leichtsinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungleicht-sin-nig
WortzerlegungLeichtsinn-ig
Rechtschreibregeln§ 36 (1)
Wortbildung mit ›leichtsinnig‹ als Erstglied: ↗Leichtsinnigkeit · ↗leichtsinnigerweise
eWDG, 1969

Bedeutung

leichtfertig
a)
sorglos, unbekümmert, unvorsichtig
Beispiele:
er geht leichtsinnig mit dem Geld um
er gab leichtsinnig das Versprechen, setzte seine Gesundheit leichtsinnig aufs Spiel
b)
moralisch bedenkenlos, nicht einwandfrei, leichtlebig
Beispiele:
ein leichtsinniges Mädchen
ein leichtsinniges Leben führen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leicht · leichtern · erleichtern · Leichtigkeit · leichtfertig · Leichtfertigkeit · leichtgläubig · leichtsinnig · Leichtsinnigkeit · Leichtsinn
leicht Adj. ‘von geringem Gewicht, nicht schwierig, bekömmlich, schnell, unbeschwert, heiter, leichtsinnig’, ahd. līhti (8. Jh.), līht (11. Jh.), mhd. līht(e), asächs. līht- (in līhtlīk), mnd. licht, lucht, mnl. licht, lecht, nl. licht, aengl. lēoht, līht, engl. light, anord. lēttr, schwed. lätt, got. leihts führen auf eine Adjektivbildung germ. *lenhta- bzw. *līht(j)a- mit Nasalausfall und Ersatzdehnung, so daß als verwandt auch ↗gelingen (s. d.) und (schwundstufig) ↗Lunge und ↗lungern (s. d.) herangezogen werden können. Vergleicht man ferner ebenfalls Nasalausfall aufweisendes, doch ohne t-Suffix gebildetes aind. laghúḥ ‘leicht, unschwer, gering’, (älter) raghúḥ ‘eilend, schnell, geschwind, Renner’, griech. elachýs (ἐλαχύς) ‘klein, gering’ sowie lit. leñgvas ‘leicht’, so kann von ie. *lengu̯h- bzw. *lṇgu̯h- ausgegangen werden, einer nasalierten Form der Wurzel ie. *legu̯h- ‘leicht in Bewegung und Gewicht’, an die lat. levis ‘leicht, schnell, sanft, unbedeutend’, air. (Komp.) laigiu ‘kleiner, schlechter’, aslaw. lьgъkъ, russ. lëgkij (лёгкий) ‘leicht’ anschließbar wären. leichtern Vb. ‘leichter machen’, vom Komparativ des Adjektivs abgeleitet, ahd. līhterōn ‘leichter machen, erleichtern, mildern’ (um 1000), mhd. līhtern, auch ‘leichter werden’; dazu erleichtern Vb. ‘leichter machen, von einer Last befreien’, ahd. irlīhterōn (11. Jh.), mhd. erlīhter(e)n. Leichtigkeit f. ‘das Leichtsein, Mühelosigkeit, Ungezwungenheit’, mhd. līhtecheit, līhtekeit, līhtikeit. leichtfertig Adj. ‘unbesonnen, unüberlegt, leichtsinnig’, mhd. līhtvertec, līhtvertic ‘leicht, schnell in der Bewegung, fein’, auch ‘schwächlich’; Leichtfertigkeit f. mhd. līhtvertecheit. leichtgläubig Adj. ‘schnell etw. glaubend, leicht zu täuschen’ (16. Jh.). leichtsinnig Adj. ‘leichten Sinnes, fröhlich, unbekümmert, lustig’ (16. Jh.), dann ‘leichtfertig, unüberlegt, unbedacht’ (17. Jh.); entsprechend Leichtsinnigkeit f. ‘unbekümmerter, heiterer Sinn’ (16. Jh.), dann ‘Leichtlebigkeit, Mangel an Überlegtheit, Unvorsichtigkeit’ (17. Jh.), in dieser Verwendung vom 18. Jh. an allmählich von Leichtsinn m. zurückgedrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
grob fahrlässig · grobfahrlässig · leichtsinnig · ↗nachlässig · ↗sorglos
Assoziationen
Synonymgruppe
gewagt · ↗leichtfertig · ↗risikoaffin · ↗risikofreudig · ↗waghalsig  ●  leichtsinnig  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
allzu selbstsicher · leichtsinnig · ↗übermütig
Assoziationen
  • (sich) jetzt für Gott weiß wen halten · (sich) jetzt für den Größten halten  ●  (jemandem) zu Kopf(e) gestiegen sein (Erfolg, Lob, Auszeichnung)  Hauptform, fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Ballverlust Fahrweise Frauenzimmer Konkurs Lebenswandel Skifahrer Streich Umgang Unterfangen Unternehmung Verhalten bisweilen dumm fahrlässig gewissenlos höchst mutwillig oberflächlich riskieren rücksichtslos umgehen unerfahren unverantwortlich verantwortungslos verschenken verschwenderisch verspielen Überholmanöver überheblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›leichtsinnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Theorie war er klüger, in der Praxis weit leichtsinniger.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2002
Es war leichtsinnig für eine Frau, abends allein herumzulaufen, aber sie brauchte jetzt Bewegung.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 253
Auch eine Frau J. war mit ihrem Geld etwas leichtsinnig.
Bild, 03.11.1998
Und wenn Du sagst, ich sei leichtsinnig, dann tust Du mir wirklich unrecht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich habe oft Sehnsucht, auch einmal leichtsinnig zu sein, aber werde es wohl schwerlich werden.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 3812
Zitationshilfe
„leichtsinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/leichtsinnig>, abgerufen am 19.04.2019.

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