lasch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›lasch‹ als Grundform: ↗Laschheit
eWDG, 1969

Bedeutung

energielos, schlaff
Beispiele:
jmd. ist lasch und labil
der Druck seiner Hand war lasch
er sagte es ausgesprochen lasch
eine lasche Haltung, Stimme
es war ein lascher Bursche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lasch Adj. ‘schlaff, energielos’, im 18. Jh. aus dem Nd. übernommen. Mnd. lāsich, las(ch) ‘müde, schlaff’, anord. lǫskr ‘faul’ gehören mit k-Suffix, got. lasiws ‘schwach’ sowie mhd. erleswen ‘schwach werden’ mit w-Suffix zu ie. *ləs-, einer schwundstufigen s-Erweiterung (wozu auch anord. lasinn ‘schlaff, schwach’, las- in lasmeyrr, lasmærr ‘elend, gebrechlich’) der unter ↗lassen (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *lē(i)- ‘nachlassen’. Die Annahme einer Entlehnung von nhd. lasch aus frz. lâche ‘schlaff, locker, kraftlos, feige’ (so FEW 5, 232) ist angesichts der nd. Bezeugung nicht zwingend; semantischer Einfluß von (nicht verwandtem) frz. lâche ist dagegen durchaus möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
lasch · ↗uninteressant · wenig aufregend  ●  ↗lahm  fig. · ↗langweilig  Hauptform · (so aufregend) wie eingeschlafene Füße  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abgeschlafft · keine Energie mehr haben · ↗kraftlos · lasch · ↗matt · saft- und kraftlos · ↗schlaff · ↗schlapp  ●  (es .. einfach) nicht mehr gehen  ugs. · ↗alle  ugs. · ↗ausgelutscht  ugs. · ausgepowert  ugs. · ↗daneben  ugs. · ↗down  ugs., veraltend · duhne  ugs., rheinisch · fix und foxi  ugs., veraltet, scherzhaft · geschafft  ugs. · ↗groggy  ugs. · in den Seilen hängen  ugs. · ↗kaputt  ugs. · lurig  ugs., rheinisch · nüntig  ugs., vorarlbergerisch, schweiz., selten · ohne Saft und Kraft  ugs. · ↗platt  ugs.
Assoziationen
  • arbeitsunfähig (Arbeitsrecht) · erkrankt · gesundheitlich angegriffen · ↗kränklich · ↗leidend · nicht gesund · ↗siech (veraltet oder landschaftlich) · ↗verletzt  ●  ↗krank  Hauptform · außer Gefecht  ugs. · ↗malad  ugs., kölsch · ↗malade  ugs.
  • sehr müde  ●  ↗hundemüde  ugs. · ↗sterbensmüde  ugs. · ↗todmüde  ugs.
  • angegriffen · ↗angeschlagen · kränkelnd · ↗kränklich · ↗mitgenommen · nicht (gut) bei Kräften · ↗schwach · wackelig auf den Beinen
  • angeschlagen · nicht standfest · ↗taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt  ugs.
  • (es) geht nicht mehr (weiter) · (es) ging nicht mehr (weiter) · (jemanden) verlassen die Kräfte · kann nicht mehr (weiter) · keine Kraft mehr haben · nichts geht mehr  ●  (jemandem) geht die Puste aus  ugs.
  • beinahe nicht mehr können · die letzten Reserven aufbrauchen · fast am Ende sein  ●  auf der letzten Rille fahren  ugs. · aus dem letzten Loch pfeifen  ugs. · bald nicht mehr können  ugs.
  • (seine) (physischen) Kräfte sind erschöpft · ↗(total) erledigt · (völlig) entkräftet · am Ende (seiner Kräfte) · kein bisschen Kraft mehr haben  ●  am Stock gehen  fig. · am Boden zerstört  ugs., fig. · auf dem Zahnfleisch gehen  ugs. · fertig mit der Welt  ugs. · fix und alle  ugs., salopp · ↗fix und fertig  ugs. · ↗halb tot (vor)  ugs. · nichts geht mehr  ugs.
  • am Ende · ausgelaugt · entkräftet · ↗erledigt · ↗erschöpft · ↗fertig · ↗hinüber · ↗kaputt · nicht mehr können · ↗zerschlagen  ●  (der) Akku ist leer  ugs., fig. · ↗(wie) erschlagen  ugs. · ↗(wie) gerädert  ugs. · fix und alle  ugs. · ↗fix und fertig  ugs. · kaputt wie ein Hund  ugs. · rien ne va plus  ugs. · ↗schachmatt  ugs., fig.
  • erschöpft · ↗müde  ●  ermattet  geh.
Synonymgruppe
abgestanden · ↗fad · ↗fade · lasch · ↗muffig · ↗schal · vermufft  ●  ↗labberig  ugs., regional · wie Laternenpfahl ganz unten  ugs.
Assoziationen
  • bedenklicher Brei · fragwürdiger Brei  ●  ↗Pampe  derb · undefinierbare Pampe  derb, Hauptform
  • abgestanden (schmecken) · nicht (mehr) schmecken · ↗schal (Bier) · wie eingeschlafene Füße schmecken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitseinstellung Arbeitsmoral Aufsicht Einstellung Geldpolitik Grenzkontrolle Grenzwert Haltung Handhabung Haushaltspolitik Händedruck Justiz Kontrolle Kostenkontrolle Regulierung Rückpass Sicherheitsbestimmung Sicherheitskontrolle Sicherheitsvorkehrung Strafverfolgung Strafvollzug Umgang Vorgehen Waffengesetz derart handhaben lahm lau lax viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lasch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unzufrieden bin ich auch mit der laschen Einstellung einiger Spieler beim Training.
Der Tagesspiegel, 25.02.2004
Er läßt uns wach werden, wo wir vielleicht lasch geworden sind.
o. A.: DIE DEMOKRATIE LIFTET IHRE VISAGEN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1984]
All seine Bemühungen waren zu lasch gewesen, zu läppisch, um vor der Leere zu bestehen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 94
Er machte auf einmal einen sehr müden, beinahe nachlässigen und laschen Eindruck.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 269
Besonders die Straßenkämpfe betrachtet man als "zu lasch und energielos".
Rathenow, Lutz: Nachrichten. In: ders., Die lautere Bosheit, Remchingen: Maulwurf 1992, S. 69
Zitationshilfe
„lasch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lasch>, abgerufen am 19.03.2019.

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