lebendig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungle-ben-dig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lebendig‹ als Erstglied: ↗Lebendigkeit  ·  mit ›lebendig‹ als Letztglied: ↗quicklebendig · ↗quietschlebendig · ↗springlebendig · ↗unlebendig
 ·  mit ›lebendig‹ als Grundform: ↗verlebendigen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
lebend, am Leben befindlich
Gegenwort zu tot
Beispiele:
ein lebendiger Organismus, ein lebendiges Geschöpf
der Aufbau der lebendigen (= belebten) Materie, Substanz
hier ist keine lebendige Seele (= niemand)
die Säugetiere bringen lebendige Junge zur Welt
sie sind bei lebendigem Leibe verbrannt
die erstarrten Hände wurden wieder lebendig (= belebten sich wieder)
wir können ihn nicht wieder lebendig machen
nach der tagelangen Anstrengung war sie mehr tot als lebendig
jmdn. tot oder lebendig herbringen
in dieser Einöde kamen wir uns wie lebendig begraben vor
umgangssprachlich er nimmt's von den Lebendigen, vom Lebendigen (= fordert hohe Preise)
Abgeschnitten von allem Lebendigen ... lagen sie so auf einer Insel [E. ClaudiusGrüne Oliven133]
bildlich
Beispiele:
das lebendige (= noch nicht vom Körper losgetrennte) Fleisch
das lebendige (= frische) Grün
das lebendige (= fließende) Wasser
ein lebendiges Beispiel für etw. geben (= Vorbild für etw. sein)
er stand da wie ein lebendiges Fragezeichen (= seine Haltung drückte eine einzige Frage aus)
Marxismus die lebendige Arbeit (= Arbeit, die auf jeder Produktionsstufe bei der Herstellung eines Produkts neu aufgewendet wird)
2.
wirksam, wirkend, fortwirkend
Beispiele:
die lebendige Wirklichkeit, Empfindung
das lebendige Leben, Gefühl, Wort
der lebendige Geist, Glaube
Religion der lebendige (= waltende) Gott
das lebendige Schaffen eines Volkes
das lebendige Gewissen der Nation
lebendiges Wissen vermitteln
alte Geschichten, Namen wurden wieder lebendig
Die Erinnerung an das Zusammentreffen ... blieb lange Tage in Arthur lebendig [R. BartschGeliebt262]
3.
munter, voller Leben, lebhaft
Beispiele:
ein lebendiges Gesicht, lebendiger Blick
eine lebendige Phantasie besitzen
mit lebendigem (= wachem) Interesse zuhören
die Kinder sind sehr lebendig
nun wurde es auf den Straßen lebendig
etw. lebendig (= mit Leben erfüllt) gestalten, empfinden
dieses Ereignis steht mir noch heute lebendig vor Augen
sich [Dativ] etw. lebendig vorstellen
Mit auffallend schnellen, lebendigen Augen ... schaute er auf die Gräfin [Feuchtw.Füchse131]
fesselnd
Beispiele:
ein lebendiger Erzähler
eine lebendige (= rege) Diskussion
der Vortragende ließ ein lebendiges Bild des alten Berlin vor uns entstehen
er fesselte uns durch seine lebendige Darstellung
sein Unterricht war lebendig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leben · Leben · Lebenslauf · Lebensmittel · lebendig · lebhaft · Lebemann · Lebewesen · Lebewohl · ableben · erleben · Erlebnis · überleben · verleben · verlebt
