letztinstanzlich

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache ['lɛʦtʔɪnˌstanʦlɪç]
Worttrennung letzt-in-stanz-lich · letzt-ins-tanz-lich
Wortzerlegung letztInstanz-lich
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Recht in der letzten Instanz (1, 2) (gefällt (3 b))
Kollokationen:
als Adjektivattribut: ein letztinstanzliches Urteil; eine letztinstanzliche Entscheidung, Klärung, Verurteilung
als Adverbialbestimmung: etw. letztinstanzlich entscheiden, zurückweisen, abweisen
Beispiele:
Erst vergangenes Jahr wurde letztinstanzlich am kantonalen Verwaltungsgericht entschieden, dass die Baubewilligung rechtskräftig ist. [Südkurier, 07.10.2019]
Der Gefährder Sami A. war am 13. Juli nach Tunesien abgeschoben worden – zu Unrecht, wie das zuständige Oberverwaltungsgericht letztinstanzlich entschieden hat. [Fränkischer Tag, 18.08.2018]
Das [italienische] Kassationsgericht bestätigte jetzt letztinstanzlich den Freispruch. [Der Standard, 22.11.2015]
Ich nehme an, dass der BGH (= Bundesgerichtshof) die meisten Dinge letztinstanzlich entscheiden muss, und häufig ist es dann so, dass im Gesetzgebungsverfahren die von der Rechtsprechung erarbeiteten Ergebnisse Eingang in die Gesetzgebung finden. [C’t, 2000, Nr. 19]
In offensichtlich unbegründeten Fällen entscheiden Einzelrichter letztinstanzlich über Einsprüche gegen einen ablehnenden Bescheid des Bundesamts. [Der Spiegel, 14.10.1991]
Der [iranische] Rat der Weisen hat die Befugnis, den herrschenden Gottesgelehrten – der zugleich »Revolutionsführer« ist – zu ernennen und eventuell auch abzusetzen[…]. Zudem entscheiden die 83 Geistlichen letztinstanzlich in Verfassungsangelegenheiten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]]
2.
übertragen endgültig, letztgültig, letztendlich; (auf der höchsten Ebene) für letztgültige Entscheidungen zuständig
Beispiele:
[…] in dem idealen Verlag[…] regelt letztinstanzlich nicht eine ökonomische Kategorie die Beziehungen zwischen Autor und Verleger, sondern eine persönlich‑moralische: die Treue. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999]
[Bundespräsident] Steinmeier mag sich danach kurzzeitig als letztinstanzlicher Versöhner in allen Lebenslagen gesehen haben, eine Rolle, in der er mit der Einmischung in den Fall des Fußballers und Erdoğan‑Freundes Mesut Özil an seine Grenzen stieß. [Süddeutsche Zeitung, 24.12.2018]
Weiter sagte er [Gorbatschow], niemand habe das Recht auf letztinstanzliche Wahrheit. Die Presse müsse die Meinung des Volkes zum Ausdruck bringen, anders zu handeln wäre undemokratisch. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]]
Und wenn gesagt wird, daß gesellschaftliche Konflikte in staatlich geregelten Bahnen auszutragen sind, wie Otto das im »Spiegel«, getan hat, dann heißt das, ich akzeptiere letztinstanzlich […], daß der Staat das Monopol hat zu regeln, wann und wieviel und ob Raketen stationiert werden. [konkret, 2000 [1985]]
Wenn die Unsicherheit dadurch vermehrt wird, daß Instanzen, die bisher über Jahrtausende hinweg immer ganz sicher waren in ihrem Urteil, sei es die Jurisprudenz, sei es die Religion, sei es die von Hippokrates in Pflicht genommene Heilkunst – wenn die auf einmal alle unsicher sind: Was bleibt dann? Offenbar nur diese arme letztinstanzliche Einrichtung namens Gewissen … [Die Zeit, 05.12.1975]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›letztinstanzlich‹

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Zitationshilfe
„letztinstanzlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/letztinstanzlich>, abgerufen am 04.05.2021.

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