ledig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungle-dig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ledig‹ als Grundform: ↗Ledige
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
frei, ohne Behinderung
a)
gehoben
Grammatik: mit vorangestelltem Gen.
Beispiel:
aller Sorgen, Schuld, Verantwortung, Pflichten ledig sein
verstärkend
Beispiele:
frei und ledig sein
los und ledig sein
b)
landschaftlich, veraltend
Beispiele:
ein lediges Pferd (= Pferd ohne Reiter)
einen Gefangenen ledig lassen (= freilassen)
der Acker liegt ledig (= brach)
und ein lediges (= nicht angebundenes) Rind tappte ... auf mich zu [G. KellerGr. Heinrich4,162]
2.
unverheiratet
Beispiele:
ein lediger Mann
seine Tochter ist noch ledig
eine Steuer für Ledige
veraltendein lediges (= uneheliches) Kind
Du aber, Frerk, bist eine ledige Existenz [WeisenbornMädchen38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ledig · entledigen · erledigen
ledig Adj. ‘frei, unbehindert, unverheiratet’, mhd. ledec, ledic, auch ‘müßig’, mnd. lēdich, leddich ‘frei, unverheiratet, müßig’, mnl. lēdich, nl. ledig, leeg ‘leer, nichts enthaltend, frei, müßig’, anord. liðugr ‘beweglich, ungehindert, frei, wohlwollend’, schwed. ledig ‘biegsam, geschmeidig, beweglich, ungezwungen, frei’. Trotz der unterschiedlichen Verwendungsweisen in den Einzelsprachen kann man von einer ursprünglichen Bedeutung ‘gelenkig, beweglich’ ausgehen und die Adjektive als Ableitungen zu den unter ↗Glied (s. d.) behandelten unpräfigierten germ. Formen (vgl. ahd. lid) stellen. Aus ‘mit Gliedern, Gelenken versehen’ entwickeln sich ‘beweglich, ungebunden, frei (von)’ und weitere einzelsprachliche Bedeutungsvarianten. entledigen Vb. ‘sich (von einer Sache) frei machen’, mhd. entledigen neben gleichbed. ledigen, das im 16. Jh. zurücktritt. erledigen Vb. ‘ausführen, vernichtend besiegen’, mhd. erledigen ‘frei machen, in Freiheit setzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(noch) frei · (noch) zu haben · ↗Single · ↗allein · allein lebend · ↗alleinstehend · ↗ehelos · ledig · nicht liiert · ohne Frau · ohne Mann · ohne Partner · ohne Partner (lebend) · ohne Partnerin · ohne feste Bindung · ↗partnerlos · sitzen geblieben · ↗solo · ↗unbemannt · ↗ungebunden · ↗unverheiratet · ↗unvermählt  ●  nicht verpartnert  Amtsdeutsch · ↗unbeweibt  veraltet, scherzhaft · hat keinen abgekriegt  ugs., abwertend · keine(n) abbekommen (haben)  ugs., abwertend · ↗unverehelicht  fachspr., Papierdeutsch
Assoziationen
  • auseinander · geschieden · ↗getrennt · nicht mehr verheiratet · wieder frei · wieder zu haben
  • (älterer) Junggeselle · Junggeselle aus Überzeugung · eingefleischter Junggeselle  ●  ↗Hagestolz  veraltet
  • (alte) Juffer  ugs., rheinisch · alte Jungfer  ugs. · spätes Mädchen  ugs.
Antonyme
  • verheiratet

Typische Verbindungen zu ›ledig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angestellte Arbeitnehmer Arbeitslos Arbeitslose Assistenzarzt Durchschnittsverdiener Facharbeiter Juristin Kaufmann Kindsmutter Kollegin Krankenschwester Kronprinz Mutter Mutterschaft Rentner Sekretärin Sparer Vater Verkäuferin arbeitslos geblieben geschieden kinderlos männlich schwanger verheiraten verheiratet verwitwet weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ledig‹.

Verwendungsbeispiele für ›ledig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Uneheliche Kinder gibt es so wenig mehr wie die ehedem so vielfach diskriminierte ledige Mutter.
Die Welt, 03.08.2000
Vorstellbar wäre auch das Schicksal einer ledigen türkischen Frau, für die es außerordentlich schwierig ist, sich zu ihrem Kind zu bekennen.
Süddeutsche Zeitung, 19.07.1999
Vielleicht war es ihm auch nicht unlieb, so leichten Kaufes der Last des Dankes ledig zu sein.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 170
Er war seiner Pflichten ledig, hatte Zeit und brauchte Geld.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 224
Wer Verpflichtungen gegenüber Klöstern und anderen geistlichen Institutionen hatte, war froh, ihrer auf leichte Weise ledig zu werden.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7140
Zitationshilfe
„ledig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ledig>, abgerufen am 20.02.2020.

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