lernen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungler-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lernen‹ als Erstglied: ↗Lernaktiv · ↗Lernanstalt · ↗Lernbedingung · ↗Lernbegier · ↗Lernbegierde · ↗Lernbehinderung · ↗Lernbereich · ↗Lerneifer · ↗Lerner · ↗Lernerfolg · ↗Lernfrage · ↗Lerngeschichte · ↗Lerngruppe · ↗Lerninhalt · ↗Lernleistung · ↗Lernmaterial · ↗Lernmittel · ↗Lernmöglichkeit · ↗Lernphase · ↗Lernprogramm · ↗Lernpsychologie · ↗Lernschwester · ↗Lernschwierigkeit · ↗Lernsoftware · ↗Lernstoff · ↗Lernumgebung · ↗Lernvoraussetzung · ↗Lernvorgang · ↗Lernweg · ↗Lernziel · ↗lernbar · ↗lernbegierig · ↗lernbehindert · ↗lernfähig · ↗lerngestört · ↗lernwillig
 ·  mit ›lernen‹ als Letztglied: ↗ablernen · ↗anlernen · ↗auslernen · ↗belernen · ↗dazulernen · ↗einlernen · ↗hinzulernen · ↗kennenlernen · ↗mitlernen · ↗nachlernen · ↗umlernen · ↗zulernen
 ·  Ableitungen von ›lernen‹: ↗erlernen · ↗verlernen
 ·  Ableitung von ›lernen‹: ↗Lernen  ·  mit ›lernen‹ als Grundform: ↗gelernt
eWDG, 1969

Bedeutung

Kenntnisse verschiedenster Art erwerben
a)
sich durch Unterricht, Selbststudium oder Übung ein Können aneignen
Beispiele:
das Kind lernt gut, schlecht
jmd. hat viel, wenig gelernt
etw. auswendig lernen
lesen, tanzen, kochen lernen
sie muss noch ihre Lektion lernen
das Gedicht lernt sich schwer
es lernt sich alles viel leichter, als man denkt
das Lernen fällt ihr leicht
Englisch hat er spielend gelernt
er hat noch zu lernen (= muß noch Schulaufgaben machen)
er lernt Schlittschuh laufen, Klavier spielen, Auto fahren
von deinem Freund kannst du noch etwas lernen
umgangssprachlich von dir lernt er nur Dummheiten
er hat nach und nach arbeiten gelernt
wir hatten Geld verdienen gelernt
etw. aus Büchern, durch die Erfahrung lernen
etw. voneinander lernen
umgangssprachlich alles will gelernt sein (= man muß viel üben, um etw. zu können)
umgangssprachlich man kann nie genug lernen
umgangssprachlich gelernt ist gelernt (= was man richtig gelernt hat, vergißt man nicht)
umgangssprachlich mancher lernt's nie! (= wird gesagt bei einer Ungeschicklichkeit)
sprichwörtlich was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr (= was man nicht in der Jugend lernt, lernt man im Alter erst recht nicht)
Es sind prachtvolle Burschen ... Wir können viel von denen lernen [MoloEin Deutscher404]
einen Beruf lernendie Lehre für einen Beruf durchlaufen
Beispiele:
nach der Schulentlassung lernte sie Altenpflege, den Beruf einer Schneiderin
umgangssprachlich er lernt Tischler
sie lernt noch, ist noch Lernende (= ist noch in der Ausbildung)
er ist gelernter Schneider
ein gelernter Arbeiter (= Arbeiter, der eine abgeschlossene Lehre durchlaufen hat)
b)
gesellschaftliche und individuelle Erfahrungen im Leben sammeln
Beispiele:
ich habe (im Leben) gelernt, vorsichtig zu sein, mich zu bescheiden
er muss noch lernen, mit anderen Menschen auszukommen
ich habe gelernt, die Dinge mit anderen Augen zu betrachten
er musste erst lernen, dass es so einfach nicht geht
das Gruseln lernen
Ich habe gelernt zu schweigen [JahnnHolzschiff49]
wer nachts im Walde ist! – der hat das Fürchten schon vor Mitternacht gelernt [G. KaiserSilberseeII]
sich eine Gewohnheit zu eigen machen
Beispiele:
Pünktlichkeit lernen
durch seine Kameraden hat er das Lügen gelernt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lernen · verlernen
lernen Vb. ‘sich Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten aneignen, in der Lehre, in der Schulausbildung sein’. Die westgerm. Verben ahd. (frk.) lernēn, (obd.) lirnēn (9. Jh.; vgl. gilernēn, gilirnēn, 8. Jh.), mhd. lernen, auch li(e)rnen, asächs. (mit r-Ausfall) līnon, aengl. leornian, engl. to learn ‘lernen’ sind schwundstufige Bildungen zu dem unter ↗lehren (s. d.) genannten Präteritopräsens, erhalten in got. lais ‘ich weiß’, eigentl. ‘ich bin wissend geworden, habe erfahren, habe nachgespürt’. Der als unkorrekt geltende Gebrauch von lernen in der Bedeutung ‘lehren’ ist schon mhd. (md.) im 14. Jh. nachzuweisen. verlernen Vb. ‘Gelerntes wieder vergessen, außer Übung kommen’ (17. Jh.); vgl. mhd. verlernen (selten), verstärkend für lernen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) Wissen aneignen · ↗(sich) aneignen · (sich) zu eigen machen · ↗erlernen · ↗erwerben · lernen · ↗studieren  ●  ↗bimsen  ugs. · ↗büffeln  ugs. · ↗pauken  ugs.
Unterbegriffe
  • auswendig lernen · ↗büffeln · ↗memorieren
  • (jemandem) auf die Finger sehen · (sich) etwas abgucken (bei / von jemandem) · es jemandem nachtun
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beruf Erfahrungen Fehlern Fremdsprache Handwerk Kinder Lektion Menge Schule Schüler Sprache Studenten Umgang auswendig da daraus dazulernt dort du er erst hier ich kennenlernte schnell sie viel voneinander was wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lernen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn beim Film könne man nur aus der Praxis lernen.
Die Zeit, 26.02.1998, Nr. 10
Unter einem eisernen Zwang mußte ich lernen, noch mehr als bisher streng wirtschaftlich zu denken.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 71
Die Heilige Schrift bestätigt den Glauben, aus ihr lernt man den Weg zum Glauben.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 6928
Aber es ist gut, die Nase in so etwas hineinzustecken - man lernt viel.
Tucholsky, Kurt: Auf dem Nachttisch. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Sonst wird der Deutsche aus dem Text des Buches nicht viel lernen können.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 203
Zitationshilfe
„lernen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lernen>, abgerufen am 19.01.2018.

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