lasterhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglas-ter-haft (computergeneriert)
WortzerlegungLaster1-haft
Wortbildung mit ›lasterhaft‹ als Erstglied: ↗Lasterhaftigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend einem Laster verfallen
Beispiele:
ein lasterhafter Mensch
ein lasterhaftes (= unsittliches) Leben führen
in der Art eines Lasters
Beispiel:
Daß das nur keine lasterhafte Anziehungskraft für dich bekommt [Th. MannZauberb.2,288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(moralisch) verkommen · (sittlich) verwahrlost · lasterhaft · ↗verderbt · verdorben · ↗verrucht · ↗verworfen  ●  versaut  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballade Kreis Lebenswandel Pärchen Treiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lasterhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es folgten nunmehr zwei längere Stücke, und es war nicht zu sagen, wie lasterhaft sie waren.
Tucholsky, Kurt: Erotische Filme. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913]
Nein, nein, das paßt nicht zu Ihrem verderbten und lasterhaften Brief.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 368
Damals propagierte die Kirche in voller Überzeugung, Aids sei die Strafe Gottes für ein lasterhaftes Leben.
Die Welt, 18.06.1999
Aber er bezeichnet es als lasterhaft, frühmorgens auf nüchternen Magen zu trinken.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 36
Ich treibe mich in den Bars umher, trinke Absinth, der mir nicht schmeckt, und komme mir dabei sehr lasterhaft vor.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 23
Zitationshilfe
„lasterhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lasterhaft>, abgerufen am 19.08.2018.

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