lau

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›lau‹ als Erstglied: ↗Lauigkeit · ↗Laumann · ↗laulich · ↗lauwarm
 ·  mit ›lau‹ als Letztglied: ↗frühlingslau · ↗maienlau
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
weder kalt noch heiß, mäßig warm
Beispiele:
das Wasser ist nur lau
lauer Kaffee
das Bier ist lau geworden
ein laues Bad
mild
Beispiele:
eine laue Sommernacht
ein lauer Regen
der Tag, die Luft, das Wetter ist lau
der Wind wehte lau, strich lau über die Felder
Laue Luft kommt blau geflossen [Eichendorff1,9]
2.
übertragen weder ablehnend noch zustimmend, unentschlossen
Beispiele:
eine laue Haltung, Hilfe, Kritik, Anerkennung, Stimmung
ein lauer Applaus, laues Interesse
der Eifer war lau geworden
laue und träge Bürger
er zeigte sich lau, war lau bis zur Gleichgültigkeit
die Frau, von der er weiß, daß sie den Mann nur lau oder gar nicht geliebt hat [St. ZweigBalzac419]
die Lauen, die sich nicht entscheiden können, eine Sache zu ihrer Sache zu machen [S. LenzZeit57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lau · lauwarm
lau Adj. ‘ein wenig warm, nicht heiß’, übertragen ‘unentschlossen, schwankend’, ahd. lāo (9. Jh.), mhd. (flektiert lāwer) ‘lau, mild’, mnd. la(u)w, mnl. laeu, nl. lauw, aengl. hlēow ‘warm, sonnig’, anord. hlær ‘mild, warm’ führen mit ablautendem ↗Lee (s. d.) auf eine im Germ. verbreitete Erweiterung ie. *k̑leu- der Wurzel ie. *k̑el- ‘warm’, aber auch ‘kalt, frieren’. Dazu gehören die außergerm. Verwandten lat. calēre ‘warm sein, glühen’, calidus ‘warm, heiß’, kymr. clyd ‘warm’, lit. šìlti ‘warm werden, sich wärmen’. lauwarm Adj. ‘nicht warm, nicht kalt’, verdeutlichende Zusammensetzung, frühnhd. lowarm (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fad · ↗fade · ↗flau · laff · lau · ohne Geschmack · ↗öde
Synonymgruppe
handwarm · lau · ↗lauwarm  ●  pipiwarm  derb · ↗pisswarm  derb
Assoziationen
  • lau · ↗lind · ↗mild · mäßig warm
Synonymgruppe
lau · ↗lind · ↗mild · mäßig warm
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendluft Abendwind Aufguß Augustabend Brise Frühlingsabend Frühlingsluft Frühlingsnacht Frühlingstag Frühlingswind Frühsommerabend Herbstabend Lenz Luft Maiabend Mainacht Nachtluft Seifenwasser Sommerabend Sommerkick Sommerluft Sommernacht Sommertag Sommerwind Spätsommerabend Spätsommernacht Wind Winde baden lasch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lau‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Musik ist wie geschaffen für laue Abende in kleinen Clubs.
C't, 1999, Nr. 5
Vor allem aber nützt der laue Rang zehn der ehrgeizigen Ufa wenig.
Süddeutsche Zeitung, 01.08.1997
Das Meer war glatt, nur an den Rändern weiß gekräuselt vom lauen Wind.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 279
Draußen wurde es wieder heiß an den Mittagen, und es blieb lau bis tief in die Nacht hinein.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 147
Es roch nach Küche, lau und unerfreulich dampfte es herauf.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 1
Zitationshilfe
„lau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lau>, abgerufen am 24.03.2019.

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