leiblich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungleib-lich (computergeneriert)
WortzerlegungLeib-lich
Wortbildung mit ›leiblich‹ als Erstglied: ↗Leiblichkeit  ·  mit ›leiblich‹ als Grundform: ↗verleiblichen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
den Leib, Körper betreffend, körperlich
Beispiele:
sein leibliches Befinden ist zufriedenstellend
leibliche Not leiden
die leibliche Gestalt, das leibliche Sein des Menschen
für jmds. leibliches Wohl (= körperliches Wohlbefinden, bes. seine Nahrung) sorgen
etw. mit leiblichen Augen (= in Wirklichkeit, selbst) sehen
Er stammte irgendwie, wenn nicht leiblich, so doch ideell, aus der Mancha her [G. Hauptm.4,368]
2.
wirklich, blutsverwandt, eigen
Beispiele:
die leibliche Mutter, Tante
sein leiblicher Vater, Sohn
sie sorgten für das Kind wie leibliche Eltern
sie ist seine leibliche Nichte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leib · beileibe · leibeigen · Leibeigenschaft · leiben · einverleiben · entleiben · Entleibung · Leibrente · leibhaft · leibhaftig · leiblich · beleibt · Leibchen · Leibesübung · Leibgarde
Leib m. ‘(menschlicher, tierischer) Körper, Unterleib, Bauch, Magen’, ahd. līb ‘Leben, Lebensweise’ (8. Jh.), mhd. līp ‘Leben, Körper, Magen’, umschreibend ‘Person, Mensch’, asächs. mnd. līf, mnl. nl. lijf, aengl. līf, engl. life, anord. līf, schwed. liv gehört wie ↗leben (s. d.) zu der unter ↗bleiben (s. d.) angeführten Wurzel. Leib wird in seiner alten Bedeutung ‘Leben’ vom substantivierten Infinitiv Leben n. verdrängt; vgl. dazu die paarige Rechtsformel Leib und Leben (16. Jh.). beileibe Adv. ‘bestimmt, wirklich’, meist beileibe nicht ‘wahrhaftig, wirklich nicht, unter keinen Umständen’, eigentlich ‘beim Leben (nicht)’, frühnhd. (16. Jh.) bey leyb, bei leib, beyleib (nicht). leibeigen Adj. ‘persönlich unfrei, hörig’, spätmhd. līpeigen, entstanden aus der Formel mhd. eigen von dem lībe ‘mit dem Leben, dem Leibe jmdm. zugehörig’; Leibeigenschaft f. ‘völlige rechtliche Abhängigkeit der Bauern (und Handwerker) vom Feudalherrn’ (15. Jh.). leiben Vb. ‘einen Körper bilden, leben’ (16. Jh.), nur noch in der Wendung wie er leibt und lebt. einverleiben Vb. ‘zu einem Ganzen verbinden, in etw. aufgehen lassen, eingliedern’ (15. Jh.), für spätlat. incorporāre, Kontamination aus gleichbed. einleiben und verleiben (beide 15. Jh.). entleiben Vb. ‘ums Leben bringen, töten’, mhd. entlīben, mnd. entlīven, reflexiv ‘sich selbst umbringen, Selbstmord begehen’ (17. Jh., vereinzelt 14. Jh.). Entleibung f. ‘Mord, Todschlag, Selbstmord’ (16. Jh.), mhd. entlībunge ‘Tod’. Leibrente f. ‘Rente auf Lebenszeit’, frühnhd. leyprente (1400), mnd. līfrente (14. Jh.). leibhaft Adj. ‘wirklich und wahrhaftig, echt’, ahd. lībhaft(i) ‘lebend’ (um 800), mhd. līphaft ‘Leben habend, lebend, mit Körper versehen, wohlgestaltet, persönlich’. leibhaftig Adj. mhd. līphaftic. leiblich Adj. ‘den Leib betreffend, körperlich, wirklich, blutsverwandt’, ahd. līblīh ‘lebend, lebendig’ (9. Jh.), mhd. līplich ‘körperlich, persönlich, leibhaftig’. beleibt Adj. euphemistisch für ‘dick, korpulent’ (Campe 1807). Leibchen n. ‘(den Leib bedeckendes) westenartiges Kleidungsstück, Mieder’, anfangs auch ‘kleiner Körper’ (17. Jh.), wohl nach dem Vorbild frz. corselet m. (abgeleitet von frz. corps m. ‘Körper, Leib’). Leibesübung f. ‘Übung zur körperlichen Ertüchtigung, Sport’ (16. Jh.). Leibgarde f. ‘militärische Einheit zum persönlichen Schutz, besonders eines regierenden Fürsten’ (um 1600); vgl. älteres Leibgewardi (16. Jh.), mfrz. frz. garde du corps.

Thesaurus

Synonymgruppe
(mein) eigen Fleisch und Blut · biologisch verwandt · ↗eigen · leiblich · ↗verwandt  ●  ↗blutsverwandt  Hauptform · genetisch verwandt  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
fleischlich · ↗körperlich · leiblich · ↗sinnlich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkömmling Adoptivkind Auferstehung Elter Eltern Elternteil Ertüchtigung Erzeuger Genuß Geschwister Himmelfahrt Hülle Logos Mutter Nachkomme Nachkommenschaft Sohn Tochter Tüchtigkeit Unversehrtheit Vater Vaterschaft Vetter Wohl Wohlbefinden Wohlergehen Zeugung geistig geistlich seelisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›leiblich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Rest geht zu gleichen Teilen an die leiblichen Kinder.
Bild, 24.12.2004
Ihr leiblicher Vater bedrohte die Mutter mit dem Messer, die Tochter kriegte es mit.
Der Tagesspiegel, 19.02.2000
Mann und Frau sind anders, nicht nur leiblich, auch geistig.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 139
Für das leibliche Wohl der Gäste kann schon manches am Tage vorher vorbereitet werden.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 24
Wir wollen beide so weitermachen und das leibliche Wohl wird sich in Lauterbach wohl sehr gesteigert haben.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.07.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„leiblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/leiblich>, abgerufen am 16.12.2018.

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