lauter
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglau-ter (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lauter‹ als Erstglied: ↗Lauterkeit  ·  mit ›lauter‹ als Letztglied: ↗unlauter
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben
1.
rein, ungetrübt
Beispiele:
eine lautere Quelle
lauteres Quellwasser
lauter wie Kristall
lauter Gold
ich spreche die lautere Wahrheit
2.
aufrichtig, ehrlich
Beispiele:
ein lauterer Mensch, Charakter, ein lauteres Wesen, Gemüt
seine lautere Gesinnung
nicht ganz lautere Motive
die lautersten Absichten
der reine, lautere Wille, sich zu beugen [Feuchtw.Häßl. Herzogin248]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lauter · läutern · erläutern · Lauterkeit
lauter Adj. ‘rein, ungetrübt, aufrichtig’, ahd. (h)lūt(t)ar (8. Jh.), mhd. lūter ‘hell, rein, klar, unvermischt, lediglich’, asächs. hlūttar, mnd. mnl. lūter, lutter (nl. louter ist aus dem Nhd. entlehnt), aengl. hlūt(t)or, got. hlūtrs (germ. *hlūtra-) führen mit griech. klýzein (κλύζειν) ‘spülen, reinigen’ (wozu ↗Klistier, s. d.), alat. cluere ‘reinigen, spülen’ (s. ↗Kloake), lit. šlúoti ‘fegen, kehren’, šlúota ‘Besen’, kymr. clir ‘hell, klar’ auf ie. *k̑leu- bzw. langdiphthongische Ablautformen ie. *k̑lō(u)-, *k̑lū- ‘spülen, rein machen’, vielleicht Erweiterungen einer allerdings nur in Erweiterungen auftretenden Wurzel ie. *k̑el- ‘feucht, naß’; vgl. ie. *klep- ‘feucht’ in griech. klépas (κλέπας) ‘das Feuchte’, lit. šlãpias ‘naß, feucht, voll Wasser’. Wie bei ↗bitter (s. d.) ist die hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz unterblieben, und die Doppelkonsonanz wird nach langem Vokal aufgegeben. Die Ausgangsbedeutung ‘gespült, gewaschen’ wird bereits im Ahd. zu ‘klar, hell, unvermischt’ (vgl. mhd. lūter silber); dann oft übertragen von Haltung und Gesinnung des Menschen (lauterer Charakter, lauteres Wesen). Die im Mhd. auftretende Bedeutung ‘ausschließlich, lediglich, nur’ wird seit dem 16. Jh. in der Form des erstarrten Nominativs Sing. häufig, vgl. aus lauter Liebe, vor lauter Neugier. läutern Vb. ‘reinigen, von Schlacken befreien, bessern’, ahd. (h)lūt(t)aren ‘läutern, reinigen, klar machen’, (h)lūt(t)arēn ‘hell sein’ (8. Jh.), mhd. liutern, lūtern. erläutern Vb. ‘erklären, verdeutlichen’, ahd. ir(h)lūtt(a)rēn ‘läutern’ (um 1000), mhd. erliutern ‘rein, hell machen’, auch ‘erklären’. Lauterkeit f. ‘Reinheit, Klarheit’, mhd. lūterheit, lūterkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · nichts als · ↗pur · ↗rein · ↗schier · ↗total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · ↗eitel  veraltend · lauter  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
lauter · ↗makellos · ↗rein · ↗schuldlos · ↗unbefleckt · ↗unschuldig · unschuldig wie ein Lamm · unschuldig wie ein Lämmchen · unschuldig wie ein neugeborenes Baby
Assoziationen
Synonymgruppe
anständig · ↗aufrecht · ↗aufrichtig · ↗ehrbar · ↗ehrlich · ↗fair · ↗geradeheraus · ↗grundanständig · ↗grundehrlich · ↗grundgut · ↗kreuzbrav · lauter · ↗patent · ↗rechtschaffen · ↗redlich · ↗treu · treu und brav · ↗unverstellt · ↗veritabel · ↗wahrhaft  ●  ↗honett  geh.
Assoziationen
Antonyme
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grummeln Kritik Murren Ruf Stimmen brummt brüllen dröhnt erschallt ertönt hallt immer je klingelt kreischen lachte lauter leiser murren rumort schallt schrie schrillen schriller stöhnte tickt trommeln tönt viel

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ruf nach einem publizistischen Gesamtplan der Kirche wird immer lauter.
Die Welt, 11.01.2001
Im Vergleich zu früher sei es lauter geworden im Viertel, es gebe jetzt viel mehr Kinder.
Der Tagesspiegel, 10.12.2000
Er war entschlossen, sie mit einer kleinen Statue aus lauterem Golde zu überraschen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 14
Nun wurde das Weinen lauter, so laut, daß man es deutlich hören konnte.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3074
Das Lärmen auf der Straße wurde indes lauter, die demonstrierende Schar wurde größer.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 74
Zitationshilfe
„lauter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lauter#1>, abgerufen am 15.12.2017.

