lassen

GrammatikVerb · lässt, ließ, hat gelassen
Worttrennunglas-sen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lassen‹ als Erstglied: ↗-lassung  ·  mit ›lassen‹ als Letztglied: ↗ablassen · ↗alleinlassen · ↗anlassen · ↗auflassen · ↗auslassen · ↗beiseitelassen · ↗belassen · ↗bleibenlassen · ↗dalassen · ↗davonlassen · ↗durchlassen · ↗einlassen · ↗entlassen · ↗fahrenlassen · ↗fallenlassen · ↗fortlassen · ↗freilassen · ↗gehenlassen · ↗herablassen · ↗heranlassen · ↗herauflassen · ↗herauslassen · ↗herbeilassen · ↗hereinlassen · ↗herlassen · ↗herunterlassen · ↗herüberlassen · ↗hierlassen · ↗hinablassen · ↗hinauflassen · ↗hinauslassen · ↗hindurchlassen · ↗hineinlassen · ↗hinlassen · ↗hinterlassen · ↗hängenlassen · ↗kaltlassen · ↗laufenlassen · ↗liegenlassen · ↗lockerlassen · ↗loslassen · ↗mitlassen · ↗nachlassen · ↗niederlassen · ↗offenlassen · ↗ranlassen · ↗rauslassen · ↗reinlassen · ↗ruhenlassen · ↗runterlassen · ↗schießenlassen · ↗schmorenlassen · ↗schwimmenlassen · ↗sitzenlassen · ↗springenlassen · ↗steckenlassen · ↗stehenlassen · ↗umlassen · ↗unterlassen · ↗voranlassen · ↗vorbeilassen · ↗vorlassen · ↗vorüberlassen · ↗weglassen · ↗zerlassen · ↗zufriedenlassen · ↗zulassen · ↗zurücklassen · ↗zusammenlassen · ↗überlassen · ↗übriglassen
 ·  mit ›lassen‹ als Grundform: ↗Lassen · ↗erlassen · ↗gelassen
 ·  formal verwandt mit: ↗Aderlass · ↗Anlass · ↗Gelass · ↗Hinterlassenschaft
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
bei vorangehendem Inf. steht der Inf. von »lassen« statt des Part. Prät.
bewirken, dass etw. geschieht, etw. veranlassen
Beispiele:
jmdm. etw. melden, ausrichten lassen
ich habe es ihm mitteilen lassen
jmdn. etw. entgelten, wissen lassen
jmdn. kommen, rufen, bitten, mahnen, bezahlen lassen
ich habe dich, musste dich leider warten lassen
hast du ihn grüßen lassen?
etw. verschwinden lassen
sich bedienen, verleugnen lassen
umgangssprachlich sich [Dativ] etw. anschreiben lassen
ich werde rechtzeitig von mir hören lassen
er ließ sich [Dativ] den Preis sagen
sich [Dativ] einen neuen Mantel machen lassen
ich muss mir einen Voranschlag machen lassen
sich [Dativ] etw. hoch bezahlen lassen
jmdn. nicht hochkommen lassen
wir wollen das Kind etw. Richtiges lernen lassen
der Dichter lässt seinen Helden einen schweren Kampf bestehen
etw. nicht laut werden lassen
den Hund apportieren, das Pferd galoppieren lassen
einen Stein ins Wasser fallen lassen
ich habe mir sagen lassen (= habe erfahren), dass ...
sich [Dativ] etw. durch den Kopf gehen lassen
ich lasse bitten! (= führen Sie den Besucher herein!)
sie lässt Wasser in die Wanne (= sie dreht den Wasserhahn auf, damit das Wasser in die Wanne läuft)
sie hatte bereits das Wasser in die Wanne gelassen
Wein vom Fass lassen
die Luft aus den Reifen, den Dampf aus dem Kessel lassen
2.
bei vorangehendem Inf. steht der Inf. von »lassen« statt des Part. Prät.
etw. gestatten
a)
»gelassen« ist in Zusammenschreibung mit dem vorangehenden Inf. möglich
etw. erlauben, zulassen; nicht hindern
Beispiele:
jmdn. schalten und walten lassen
lass ihn doch schlafen, ungestört arbeiten!
