lausig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglau-sig
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp
1.
abwertend
schlecht
Beispiele:
ein lausiger Kerl
so eine lausige Gesellschaft!
ein lausiges Nest
lausige Zeiten
wenn ich mir auch keine lausigere (= aussichtslosere) Hoffnung vorstellen kann [DürrenmattVersprechen17]
schäbig, armselig
Beispiele:
deine lausigen paar Groschen
wie er mit dem lausigen Stipendium ... auskommen sollte [H. KantAula298]
2.
groß
Beispiele:
eine lausige Kälte, Hitze
das ist eine lausige Arbeit, Anstrengung
sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
es ist lausig kalt
das tut lausig weh
man kann lausig dabei hereinfallen
eine lausig große Lücke, lausig lange Leitung
er hat lausig viel Geld
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laus · lausen · entlausen · Lauser · lausig
Laus f. blut- oder pflanzensäftesaugendes Insekt, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. aengl. anord. lūs, mnl. luus, nl. luis, engl. louse, schwed. lus sind verwandt mit korn. low, kymr. lleuen (Plur. llau). Man erschließt ein altes Nomen ie. *lūs, Genitiv *luu̯ós. Stärkere Abweichungen von dieser Ausgangsform (zumal im Anlaut und in den Suffixen), die sich in anderen ie. Sprachen zeigen, aind. yū́kā, Pali ūkā-, lit. uteė͂, aruss. vъšь, russ. voš’ (вошь), lit. (mit Reduplikation und Ablaut) víevesa, vievesà ‘Gänselaus’, sind möglicherweise tabuierende Entstellungen, eine Art Sprachzauber zur Abwehr des lästigen Ungeziefers. Vgl. Pfeifer Tiernamen 18. Geläufig in der Redensart jmdm., sich eine Laus in den Pelz setzen ‘jmdm., sich Schwierigkeiten bereiten’, älter es ist nit not, das man leuß in ein belz werf, sie wachsen wol on das darin (16. Jh.), d. h. ‘man soll sich unnützes Tun ersparen’. lausen Vb. ‘die Läuse absuchen’, spätmhd. lūsen (14. Jh.). entlausen Vb. ‘von Läusen befreien’ (Anfang 20. Jh.). Lauser m. ‘wer Läuse hat’ (15. Jh.), dann ‘Geizhals, Knicker’ (16. Jh.); im 20. Jh. gebräuchlich für älteres Lausekerl (18. Jh.), Lausejunge (19. Jh.); vgl. auch Lausbub (s. ↗Bube). lausig Adj. ‘schäbig, schlecht, erbärmlich’, mhd. lūsec ‘voller Läuse’ (13. Jh.); in jüngerer Umgangssprache vor allem steigernd im Sinne von ‘groß, sehr’ (lausige Kälte, lausig viel Geld).

Thesaurus

Synonymgruppe
jeder Beschreibung spotten · lausig · lausig schlecht · ↗miserabel · ↗saumäßig · unter aller Kritik · zum Abgewöhnen  ●  eine Katastrophe  fig. · ↗katastrophal  fig. · sehr schlecht  Hauptform · ↗grottenschlecht  ugs. · grottig  ugs. · ↗hundsmiserabel  ugs. · ↗mies  ugs. · unter aller Kanone  ugs. · unter aller Sau  derb · ↗unterirdisch  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
armselig · ↗gering · ↗jammervoll · ↗jämmerlich · ↗kümmerlich · ↗minderwertig  ●  grenzlastig  ugs. · ↗grenzwertig  ugs. · ↗inferior  geh. · lausig  ugs. · ↗lumpig  ugs. · ↗mickrig  ugs. · piselig  ugs., rheinisch · ↗popelig  ugs. · pupsig  ugs. · ↗windig  ugs.
Assoziationen
  • (nur) Centbeträge  ●  das bisschen Geld  ugs. · die paar Euro  ugs. · so'n bisschen Geld  ugs. · so'n paar Euro  ugs.
Synonymgruppe
dürftig · lausig · ↗nachteilig · ↗negativ · ↗schädlich · ↗ungut · ↗ungünstig · von Nachteil · ↗widrig  ●  ↗schlecht  Hauptform · zu wünschen übrig lassen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drehbuch Essen Hexe Job Kompromiß Kälte Liebhaber Nest Performance Pianist Qualität Quote Rechtssystem Schauspieler Service T-Shirt Temperatur Wetter Zeit Zustand bezahlt eher kalt oft ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lausig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der war so lausig bezahlt, dass man ihm erlaubte, nebenbei kostenlos Deutsch zu studieren.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Und die sind so lausig, daß sie schon wieder gut sind, weil unfreiwillig das Original durchschimmert, und das ist ein bildhübsches Bild.
Die Zeit, 16.11.1990, Nr. 47
Wind gibt es massenhaft am Alex, an der Ecke von Tietz zieht es lausig.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 168
Der Gouverneur, dem fettere Beute erwünschter gewesen wäre, flucht über den lausigen Fang.
Fath, Rolf: Werke - S. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 20257
Wenn er die Antriebswelle ölte, wurde die lange Kannentülle zur Stichwaffe, und er stieß den Degen in einen Stiernacken, nicht in ein lausiges Ventil.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 397
Zitationshilfe
„lausig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lausig>, abgerufen am 07.12.2019.

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