwendung im Sinne von ‘vor langer Zeit’ die durch sekundäres -t erweiterte Form übernimmt; entsprechend unlängst Adv. ‘vor nicht langer Zeit, vor kurzem’, mit unorganischem -t aus dem adverbiellen Genitiv frühnhd. unlang(e)s (15. Jh.), mnd. unlanges, mnl. onlanges. Länge f. ‘Ausdehnung in die Hauptrichtung, Dauer, Längengrad’, ahd. lengī (9. Jh.), mhd. lenge. Länge bezeichnet insbesondere die räumliche Erstreckung im Unterschied zu Höhe und Breite, auch die Körpergröße, und erscheint als Grundwort in Maßbezeichnungen wie Hauptes-, Pferde-, Schiffslänge. langen Vb. ‘ausstrecken, sich erstrecken, reichen, auskommen’, mhd. langen ‘lang werden oder machen, sich ausstrecken, um etw. zu erreichen, Verlangen haben’, ahd. langēn ‘Verlangen haben’ (9. Jh.). anlangen Vb. ‘ankommen’ (16. Jh.). erlangen Vb. ‘bekommen, gewinnen, erwerben, erreichen’, mhd. erlangen ‘sich sehnen, verlangen, erreichen’, auch (unpersönlich) ‘lang dünken, langweilen’. S. auch ↗gelangen, hinlangen. verlangen Vb. ‘nach etw. Sehnsucht haben, etw. begehren, fordern’, mhd. verlangen; Verlangen n. substantivierter Infinitiv, mhd. verlangen, auch ‘Verdruß, Kummer’. länglich Adj. ‘im Verhältnis zur Breite größere Länge aufweisend, ein wenig lang’, ahd. langlīh (9. Jh.), frühnhd. langelich, lengelich (15. Jh.), daneben frühnhd. langlecht, länglicht, mhd. lengeleht. langsam Adj. ‘zögernd, lange Zeit brauchend, träge’, ahd. (8./9. Jh.), asächs. langsam ‘lange dauernd’, aengl. langsum; s. ↗-sam. Daneben ahd. langseimi (10. Jh.), mhd. lancseim; das zweite Wortglied (ahd. -seimi) stellt sich zu mhd. seine ‘langsam, träge’, verwandt mit ↗seit, ↗Seite (s. d.), oder es gehört im Sinne von ‘langsam fließend, tröpfelnd’ zu dem unter ↗Seim (s. d.) behandelten Substantiv; die Bedeutung ‘zögernd, gemächlich, nach und nach’ wird von langsam übernommen. Langeweile f. ‘Gefühl des Nichtausgefülltseins, des Überdrusses, Mangel an Abwechslung’, mhd. lange wīle, Zusammenschreibung vereinzelt seit dem 14. Jh., fest im 17. Jh., doch noch bis zur Gegenwart mit Binnenflexion (aus Langerweile, der Langenweile begegnen); langweilen Vb. ‘Langeweile bereiten’, refl. ‘Langeweile haben’ (18. Jh.); langweilig Adj. ‘uninteressant’ (15. Jh.). Langfinger m. ‘Dieb’ (17. Jh.). Langmut f. ‘Geduld, Nachsicht’ (16. Jh.), Rückbildung (da sich ahd. langmuotī, 8. Jh., nicht fortsetzt) aus langmütig Adj. ‘geduldig’, ahd. langmuotīg (10./11. Jh.), mhd. lancmüetec, Weiterbildung des Adjektivs ahd. langmuot (8. Jh.), einer Übersetzung von gleichbed. kirchenlat. longanimis (zu lat. longus ‘lang’ und animus ‘Seele, Mut’). Langohr n. Name des Hasen (auch kleines Langohr) und des Esels (großes Langohr), wohl rotw. (16. Jh.); zu vergleichen ist die ähnliche Benennung des Hasen durch spätlat. aurītus (zu lat. auris ‘Ohr’), des Esels durch die zugehörige Deminutivform lat. aurītulus. Adjektivisches aurītus ‘(in auffälliger Weise) mit Ohren versehen’ dient zur Charakterisierung beider Tiere. langwierig Adj. ‘lange während, viel Zeit erfordernd, mühsam’, frühnhd. langwiric ‘lange dauernd, lange lebend’ (15. Jh.), Zusammensetzung mit dem Adjektiv ahd. wirīg ‘dauernd, dauerhaft’ (um 1000), mhd. wiric ‘dauerhaft’, zu ahd. werēn (s. ↗währen). Weit früher als das Adjektiv erscheint das Abstraktum ahd. langwirī̌gī ‘lange Dauer’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
lang · ↗weit
Unterbegriffe
Antonyme
  • lang
Synonymgruppe
(sehr) lang · ↗ellenlang
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(ein) Riese · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · lang  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitszeiten Atem Beine Geschichte Haare Laufzeiten Liste Marsch Nacht Pause Reihe Reise Schlangen Sicht Strecke Tradition Wartezeiten Weg Zeit Zeitraum Zögern arbeiten bleiben breit dauert kurz leben sehr warten Öffnungszeiten

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wieso kann sie sich das nicht mal eine Minute lang merken?