jmdn. reden, etw. geschehen lassen
ich habe sie gewähren lassen
jmdn. etw. lesen, merken, ahnen, erraten, erzählen lassen
auf ihn lasse ich nichts kommen
darüber lasse ich mit mir reden
ich lasse mir nichts vorschreiben, befehlen
das lasse ich mir nicht gefallen, nicht nehmen
er lässt sich [Dativ] nichts sagen (= duldet keine Zurechtweisung)
den Vorwurf kann ich nicht auf mir sitzen lassen
er will mich nicht dahin fahren lassen, will mich nicht nach Hause gehen lassen
etw. über sich ergehen lassen
ich will es noch einmal hingehen lassen
jmdm. etw. durchgehen lassen
sie ließ ihn nicht zu Worte kommen
lass dir raten, helfen, erzählen!
umgangssprachlich lass dir nichts vormachen!
umgangssprachlich lass mich das machen!
die Dinge laufen lassen
den Kindern allen Willen lassen
seinen Gefühlen freien Lauf lassen
jmdm. Ruhe, Zeit, die Wahl, seine Freiheit, freie Hand lassen
die Arbeit lässt mir keine Zeit
du hast dich wohl von der schönen Außenseite blenden lassen
er hat sich dazu verführen, sich bestimmen lassen
sich nicht beirren, hinreißen lassen
du darfst dir nichts merken lassen, darfst dir deinen Ärger nicht anmerken lassen
ich lasse mich nicht zu einem schnellen Kauf überreden
lass dich nicht abschrecken!
umgangssprachlich lass dich nicht unterkriegen!
umgangssprachlich du hast dich herumkriegen lassen
lass dich nicht erwischen!
lass dir ja nicht etwa einfallen, ...!
gehoben lass es dich nicht gereuen, verdrießen, anfechten!
sprichwörtlich leben und leben lassen
Nur vergessen, nur sich fallen lassen [KasackStadt441]
b)
›etw. lässt sich‹ + Inf.etw. kann man + Infinitiv
Beispiele:
der Riegel lässt sich schwer öffnen
dieses Material lässt sich biegen, dehnen, gut verarbeiten
meine Tür lässt sich nicht verschließen
der Mantel lässt sich offen und geschlossen tragen
die Frage ließ sich nicht vermeiden
umgangssprachlich, scherzhaft der Wein lässt sich trinken, das lässt sich essen (= schmeckt gut)
umgangssprachlich hier lässt es sich aushalten, leben
das lässt sich nicht beweisen
dagegen lässt sich nichts einwenden
das lässt sich denken (= kann man verstehen)
der Vorschlag lässt sich hören (= ist annehmbar)
umgangssprachlich das lässt sich machen (= ist möglich)
c)
jmdn. an einen Ort lassenjmdm. gestatten, einen Raum zu verlassen, um sich an einen anderen Ort zu begeben, jmdn. hinauslassen
Beispiele:
sie ließ das Kind in den Garten, den Vogel aus dem Käfig, die Tiere aus dem Stall, auf die Weide
lass das Kind nicht an die Treppe!
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich die Katze aus dem Sack lassen (= seine wahre Meinung zeigen)
jmdn. hereinlassen
Beispiele:
der Hund lässt niemanden in die Wohnung
er lässt niemanden zu sich
sie ließ ihn nicht zum Chef
3.
häufig mit Dat. u. einem Inf.; bei vorangehendem Inf. steht der Inf. von »l.« statt des Part. Prät.
abgeblasst
Beispiel:
umgangssprachlich, scherzhaft das lasse ich mir gefallen (= schätze ich sehr)
sich [Dativ] etw. nicht entgehen lassenan etw. unbedingt teilhaben wollen
Beispiele:
diese Gelegenheit habe ich mir nicht entgehen lassen
er lässt sich nichts entgehen (= leistet sich alles)
das hätte ich mir nicht träumen lassen (= hätte ich nicht erwartet)
er hat sich [Dativ] den Besuch etwas kosten lassen (= hat dafür viel Geld ausgegeben)
sich [Dativ] etw. sauer werden lassen (= sich mit etw. abmühen)
sich [Dativ] etw. zuschulden kommen lassen
lass es dir schmecken!
es sich [Dativ] wohl, gut sein lassen
lass dir das sagen, gesagt sein! (= befolge es!)
in Verbindung mit einem Akkusativ +Infinitv
Beispiele:
lassen Sie sich nicht stören! (= ich will Sie nicht stören!)
lasse dich nicht nötigen! (= greife zu, bediene dich!)
