Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

legitim

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung le-gi-tim
Wortbildung  mit ›legitim‹ als Erstglied: Legitimist · legitimerweise · legitimieren
 ·  mit ›legitim‹ als Letztglied: illegitim  ·  mit ›legitim‹ als Grundform: Legitimität
Herkunft zu gleichbedeutend lēgitimuslat < lēxlat ‘Gesetz’
eWDG

Bedeutung

gesetzmäßig, rechtmäßig
in gegensätzlicher Bedeutung zu illegitim
Beispiele:
eine legitime Macht, Regierung
mit legitimen Mitteln arbeiten
[jemand] der keinerlei Ansprüche stellte auf legitime Zuzugsgenehmigung [ KasackStadt579]
ehelich
Beispiele:
ein legitimer Nachkomme
ein Kind für legitim erklären
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legitim · illegitim · Legitimation · legitimieren · Legitimität
legitim Adj. ‘rechts-, gesetzmäßig, gesetzlich zulässig, anerkannt’. Lat. lēgitimus (zu lat. lēx ‘Gesetz’) geht mit lat. Flexion in dt. rechtssprachlichen Gebrauch ein und dringt von dort aus in eingedeutschter Form in die Allgemeinsprache (18. Jh.). Dazu das Antonym illegitim Adj. ‘unrechtmäßig, gesetzlich nicht anerkannt’, auch ‘unehelich’ (18. Jh.), aus lat. illēgitimus ‘ungesetzlich, gesetzwidrig, unerlaubt’. Legitimation f. ‘Berechtigung, Beglaubigung, Ausweis’ (16. Jh.), auch ‘Beglaubigungsdokument’ (18. Jh., für älteres Legitimationsbrief, 17. Jh.) und ‘rechtliche Anerkennung eines unehelichen Kindes’, aus gleichbed. mfrz. frz. légitimation, mlat. legitimatio. legitimieren Vb. ‘für legitim erklären, berechtigen, beglaubigen, rechtlich anerkennen’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich ausweisen’ (17. Jh.), unter Einfluß von mfrz. frz. légitimer aus mlat. legitimare ‘rechtlich anerkennen’. Legitimität f. ‘Rechtmäßigkeit’ (Anfang 19. Jh.), aus gleichbed. frz. légitimité, in der speziellen Bedeutung ‘Gesetzlichkeit der Erb- und Thronfolge des angestammten Herrscherhauses’ durch Talleyrand auf dem Wiener Kongreß (1814/15) allgemein geworden; mlat. legitimitas (Genitiv legitimitatis) ‘Ehelichkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
berechtigt · dem Recht entsprechend · erlaubt · gesetzeskonform · gesetzlich · legal · legitim · nach Recht und Gesetz · nach dem Gesetz · rechtens · rechtlich einwandfrei · rechtmäßig · statthaft · zugelassen · zulässig  ●  rechtssicher  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›legitim‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›legitim‹.

Verwendungsbeispiele für ›legitim‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sich ans Wort zu halten, erscheint nun als der legitime Weg der Erkenntnis. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 388]
Er, der legitime Sohn des französischen Volkes, hat sich nie so weit erniedrigen können, dem Mob zu applaudieren. [Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 174]
Vielleicht gelingt es uns dann endlich, eine legitime Regierung zu berufen. [Die Zeit, 16.12.1998, Nr. 52]
In diesem Sinne ist das Verlangen nach einer "benutzerfreundlichen" Theologie durchaus legitim. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Aber nicht alle galten der israelitischen Tradition als gleich legitim. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 170]
Zitationshilfe
„legitim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/legitim>.

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