latschen

Grammatik Verb · latscht, latschte, ist gelatscht
Aussprache  [ˈlaːʧn̩]
Worttrennung lat-schen
Wortbildung  mit ›latschen‹ als Letztglied: ablatschen · anlatschen · auslatschen · belatschen · entlanglatschen · herumlatschen · rumlatschen · vorbeilatschen · zerlatschen
eWDG

Bedeutung

salopp (schleppend, nachlässig, ohne Haltung) gehen
Beispiele:
er latschte nach Hause, ins Nebenzimmer, über den Damm
wir müssen zu Fuß latschen
über den Rasen, müde durch die Gegend latschen
da latscht ihr im großen Haufen einen Tag lang rund um einen Platz [ H. KantAula285]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Latsch · Latschen · Latsche2 · latsch · Lulatsch · latschen · lätschen · latschig · letschert
Latsch Latschen m. Latsche2 f. ‘(langer) Mensch mit schlechter Haltung und nachlässigem Gang’ (19. Jh., wohl älter), frühnhd. Lätsch ‘Tor, Narr’ (16. Jh.), auch ‘Schuh mit niedergetretenem Hinterleder, alter, ausgetretener Schuh, Pantoffel’ (19. Jh.); vgl. frühnhd. letfußer ‘Mensch mit einem Klumpfuß’ und nhd. latsch Adj. ‘schlaff und nachlässig gehend’ (mit latschen Füßen, Goethe). Die genannten (vorwiegend umgangssprachlichen) Wörter sind am besten als affektisch verschärfte Bildungen zu den unter lasch und lässig (s. d.) behandelten Adjektiven aufzufassen. Vgl. (mit unerklärter Erweiterung) Lulatsch m. ‘langaufgeschossener Kerl’. latschen, lätschen Vb. ‘schlurfen, wackelnd, schleppend, ohne Haltung gehen’ (17. Jh.), älter ‘auf dem Boden schleifen’ von Vogelfedern (16. Jh.). latschig Adj. ‘schlurfend, schlaff, nachlässig’ (18. Jh.), älter latschicht (Ende 17. Jh.). letschert Adj. bair. öst. ‘schlapp, müde, langweilig’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›latschen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›latschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›latschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er konnte mir nie den Weg absperren, er latschte mir nur nach. [Süddeutsche Zeitung, 08.09.2003]
Gut eingeübt und geradezu verschlafen latschten die Gotländer durch die Stadt. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 397]
Schocker rutscht vom Bett, latscht hinter dem Beamten her, ungekämmt, ungewaschen mit verquollenem, gelblichem Gesicht. [Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 195]
Er latschte durch jeden Betrieb und tanzte auf jeder Hochzeit. [Die Zeit, 28.02.1975, Nr. 10]
Sie wissen, dass ein Kleid ein Kleid ist und man nicht latscht beim Flanieren. [Die Welt, 03.05.2004]
Zitationshilfe
„latschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/latschen#1>.

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latschen

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈlaːʧn̩]
Worttrennung lat-schen
eWDG

Bedeutung

salopp jmdm. eine Ohrfeige geben
Beispiel:
ich werde dir gleich eine, ein paar latschen!
Zitationshilfe
„latschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/latschen#2>.

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