leben Vb. ‘lebendig, nicht tot sein, existieren, sich von etw. ernähren, wohnen’, ahd. lebēn ‘leben, wohnen, überleben’ (8. Jh.), mhd. leben, asächs. libbian, mnd. mnl. lēven, nl. leven, aengl. libban, engl. to live, anord. lifa ‘leben’, schwed. leva und got. liban sind verwandt mit ↗bleiben (s. d.) und im Sinne von ‘beharren, dauern’ (wie auch ↗Leib, s. d.) an die dort genannte Wurzel anzuschließen. Leben n. ‘das Existieren, lebhaftes Treiben, Betrieb’, ahd. lebēn ‘Leben, Umgang’ (um 1000), mhd. leben, auch ‘Lebensweise, Stand, Orden’, substantivierter Infinitiv, der für das in alter Zeit gleichbed., unter ↗Leib (s. d.) behandelte Substantiv eintritt. Lebenslauf m. (17. Jh.), Übersetzung von lat. curriculum vītae. Lebensmittel Plur. ‘Nahrungsmittel’ (17. Jh.). lebendig Adj. ‘lebend, lebhaft’, ahd. lebēntīg (9. Jh.), mhd. lebendec, lebendic. lebhaft Adj. ‘frisch, munter’, mhd. lebehaft ‘Leben habend, lebendig’. Lebemann m. ‘seinen Vergnügungen lebender Mann’, Ende 18. Jh. für ↗Bonvivant (s. d.). Lebewesen n. ‘lebender Organismus’ (16. Jh.). Lebewohl n. Substantivierung des imperativischen Abschiedsgrußes lebe wohl! (17. Jh.). ableben Vb. ‘sterben, verscheiden’ (17. Jh.), zuvor ‘erleben, durchleben’ (16. Jh.), vgl. mnd. aflēven ‘erleben’ (14. Jh.). erleben Vb. ‘bis zu einer bestimmten Zeit leben, etw. erfahren, von etw. betroffen werden’ (15. Jh.). Erlebnis n. ‘miterlebtes Geschehnis, Ereignis von nachhaltiger Wirkung’ (1. Hälfte 19. Jh.). überleben Vb. ‘länger leben als, überstehen’, ahd. ubarlebēn (9. Jh.), mhd. überleben. verleben Vb. ‘(eine Zeit) verbringen, (Geld, Geldeswert) für den Lebensunterhalt aufbrauchen’, mhd. verleben ‘(eine Zeit) verbringen, überleben, ableben, verwelken’. verlebt Part.adj. ‘alt geworden, durch ungesunde Lebensführung verbraucht’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
lebend · lebendig · unter den Lebenden · ↗untot
Antonyme
  • lebendig
Synonymgruppe
aktiv · in Bewegung · lebendig · ↗lebenskräftig · ↗lebhaft · ↗munter · ↗quicklebendig · ↗quirlig · ↗rege · sanguin · ↗springlebendig · ↗tätig · ↗umtriebig · ↗vital  ●  ↗kregel  regional · ↗wach  fig. · nicht kaputt zu kriegen  ugs. · ↗putzmunter  ugs. · ↗quietschlebendig  ugs. · ↗rührig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
frisch · lebendig
Synonymgruppe
anschaulich · ↗bildhaft · ↗farbig · ↗illustrativ · lebendig · ↗lebensnah · ↗plastisch · ↗sinnfällig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschauung Beweis Demokratie Denkmal Erinnerung Gegenwart Geist Gott Jungfernstieg Kunstszene Leib Organismus Schilderung Tradition Wesen Wirklichkeit Zeugnis anschaulich begraben frisch geblieben geschrieben geworden höchst sehr tot vielfältig wieder äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lebendig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kunst aber zeigt sich in diesen Werken, die keine Werke sein wollen, so lebendig wie schon lange nicht mehr.
Die Zeit, 30.09.2012, Nr. 39
Aber das Leben ist für mich eine Folge von Risiken, sonst würde ich mich nicht lebendig fühlen.
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2004
Neben dem Verkehr vermittelt uns die Arbeit auf der Straße ein lebendiges Bild ihres Lebens.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 42
Sollten sie mich immer wieder von der lebendigen Welt da draußen trennen?
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 5126
Zitationshilfe
„lebendig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lebendig>, abgerufen am 14.10.2019.

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