leimen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglei-men
Wortbildung mit ›leimen‹ als Letztglied: ↗anleimen · ↗aufleimen · ↗ungeleimt · ↗zusammenleimen
eWDG, 1969

Bedeutung

die Teile eines (hölzernen) Gegenstandes mit Leim bestreichen und sie so zusammensetzen, dass sie fest miteinander verbunden sind
Beispiele:
einen Stuhl, den Tisch, zerbrochene Spielsachen (wieder) leimen
der Hocker ist schlecht geleimt
geleimtes (= unter Zusatz von Leim hergestelltes) Papier
bildlich
Beispiel:
die Sache zwischen Grete und René ist dann ... irgendwie doch noch geleimt worden [DodererStrudlhofstiege350]
salopp, übertragen jmdn. leimenjmdn. anführen, betrügen
Beispiele:
er hat ihn geleimt
du willst mich wohl leimen?
jetzt ist er der Geleimte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leim · leimen · Leimrute
Leim m. ‘Klebstoff’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. anord. līm, mnl. nl. lijm, engl. lime, schwed. lim führt auf germ. *leima- und im Sinne von ‘klebrige Erdmasse’ mit ablautendem ↗Lehm (s. d.) auf die dort genannte Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’. Mhd. līm ist vor allem der ‘Vogelleim’; auf die mit Leim bestrichene Rute des Vogelstellers beziehen sich Wendungen wie jmdm. auf den Leim gehen, kriechen ‘auf jmdn. hereinfallen’, jmdn. auf den Leim führen, locken ‘jmdn. betrügen, anführen’. Vgl. ferner aus dem Leim gehen ‘entzweigehen, zerbrechen’ (17. Jh.). leimen Vb. ‘(mit Leim) kleben, befestigen, mit Leim bestreichen’ (Vogelruten), ahd. līmen (10. Jh.; gilīmen, um 800), mhd. līmen ‘mit Leim bestreichen, fest zusammenfügen, vereinigen, mit Leim fangen’; die übertragene Bedeutung ‘anführen, betrügen’ (19. Jh.) knüpft an die Wendung den Vogel leimen ‘mit Leim fangen’ an. Leimrute f. ‘mit Leim bestrichene Rute zum Vogelfang’, mhd. līmruote.

Thesaurus

Synonymgruppe
kitten · ↗kleben · ↗kleistern · leimen
Assoziationen
Synonymgruppe
begaunern · ↗hereinlegen · hinters Licht führen · über den Löffel balbieren · über den Löffel barbieren  ●  ↗betrügen  Hauptform · ↗anschmieren (Abschwächung)  ugs. · aufs Kreuz legen  ugs., fig. · ↗bescheißen  derb · ↗lackmeiern  ugs. · leimen  ugs. · ↗linken  ugs. · über den Tisch ziehen  ugs., fig. · übers Ohr hauen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrüger Holz aufleimen hobeln hämmern kleben malen nageln schrauben sägen zusammenleimen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›leimen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Bank soll zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bemerkt haben, geleimt worden zu sein.
Die Zeit, 29.07.2007 (online)
Einer, der bis tief in die Nacht sägte, hobelte und leimte.
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2004
Es ist kaum geleimt, saugfähig und elastisch, jedoch nicht knitterfest.
o. A.: Lexikon der Kunst - J. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 18826
Heute wurde nur für die Aufführung gearbeitet, es wurde zugeschnitten, gepappt und geleimt.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6982
Die Eckverbände können stumpf geleimt und zusätzlich genagelt werden oder sind zu zinken und zu nageln, verdeckt oder sichtbar zu dübeln.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 154
Zitationshilfe
„leimen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/leimen>, abgerufen am 09.12.2019.

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