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 171
Aber da hat er, nach langem Hin und Her, abgesagt.
Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20
Die Frage wird so die Forschung voraussichtlich noch auf lange Zeit beschäftigen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 260
So blieben die Heere mehrere Tage lang unbeweglich in ihren Stellungen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23639
So ist denn auch am Tempel sieben, am Palast aber dreizehn Jahre lang gebaut worden 594.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 25721
Zitationshilfe
„lang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lang#1>, abgerufen am 22.01.2018.

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lang
GrammatikAdverb
Aussprache
Wortbildung mit ›lang‹ als Erstglied: ↗langrutschen
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
bezeichnet eine Bewegung in der Längsrichtung
Synonym zu entlang (Lesart I 1)
Beispiele:
wollen wir hier oder da lang?
»wohin gehst du?« »Hier lang«
ich muss auch da lang
präpositional, mit Akk.
Beispiel:
gehen Sie immer die Straße, diesen Weg lang!
2.
am Rande, neben
Synonym zu entlang (Lesart II)
Beispiel:
Hunderte von Menschen hatten sich an der Straße lang aufgestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lang · lange · längs · längst · unlängst · Länge · langen · anlangen · erlangen · verlangen · Verlangen · länglich · langsam · Langeweile · langweilen · langweilig · Langfinger · Langmut · langmütig · Langohr · langwierig
lang Adj. räumliche und zeitliche Erstreckung bezeichnend, ahd. lang ‘langgestreckt, lange dauernd, ausführlich’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lanc ‘lang, langsam’, asächs. nl. lang, aengl. lang, long, engl. long, anord. langr, schwed. lång, got. laggs wird zusammen mit gleichbed. lat. longus, mpers. drang, pers. dirang ‘lang’ auf ie. *(d)longho-, Adjektivbildung zu einer nasalierten Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *del- ‘lang’, zurückgeführt. Unnasaliert liegt die (ursprünglich zum Teil wohl zweisilbige) Gutturalerweiterung vor in aind. dīrgháḥ, griech. dolichós (δολιχός), aslaw. dlьgъ, russ. dólgij (долгий) ‘lang’, ebenso (mit d-Abfall) in lit. ìlgas, lett. ilgs und in got. tulgus ‘fest, standhaft’. Das erste Zeugnis des germ. Adjektivs zeigt der bei Tacitus in lat. Langobardī überlieferte Name der Langobarden, eigentl. ‘Langbärte’. Im Dt. bezeichnet lang sowohl die Erstreckung in einer Dimension, und zwar bei Körpern die der größten Ausdehnung (im Unterschied zu breit oder dick), als auch die Erstreckung in der Zeit. In festen Verbindungen, vgl. lange Finger machen ‘stehlen’, einen langen Hals machen ‘neugierig sein’, ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’. lange Adv. ‘lange Zeit, bei weitem’, ahd. lango ‘vor langer Zeit, längst’ (8. Jh.), mhd. lange, langen ‘seit langem, lange Zeit’. längs Präp. Adv. ‘an etw. entlang, der Länge nach’, mhd. langes, lenges Adv. ‘vor langer Zeit, der Länge nach’, mnd. langes, frühnhd. auch längst (mit hinzugetretenem t, s. unten) sind adverbiale Genitive Sing. des Adjektivs. Das Adverb ist in der Gegenwart kaum noch in Gebrauch (etw. längs schneiden, nordd. längs kommen); als Präp. wird längs seit dem 14. Jh. verwendet. längst Adv. ‘seit langer Zeit, schon lange, bei weitem’, frühnhd. längst, auch langest, leng(e)st. Ursprünglich identisch mit längs (s. oben), dessen adverbiale Verwendung im Sinne von ‘vor langer Zeit’ die durch sekundäres -t erweiterte Form übernimmt; entsprechend unlängst Adv. ‘vor nicht langer Zeit, vor kurzem’, mit unorganischem -t aus dem adverbiellen Genitiv frühnhd. unlang(e)s (15. Jh.), mnd. unlanges, mnl. onlanges. Länge f. ‘Ausdehnung in die Hauptrichtung, Dauer, Längengrad’, ahd. lengī (9. Jh.), mhd. lenge. Länge bezeichnet insbesondere die räumliche Erstreckung im Unterschied zu Höhe und Breite, auch die Körpergröße, und erscheint als Grundwort in Maßbezeichnungen wie Hauptes-, Pferde-, Schiffslänge. langen Vb. ‘ausstrecken, sich erstrecken, reichen, auskommen’, mhd. langen ‘lang werden oder machen, sich