er, diese Leistung kann sich sehen lassen (= ist beachtenswert)
sich von jmdm. erweichen lassen (= jmds. Bitten nachgeben)
umgangssprachlich sich blicken lassen
umgangssprachlich ich lasse mich morgen bei dir sehen (= besuche dich morgen)
salopp sich nicht lumpen lassen
verhüllend er ließ etw. mitgehen, mit sich gehen (= stahl etw.)
umgangssprachlich, scherzhaft Geld springen lassen (= viel Geld ausgeben)
etw., jmd. lässt auf sich warten (= alle warten auf etw., jmdn.)
etw. lässt zu wünschen übrig (= ist nicht tadellos)
es auf etw. ankommen lassen (= etw. wagen, riskieren)
das lässt tief blicken (= ist sehr aufschlussreich)
jmdm. den Vortritt lassen
jmd. lässt etw. vermissenetw. fehlt bei jmdm.
Beispiel:
der Künstler ließ die Brillanz vermissen
4.
etw. nicht tun, etw. bleiben lassen, unterlassen
Beispiele:
ich wollte erst einen groben Brief schreiben, habe es dann aber gelassen
lasst doch das Streiten!
ich bitte dich, lass das!
ich konnte es nicht lassen, über den Zaun zu sehen
sie wusste nicht, was sie tun oder lassen sollte
tue, was du nicht lassen kannst
all sein Tun und Lassen war auf das eine Ziel gerichtet
ich dachte, sie würde mich auslachen, und da ließ ich es lieber [SchnurreRechnung9]
etw., jmdn., von etw., jmdm. lassenetw., jmdn. aufgeben, sich etw. abgewöhnen, jmdn. verlassen
Beispiele:
er kann das Rauchen nicht lassen, kann vom Alkohol nicht lassen,
er wird seine Leidenschaft, wird davon, von dem Mädchen, von ihr nicht lassen (können)
ihr Täler und waldigen Berge, ihr Bäche im grünen Erlengehölz ... o du schöne strahlende Bilderwelt, wie soll ich dich lassen! [HesseNarziß5,263]
Ach, wie ist's möglich dann, / Daß ich dich lassen kann [Volkslied]
5.
etw. nicht verändern, etw. belassen
Beispiele:
lass alles, wie es ist
alles beim Alten lassen
wir haben die Dinge so gelassen, wie wir sie vorgefunden haben
etw. zu Hause, an seinem Ort, hinter sich lassen
lass die Teller im Schrank!
wir wollen das Tier am Leben lassen
wir wollen es bei der Vereinbarung lassen
das lässt alles weit hinter sich (= übertrifft alles)
wir wollen nichts unversucht lassen (= wollen alles versuchen)
einen Brief ungeschrieben lassen (= nicht schreiben)
diese Arbeit lässt mich unbefriedigt (= befriedigt mich nicht)
etw. unangetastet, ungesagt lassen (= nicht antasten, sagen)
etw. dahingestellt sein lassen (= etw. nicht endgültig entscheiden)
etw. außer Acht, außer aller Acht lassen (= etw. nicht berücksichtigen)
kein Auge von etw., jmdm. lassen (= nicht wegsehen)
umgangssprachlich kein gutes Haar an jmdm. lassen (= nichts Gutes von jmdm. reden)
umgangssprachlich die Finger von etw. lassen (= sich auf etw. nicht einlassen)
umgangssprachlich er ist tüchtig, das muss man ihm lassen, das muss ihm der Neid lassen (= muss man zugeben)
umgangssprachlich über etw. keinen Zweifel lassen (= etw. eindeutig zeigen)
es mit etw. gut, genug sein lassennicht fortfahren mit etw.
Beispiel:
er ließ es mit dieser einen Ermahnung gut sein
jmdn. nicht zu ändern suchen
Beispiele:
lass ihn doch!
jmdn. bei seiner Meinung, in seinem Irrtum, im Zweifel, bei seinem Glauben lassen
jmdn. im Dunkeln, Ungewissen (über etw.) lassen
salopp den lassen wir so (= er gefällt uns)
jmdn. nicht stören
Beispiele:
lass mich jetzt!
umgangssprachlich lass mich in Ruhe, in Frieden!
umgangssprachlich lass mich aus dem Spiel!
umgangssprachlich lass mich ungeschoren, unbehelligt!
