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lauthals

Grammatik Adverb
Aussprache 
Worttrennung laut-hals
formal verwandt mitHals1
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich sehr laut, aus voller Kehle
Beispiele:
lauthals singen, schreien
er lachte lauthals los
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hals · halsen1 · halsen2 · Halsabschneider · Halsgericht · halsstarrig · lauthals
Hals m. ‘Kopf und Rumpf verbindender Körperteil’, ahd. hals (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. hals, aengl. heals, anord. hals, schwed. hals, got. hals (germ. *halsa-) vergleichen sich mit lat. collus (aus *colsos), collum ‘Hals, Bergjoch’. Die Zuordnung zur Wurzel ie. *ku̯el(ə)- ‘(sich) drehen’, wobei Hals als ‘Dreher’ aufzufassen wäre, ist nur möglich, wenn für das Germ. und Lat. Verlust des labialen ‐ͧ vor dem ie. o der zweiten Hochstufe angenommen wird. Vielleicht ist auch Anschluß an die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. Halde, hold) zu erwägen? Hals steht in zahlreichen festen Verbindungen und bildlichen Wendungen, die zunächst an das Äußere des Körperteils anknüpfen, wie Hals über Kopf (aus über Hals und Kopf), jmdm. (vor Freude) um den Hals fallen, etw. auf dem Halse haben. Auf alte Formen der Todesstrafe, das Köpfen, Henken, Rädern, gehen zurück: es geht ihm an den Hals, sich um Hals und Kragen reden. Die Innenseite des Halses im Sinne von ‘Schlund, Kehle’ ist gemeint in Wendungen wie den Hals nicht voll kriegen, jmdm. den Hals stopfen. Vielfach wird Hals übertragen auf halsähnliche Teile von Sachgegenständen (Flaschenhals, Oberschenkelhals). – halsen1 Vb. ‘umarmen’, ahd. halsen (8. Jh.), helsen (9. Jh.), mhd. halsen, helsen (auch nhd. noch hälsen), asächs. helsian, mnd. helsen, anord. halsa. Die schwachen Verben sind Ableitungen vom Substantiv. Die unkomponierte Verbform tritt im Nhd. allmählich zurück und wird im 19. Jh. durch umhalsen, ahd. umbihalsen (8. Jh.), mhd. umbehalsen, umbehelsen verdrängt. halsen2 Vb. ‘das Segel beim Wenden auf die andere Bootsseite nehmen’ (19. Jh.), zu Hals(e) ‘untere Ecke des Segels’, eigentlich ‘Dreher’ (18. Jh.), vgl. gleichbed. anord. hals. Halsabschneider m. ‘Betrüger, Wucherer’ (19. Jh.). Halsgericht n. historisch ‘Gericht für todeswürdige Verbrechen’, mhd. halsgerihte, auch ‘Richtplatz’. halsstarrig Adj. ‘eigensinnig, unnachgiebig’, Ableitung (16. Jh.) von Halsstarre ‘Steifhalsigkeit’, zunächst ‘an Halsstarre leidend’, unter Einfluß von spätmhd. frühnhd. halsstarc ‘eigensinnig’ auf die Willenshaltung des Menschen übertragen. lauthals Adv. ‘aus voller Kehle’; aus nd. lūdhals (19. Jh.) zu Anfang des 20. Jhs. ins Hd. eingedrungen, wo um 1800 bereits lauthalsig.

Thesaurus

Synonymgruppe
aus Leibeskräften · aus voller Brust · aus voller Kehle · in Megaphonlautstärke · lauthals · lautstark · mit lauter Stimme · schallend · stimmgewaltig  ●  dass es nur so eine Art hat  veraltet · so laut jemand kann  variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›lauthals‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lauthals‹.

Verwendungsbeispiele für ›lauthals‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lauthals nach der „Bedienung" zu schreien bewirkt nur selten liebevolle Zuwendung. [Die Zeit, 06.05.1994, Nr. 19]
Lauthals fallen sie in den Chor ein, singen aus voller Kehle. [Die Zeit, 03.04.1995, Nr. 14]
Lauthals schimpfend verließ er ein Treffen der Parteichefs mit dem Staatspräsidenten. [Die Zeit, 10.11.2011 (online)]
Lauthals brüstet sich Hagen mit seiner Untat und verlangt als rechtmäßige Beute den Ring vom Finger des Toten. [Loriot [d.i. Vicco von Bülow]: Sehr verehrte Damen und Herren …, Zürich: Diogenes 1993, S. 160]
Lauthals wetterte Franz gegen die Politik in Berlin und Brüssel. [Die Zeit, 17.03.2011 (online)]
Zitationshilfe
„lauthals“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lauthals>.

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