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lauter
GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennunglau-ter (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich nur, nichts als
Beispiele:
du redest lauter Unsinn, machst lauter dumme Sachen
sie verbreiteten lauter Lügen
sie hat lauter Wünsche
das sind alles lautere Knochen
dort ist nur lauter Wald
das sind lauter Kunden von mir
in unserem Abteil saßen lauter Soldaten, lauter nette Leute
mit Präposition
in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
das Leben besteht nun einmal nicht aus lauter Vergnügen
die Decke war aus lauter kleinen Quadraten zusammengesetzt
sie hat das aus lauter Liebe, Vorsicht getan
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
das Glas zersprang in lauter Scherben
sie zerriss den Bogen in lauter kleine Fetzen
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
das Kleid war mit lauter grünen Perlen bestickt
in Verbindung mit »von«
Beispiel:
sie war von lauter Verehrern umgeben
in Verbindung mit »vor«
Beispiele:
ich halte es vor lauter Spannung nicht mehr aus
er wusste sich vor lauter Entsetzen nicht zu helfen
vor lauter Arbeit komme ich nicht ins Theater
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lauter · läutern · erläutern · Lauterkeit
lauter Adj. ‘rein, ungetrübt, aufrichtig’, ahd. (h)lūt(t)ar (8. Jh.), mhd. lūter ‘hell, rein, klar, unvermischt, lediglich’, asächs. hlūttar, mnd. mnl. lūter, lutter (nl. louter ist aus dem Nhd. entlehnt), aengl. hlūt(t)or, got. hlūtrs (germ. *hlūtra-) führen mit griech. klýzein (κλύζειν) ‘spülen, reinigen’ (wozu ↗Klistier, s. d.), alat. cluere ‘reinigen, spülen’ (s. ↗Kloake), lit. šlúoti ‘fegen, kehren’, šlúota ‘Besen’, kymr. clir ‘hell, klar’ auf ie. *k̑leu- bzw. langdiphthongische Ablautformen ie. *k̑lō(u)-, *k̑lū- ‘spülen, rein machen’, vielleicht Erweiterungen einer allerdings nur in Erweiterungen auftretenden Wurzel ie. *k̑el- ‘feucht, naß’; vgl. ie. *klep- ‘feucht’ in griech. klépas (κλέπας) ‘das Feuchte’, lit. šlãpias ‘naß, feucht, voll Wasser’. Wie bei ↗bitter (s. d.) ist die hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz unterblieben, und die Doppelkonsonanz wird nach langem Vokal aufgegeben. Die Ausgangsbedeutung ‘gespült, gewaschen’ wird bereits im Ahd. zu ‘klar, hell, unvermischt’ (vgl. mhd. lūter silber); dann oft übertragen von Haltung und Gesinnung des Menschen (lauterer Charakter, lauteres Wesen). Die im Mhd. auftretende Bedeutung ‘ausschließlich, lediglich, nur’ wird seit dem 16. Jh. in der Form des erstarrten Nominativs Sing. häufig, vgl. aus lauter Liebe, vor lauter Neugier. läutern Vb. ‘reinigen, von Schlacken befreien, bessern’, ahd. (h)lūt(t)aren ‘läutern, reinigen, klar machen’, (h)lūt(t)arēn ‘hell sein’ (8. Jh.), mhd. liutern, lūtern. erläutern Vb. ‘erklären, verdeutlichen’, ahd. ir(h)lūtt(a)rēn ‘läutern’ (um 1000), mhd. erliutern ‘rein, hell machen’, auch ‘erklären’. Lauterkeit f. ‘Reinheit, Klarheit’, mhd. lūterheit, lūterkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · nichts als · ↗pur · ↗rein · ↗schier · ↗total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · ↗eitel  veraltend · lauter  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
lauter · ↗makellos · ↗rein · ↗schuldlos · ↗unbefleckt · ↗unschuldig · unschuldig wie ein Lamm · unschuldig wie ein Lämmchen · unschuldig wie ein neugeborenes Baby
Assoziationen
Synonymgruppe
anständig · ↗aufrecht · ↗aufrichtig · ↗ehrbar · ↗ehrlich · ↗fair · ↗geradeheraus · ↗grundanständig · ↗grundehrlich · ↗grundgut · ↗kreuzbrav · lauter · ↗patent · ↗rechtschaffen · ↗redlich · ↗treu · treu und brav · ↗unverstellt · ↗veritabel · ↗wahrhaft  ●  ↗honett  geh.
Assoziationen
Antonyme
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Grummeln Kritik Murren Ruf Stimmen brummt brüllen dröhnt erschallt ertönt hallt immer je klingelt kreischen lachte lauter leiser murren rumort schallt schrie schrillen schriller stöhnte tickt trommeln tönt viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lauter‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ruf nach einem publizistischen Gesamtplan der Kirche wird immer lauter.
Die Welt, 11.01.2001
Im Vergleich zu früher sei es lauter geworden im Viertel, es gebe jetzt viel mehr Kinder.
Der Tagesspiegel, 10.12.2000
Er war entschlossen, sie mit einer kleinen Statue aus lauterem Golde zu überraschen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 14
Nun wurde das Weinen lauter, so laut, daß man es deutlich hören konnte.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3074
Das Lärmen auf der Straße wurde indes lauter, die demonstrierende Schar wurde größer.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 74
Zitationshilfe
„lauter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lauter#2>, abgerufen am 15.12.2017.

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