6.
etw. hingeben, übergeben
a)
etw. an einem Ort lassenetw. an einem Ort abgeben, (zur Aufbewahrung) hinterlassen
Beispiele:
den Koffer lassen wir auf dem Bahnhof, an der Garderobe
wo kann ich meinen Mantel, die Tasche lassen?
wo habe ich nur meine Brille gelassen? (= hingelegt?)
b)
jmdm. etw. lassenjmdm. etw. aushändigen, überlassen
Beispiele:
lass mir das Buch!
ich lasse dir den Mantel hier zum Pfand, als Pfand
können Sie mir die Ware nicht billiger lassen? (= verkaufen?)
c)
etw. lassenetw. weggeben, verlieren
Beispiele:
gehoben sein Leben lassen müssen
gehoben er hatte sein Leben für seine Idee gelassen
das Tier hat ein Bein in einer Fuchsfalle gelassen
er lässt die Gelegenheit nicht aus der Hand
umgangssprachlich in diesem Wirtshaus hat er viel Geld gelassen (= ausgegeben)
verhüllend Wasser (= Urin) lassen
verhüllend sie ließ alles unter sich
Haare lassen (müssen)nicht ohne Schaden davonkommen
Beispiel:
bei diesem Geschäft hat er Haare gelassen, lassen müssen
7.
sich nicht zu lassen wissensich nicht fassen, beruhigen können
Beispiele:
Resi ... hat sich vor Wiedersehensfreude gar nicht zu lassen gewußt [KästnerLottchen57]
wenn dann ringsumher sich niemand vor Lachen zu lassen wußte [Th. MannBuddenbrooks1,278]
8.
»lass(t) uns«, »lassen Sie uns« + Inf.
höflich Aufforderung   wollen wir + Infinitiv
Beispiele:
lasst uns feiern!
lass uns gehen!
lassen Sie uns noch ein Glas Wein trinken!
9.
»lass(t), lassen Sie« + Inf.
warte, wartet erst einmal ab, bis …
Beispiele:
lass sie nur erst einmal erwachsen sein!
lasst sie erst in meinen Jahren sein!
lassen Sie doch den Tag herankommen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lassen · ablassen · unablässig · anlassen · Anlasser · Anlaß · anläßlich · veranlassen · auslassen · ausgelassen · einlassen · Einlaß · entlassen · Entlassung · erlassen · Erlaß · unerläßlich · hinterlassen · Hinterlassenschaft · nachlassen · Nachlaß · nachlässig · vernachlässigen · niederlassen · Niederlassung · überlassen · unterlassen · Unterlaß · verlassen · Verlaß · verläßlich · zulassen · zulässig
lassen Vb. ‘dulden, erlauben, bitten, veranlassen, daß etw. geschieht, unterlassen, aufhören mit etw., überlassen, geben, aufgeben’. Das gemeingerm., ehemals reduplizierende Verb ahd. lāʒan (8. Jh.), Kurzform lān, mhd. lāʒen, lān, asächs. lātan, mnd. mnl. lāten, nl. laten, aengl. lǣtan, engl. to let, anord. lāta, schwed. låta, got. lētan ist mit den unter ↗lasch und ↗lässig (s. d.) angegebenen Formen und außergerm. mit griech. lēdé͞in (ληδεῖν) ‘träge, müde sein’, lat. lassus (aus *lədto-) ‘laß, matt, müde, abgespannt’, alban. lodh ‘er ermüdet jmdn.’ und lit. léisti ‘(los)lassen, freilassen’ auf eine Wurzelerweiterung ie. *lē(i)d-, *ləd- der Wurzel ie. *lē(i)- ‘nachlassen’ rückführbar. ablassen Vb. ‘von etw., jmdm. abstehen, aufgeben, entweichen lassen, herniederlassen, (käuflich) überlassen’, ahd. oblāʒan (für gewöhnliches aba-) ‘erlassen, Nachlaß gewähren’ (8. Jh.), mhd. abelāʒen, auch ‘aufgeben, Abstand nehmen, losgehen lassen, entweichen lassen, niederlassen’; s. ↗Ablaß; unablässig Adj. ‘nicht ablassend, andauernd, ohne Unterbrechung’ (16. Jh.). anlassen Vb. ‘(Kleidung) nicht ablegen, eine Vorrichtung nicht ausschalten, einen Motor in Gang setzen’, reflexiv ‘beginnen, in Betrieb kommen’; vgl. ahd. analāʒan ‘hineinlassen, etw. über jmdn. (sich) kommen lassen’ (8. Jh.), mhd. anelāʒen ‘erfinden, angeben, loslassen, in Bewegung setzen’; Anlasser