lauschig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglau-schig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lauschig‹ als Erstglied: ↗Lauschigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

einsam und still, traulich
Beispiele:
ein lauschiges Plätzchen im Garten
ein lauschiger Laubengang
die lauschigen Winkel des alten Städtchens
eine lauschige Nacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lauschen · losen1 · Lauscher · lauschig
lauschen Vb. ‘(heimlich, im Verborgenen) horchen, aufmerksam zuhören’, mhd. (omd.) lūschen ‘(heimlich) horchen’. Herkunft ungewiß. Auszugehen ist vielleicht von ahd. lōskēn (9. Jh.), mhd. lōschen ‘verborgen sein, verborgen liegen’, frühnhd. lūschen ‘verborgen sein’ (1. Hälfte 15. Jh.), mnd. lūschen ‘verborgen liegen, lauern’, mnl. luu(s)schen ‘sich verstecken’; dieses steht mit sk-Suffix neben ahd. lūʒēn ‘sich verborgen halten’ (9. Jh.), mhd. lūʒen ‘verborgen liegen, sich versteckt halten, lauern’, aengl. lūtian ‘lauern’, anord. lūta ‘sich beugen’, die sich zu einem in aengl. lūtan ‘sich verneigen, vorbücken’, anord. lūta ‘sich neigen, niederbeugen’ belegten starken Verb stellen. Außergerm. können lit. liū̃sti ‘traurig, betrübt, schwermütig werden’, kslaw. ludъ ‘töricht’, russ. (älter) lud (луд) ‘Narr’, (älter) ludít’ (лудить) ‘betrügen, täuschen’ verglichen werden, so daß ie. *leud- ‘sich ducken’ angesetzt werden kann. Zieht man noch (nicht verwandtes) ahd. (h)losēn ‘zuhören, gehorchen’ (um 800), mhd. losen ‘hörend achtgeben, zuhören, horchen’, nhd. (obd.) losen1 Vb. ‘zuhören, aufhorchen’ (noch in obd. Mundarten, in der Schriftsprache schon nach Adelung veraltet) heran, das zu der unter ↗laut (s. d.) behandelten Wortgruppe gehört, so kann eine lautliche und semantische Vermischung der Verben mhd. lōschen, frühnhd. lūschen ‘verborgen sein’ und mhd. losen ‘zuhören, horchen’ angenommen werden, die mhd. (omd.) lūschen, nhd. lauschen ‘(heimlich, im Verborgenen) horchen’ ergibt. Lauscher m. ‘wer heimlich lauscht’ (17. Jh.). lauschig Adj. ‘versteckt, einsam, traulich’ (18. Jh.), älter lauschicht (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschaulich · ↗friedvoll · ↗geruhsam · ↗harmonisch · ↗heimelig · ↗häuslich · ↗idyllisch · lauschig · ↗malerisch
Assoziationen
Synonymgruppe
anheimelnd · ↗behaglich · ↗gemütlich · ↗heimelig · lauschig · ↗wohnlich · zum Verweilen einladen(d)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abend Allee Ambiente Atmosphäre Bar Biergarten Bucht Café Eck Ecke Garten Gasse Hinterhof Hof Innenhof Lichtung Nische Ort Park Platz Plätzchen See Sommerabend Sommernacht Tal Terrasse Ufer Vorort Wald Winkel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lauschig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Richtig lauschig können die Nächte hier doch auch nicht mehr sein.
Die Zeit, 28.11.2011, Nr. 48
In der lauschigen Bar spielt der Mann am Piano für zwei verliebte Gäste.
Bild, 28.02.2001
Eine Stunde nach dem angesetzten Beginn war die »Puderdose« bis in den letzten lauschigen Winkel gefüllt.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 253
Besonders behaglich nimmt sich eine lauschige Ecke oder der Kaminplatz dabei aus.
Die Landfrau, 14.02.1925
In dem sonst lauschigen Zimmer war alles in Unordnung geraten.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 419
Zitationshilfe
„lauschig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lauschig>, abgerufen am 15.12.2019.

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