ausstrecken, um etw. zu erreichen, Verlangen haben’, ahd. langēn ‘Verlangen haben’ (9. Jh.). anlangen Vb. ‘ankommen’ (16. Jh.). erlangen Vb. ‘bekommen, gewinnen, erwerben, erreichen’, mhd. erlangen ‘sich sehnen, verlangen, erreichen’, auch (unpersönlich) ‘lang dünken, langweilen’. S. auch ↗gelangen, hinlangen. verlangen Vb. ‘nach etw. Sehnsucht haben, etw. begehren, fordern’, mhd. verlangen; Verlangen n. substantivierter Infinitiv, mhd. verlangen, auch ‘Verdruß, Kummer’. länglich Adj. ‘im Verhältnis zur Breite größere Länge aufweisend, ein wenig lang’, ahd. langlīh (9. Jh.), frühnhd. langelich, lengelich (15. Jh.), daneben frühnhd. langlecht, länglicht, mhd. lengeleht. langsam Adj. ‘zögernd, lange Zeit brauchend, träge’, ahd. (8./9. Jh.), asächs. langsam ‘lange dauernd’, aengl. langsum; s. ↗-sam. Daneben ahd. langseimi (10. Jh.), mhd. lancseim; das zweite Wortglied (ahd. -seimi) stellt sich zu mhd. seine ‘langsam, träge’, verwandt mit ↗seit, ↗Seite (s. d.), oder es gehört im Sinne von ‘langsam fließend, tröpfelnd’ zu dem unter ↗Seim (s. d.) behandelten Substantiv; die Bedeutung ‘zögernd, gemächlich, nach und nach’ wird von langsam übernommen. Langeweile f. ‘Gefühl des Nichtausgefülltseins, des Überdrusses, Mangel an Abwechslung’, mhd. lange wīle, Zusammenschreibung vereinzelt seit dem 14. Jh., fest im 17. Jh., doch noch bis zur Gegenwart mit Binnenflexion (aus Langerweile, der Langenweile begegnen); langweilen Vb. ‘Langeweile bereiten’, refl. ‘Langeweile haben’ (18. Jh.); langweilig Adj. ‘uninteressant’ (15. Jh.). Langfinger m. ‘Dieb’ (17. Jh.). Langmut f. ‘Geduld, Nachsicht’ (16. Jh.), Rückbildung (da sich ahd. langmuotī, 8. Jh., nicht fortsetzt) aus langmütig Adj. ‘geduldig’, ahd. langmuotīg (10./11. Jh.), mhd. lancmüetec, Weiterbildung des Adjektivs ahd. langmuot (8. Jh.), einer Übersetzung von gleichbed. kirchenlat. longanimis (zu lat. longus ‘lang’ und animus ‘Seele, Mut’). Langohr n. Name des Hasen (auch kleines Langohr) und des Esels (großes Langohr), wohl rotw. (16. Jh.); zu vergleichen ist die ähnliche Benennung des Hasen durch spätlat. aurītus (zu lat. auris ‘Ohr’), des Esels durch die zugehörige Deminutivform lat. aurītulus. Adjektivisches aurītus ‘(in auffälliger Weise) mit Ohren versehen’ dient zur Charakterisierung beider Tiere. langwierig Adj. ‘lange während, viel Zeit erfordernd, mühsam’, frühnhd. langwiric ‘lange dauernd, lange lebend’ (15. Jh.), Zusammensetzung mit dem Adjektiv ahd. wirīg ‘dauernd, dauerhaft’ (um 1000), mhd. wiric ‘dauerhaft’, zu ahd. werēn (s. ↗währen). Weit früher als das Adjektiv erscheint das Abstraktum ahd. langwirī̌gī ‘lange Dauer’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
lang · ↗weit
Unterbegriffe
Antonyme
  • lang
Synonymgruppe
(sehr) lang · ↗ellenlang
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(ein) Riese · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · lang  ugs.
Assoziationen
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Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitszeiten Atem Beine Geschichte Haare Laufzeiten Liste Marsch Nacht Pause Reihe Reise Schlangen Sicht Strecke Tradition Wartezeiten Weg Zeit Zeitraum Zögern arbeiten bleiben breit dauert kurz leben sehr warten Öffnungszeiten

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wieso kann sie sich das nicht mal eine Minute lang merken?
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 171
Aber da hat er, nach langem Hin und Her, abgesagt.
Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20
Die Frage wird so die Forschung voraussichtlich noch auf lange Zeit beschäftigen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 260
So blieben die Heere mehrere Tage lang unbeweglich in ihren Stellungen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23639
So ist denn auch am Tempel sieben, am Palast aber dreizehn Jahre lang gebaut worden 594.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 25721
Zitationshilfe
„lang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lang#2>, abgerufen am 22.01.2018.

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