Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

leugnen

Grammatik Verb · leugnet, leugnete, hat geleugnet
Aussprache 
Worttrennung leug-nen
Wortbildung  mit ›leugnen‹ als Erstglied: Leugner · Leugnung · leugbar
 ·  mit ›leugnen‹ als Letztglied: ableugnen · hinwegleugnen · wegleugnen
 ·  mit ›leugnen‹ als Grundform: verleugnen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd. leugnet etw.jmd. bestreitet das, was ihm zur Last gelegt wird
Beispiele:
er leugnete seine Schuld, Mitwisserschaft, die Tat
vor Gericht leugnete er
er leugnete jetzt alles, was er früher zugegeben hatte
energisch, entschieden, etw. auf das Bestimmteste leugnen
sein hartnäckiges Leugnen half ihm nichts
er hat die Stirn, Frechheit, zu leugnen, dass …
jmd. leugnet nicht, dass …jmd. gibt zu, was ihm zur Last gelegt wird
Beispiele:
ich leugne nicht, dass ich das getan habe
leugne nicht!
jmd. stellt fest, konstatiert, dass …
Beispiele:
ich leugne nicht, dass ich mich hier wohlfühle
niemand kann leugnen (= jeder muss zugeben), dass das Mädchen schön ist
etw. ist nicht zu leugnenetw. steht fest
Beispiel:
es war nicht zu leugnen, dass es die Stimme seines Vaters war
2.
das Dasein, Vorhandensein von etw. verneinen
Beispiele:
das Übel in der Welt ist nicht zu leugnen
Bande des Blutes, die nicht zu leugnen sind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leugnen · ableugnen · verleugnen
leugnen Vb. ‘die Wahrheit von etw. bestreiten, für falsch erklären, etw. verneinen’, ahd. lougnen (um 800), mhd. lougenen, lougen, asächs. lōgnian, mnd. lȫch(e)nen, lȫken, mnl. lōchenen, lōghenen, nl. loochenen, aengl. līgnan, got. laugnjan, anord. (mit lautgesetzlichem Schwund des g vor n) leyna ‘verbergen’ steht (denominativ?) wie ahd. lougna ‘das Leugnen’ (9. Jh.), anord. laun ‘Verborgenheit, das Verbergen, Leugnung’ (germ. *laugnō f.; vgl. got. analaugns ‘verborgen’) im Ablaut zu dem unter lügen (s. d.) behandelten Verb. ableugnen Vb. ‘in Abrede stellen, nicht zugeben’, früher auch im Sinne von ‘(Verpflichtungen und Verbindlichkeiten) absprechen, für nicht bestehend erklären, nicht zuerkennen’ (15. Jh.). verleugnen Vb. ‘in Abrede stellen, bestreiten, leugnen’, ahd. firlougnen (8. Jh.), mhd. verloug(en)en.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verwahren (gegen) · Einspruch erheben · ableugnen · anfechten · bestreiten · dementieren · für nicht zutreffend erklären · in Abrede stellen · leugnen · nicht anerkennen · nicht wahrhaben wollen · verneinen · verweigern · von der Hand weisen · von sich weisen · widersprechen  ●  (in aller Schärfe) zurückweisen  Verstärkung · abstreiten  Hauptform · nicht gesagt haben wollen  variabel · (sich) distanzieren (von)  geh. · desavouieren  geh., franz. · in das Reich der Fabel verweisen  geh. · nichts (mehr) wissen wollen (von)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abstreiten · ins Gegenteil verkehren · leugnen · negieren · verneinen

Typische Verbindungen zu ›leugnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›leugnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›leugnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwang sie ihn nicht, zu leugnen, immer wieder zu leugnen? [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 435]
In der ersten halben Stunde habe ich es geleugnet vor mir selber. [Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 106]
Dabei leugnet niemand von uns die großen Nöte unseres Volkes. [o. A.: Trauerfeier im Berliner Reichstag für den am 3. Oktober 1929 verstorbenen Reichsaußenminister Gustav Stresemann, 06.10.1929]
Natürlich bin ich mitverantwortlich, mitschuldig gewesen, das habe ich nie geleugnet. [Der Spiegel, 12.01.1998]
Dass in der Öffentlichkeit häufig im eher fragwürdigen Sinne "moralisiert" wird, ist nicht zu leugnen. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Zitationshilfe
„leugnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/leugnen>.

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