m. ‘Vorrichtung zum In-Gang-Setzen eines Motors, einer Maschine’ (älter Anlaßhebel, 19. Jh.), bei Elektromotoren ‘vorgeschalteter Widerstand, der ein langsames Anlaufen gewährleistet’ (um 1900); Anlaß m. ‘Ursache, Grund’, mhd. ane-, anlāʒ ‘Anfang, Beginn, Punkt, von dem ein Wettrennen ausgeht, Anreiz, Gelegenheit, Kompromiß’; anläßlich Präp. ‘bei Gelegenheit, aus Anlaß’ (19. Jh.), älter (selten) auch adjektivisch und adverbial (15. Jh.); veranlassen Vb. (schwach flektierend) ‘anregen, anordnen, bewirken’, frühnhd. ‘etw. auf jmdn. schieben, jmdn. für etw. auswählen’ (15. Jh.). auslassen Vb. ‘loslassen, weglassen, nicht beachten, (Kleider) verlängern, (Ärger, Zorn) Unschuldige entgelten lassen’, ahd. ūʒlāʒan ‘fortschicken, ausschütten, freilassen, nicht zurückhalten, vergießen, aussprechen, beenden’ (9. Jh.), mhd. ūʒlāʒen; ausgelassen Part.adj. ‘unbändig, hemmungslos’ (vgl. in älterer Sprache ausgelassener Trotz, ausgelassene Leidenschaft), ‘sehr fröhlich’, eigentlich ‘freigelassen’ (16. Jh.). einlassen Vb. ‘herein-, hineinlassen, einfügen’, reflexiv ‘auf etw. eingehen, mit jmdm. verkehren’, ahd. inlāʒan ‘hineinwerfen, einlassen’ (8. Jh.), mhd. īnlāʒen; Einlaß m. ‘das Hineinlassen, Öffnen, Eintritt, Tür’ (16. Jh., Einlaß begehren). entlassen Vb. ‘freigeben, verabschieden, (aus einem Amt) wegschicken, jmds. (Arbeits)vertrag aufkündigen’, ahd. intlāʒan ‘nachlassen, verzeihen, loslassen, lösen, entspannen, weichen’ (8. Jh.), mhd. entlāʒen ‘loslassen, fahrenlassen’, reflexiv ‘sich entfalten’; Entlassung f. ‘Freilassung, Verabschiedung, Entfernung aus einem Amt’ (17. Jh.). erlassen Vb. ‘in Kraft treten lassen, anordnen, von etw. befreien, eine Anordnung aufheben’, ahd. irlāʒan ‘unterlassen, befreien von’ (9. Jh.), mhd. erlāʒen ‘wovon freilassen’, reflexiv ‘auseinandergehen, sich enthalten, unterlassen’; Erlaß m. ‘Verfügung, Anordnung, Aufhebung’ (18. Jh.); unerläßlich Adj. ‘unbedingt erforderlich, nicht aufhebbar’ (17. Jh.). hinterlassen Vb. ‘(einem anderen) zurücklassen, etw. vererben’ (16. Jh.); Hinterlassenschaft f. ‘Zurückgelassenes, Erbe’ (19. Jh.). nachlassen Vb. ‘Spannung lockern, vermindern, schlechter werden, zurücklassen, Preise herabsetzen’, spätmhd. nāchlāʒen; Nachlaß m. ‘das Nachlassen’ (16. Jh.), ‘Hinterlassenschaft’ (18. Jh.), literarischer Nachlaß (19. Jh.); nachlässig Adj. ‘säumig, unzuverlässig, unordentlich’ (15. Jh.); vernachlässigen Vb. ‘nicht gehörig betreuen oder beachten’ (18. Jh., durch Lessing und Goethe verbreitet). niederlassen Vb. ‘von oben herunterlassen’, reflexiv ‘sich ansiedeln, einen festen Wohnsitz, ein Geschäft, eine Firma einrichten’, ahd. nidarlāʒan ‘sinken lassen, nach unten wenden, hinab-, herablassen, versenken’ (9. Jh.), mhd. niderlāʒen; Niederlassung f. ‘das Senken, Ansiedlung, Gründung eines geschäftlichen Unternehmens, Filiale’ (16. Jh.). überlassen Vb. ‘abtreten, übergeben, anheimstellen’ (15. Jh.). unterlassen Vb. ‘nicht tun, versäumen zu tun’, ahd. untarlāʒan (9. Jh.), mhd. underlāʒen ‘abstehen, nicht tun’; Unterlaß m. nur noch in der Fügung ohne Unterlaß ‘ohne Unterbrechung, unaufhörlich’, ahd. āno untarlāʒ, mhd. āne underlāʒ; vgl. ahd. untarlāʒ ‘Unterbrechung’ (9. Jh.), mhd. underlāʒ ‘das Innehalten, Unterbrechung, Beherbergen’, frühnhd. auch ‘Unterkunft, Lagerplatz’ (16. Jh.). verlassen Vb. ‘sich von einem Ort, von jmdm. entfernen, aufgeben, zurück-, alleinlassen’, reflexiv sich verlassen auf ‘vertrauen’, ahd. firlāʒan ‘entlassen, vorbei-, zurücklassen’ (8. Jh.), mhd. verlāʒen ‘fahrenlassen, fort-, loslassen, anbefehlen, verzeihen, zulassen, anvertrauen, hinterlassen, vertrauen’; Verlaß m. ‘Vertrauen, Zuverlässigkeit’ (19. Jh.), frühnhd. ‘Verabredung, Absprache’, auch ‘Hinterlassenschaft’, mhd. verlāʒ ‘Lässigkeit, Untätigkeit’; heute in der Wendung auf jmdn., etw. ist (kein) Verlaß, wohl aus dem Nd., vgl. dar is nien verlaat to (18. Jh.); verläßlich Adj. ‘zuverlässig’ (19. Jh.), dafür zuvor verlässig (18. Jh.). zulassen Vb. ‘gestatten, erlauben’, ahd. zuolāʒan ‘hinzulassen, zukommen lassen, zuschicken’ (10. Jh.), mhd. zuolāʒen; zulässig Adj. ‘erlaubt, gestattet’ (16. Jh.), ‘annehmbar, möglich’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Möglichkeit schaffen · ↗autorisieren · ↗bewilligen · ↗erlauben · ↗ermöglichen · ↗gestatten · ↗gewähren · lassen · ↗lizenzieren · möglich machen · ↗zulassen  ●  den Weg frei machen  fig. · den Weg freimachen  fig. · ↗legalisieren  juristisch · ↗sanktionieren  fachspr.
Assoziationen
  • einem Wunsch entsprechen · einer Bitte nachkommen · in jemandes Sinne entscheiden (über)  ●  (einem) Ersuchen stattgeben  Amtsdeutsch · tun, was jemand wünscht  ugs.
Synonymgruppe
(darauf) verzichten, etwas zu tun · (es) dabei belassen · ↗(sich etwas) ersparen · (sich) beherrschen (etwas zu tun) · Abstand nehmen (von etwas) · ↗absehen (von) · ↗aufhören · ↗bleibenlassen · nicht machen · nicht tun  ●  ↗unterlassen  Hauptform · (es) gut sein lassen  ugs. · ↗(etwas) drangeben  ugs. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · ↗(sich etwas) schenken  ugs. · ↗(sich etwas) sparen  ugs. · ↗(sich etwas) verkneifen  ugs. · (sich etwas) von der Backe putzen  ugs., fig. · (sich) die Mühe sparen (können)  ugs. · (sich) verabschieden (von etwas)  ugs. · (von etwas) die Finger lassen  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · gar nicht erst versuchen  ugs. · lassen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs. · sein lassen  ugs.
Assoziationen
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • (die) Finger lassen (von) · nicht anfassen · nicht anrühren  ●  nicht anpacken  ugs. · nicht gehen an  ugs.
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ruhe Stich Zeit Zweifel aber auch auslassen dann doch einfach einlassen er es gut ich kaum leicht mehr nachlassen nicht niederlassen noch nur offenlassen schon sie so wieder wir zulassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Laß uns weiter über die anderen Bilder sprechen «, sagte sie.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 107
Andererseits lassen sich in diesem System auch keine stolzen Gewinne erzielen.
Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17
Die Größe des Auftrags läßt vermuten, daß er zu dieser Zeit bereits angesehen war.
o. A.: Lexikon der Kunst - R. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 27952
Die Renaissance, die Komponisten zu bestimmten Zeiten erleben, läßt sich teilweise auch sozialpsychologisch begründen.
o. A.: M. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 6970
Prinzipiell läßt sie sich in der Psychologie kaum erreichen, und faktisch findet man sie auch in der quantitativen Forschung kaum.
Aschenbach, Günter: Forschungsmethoden. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 807
Zitationshilfe
„lassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lassen>, abgerufen am 19.04.2019.

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