licht

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›licht‹ als Erstglied: lichtblau · lichtbraun · lichtgrau · lichtgrün · lichtrot
 ·  mit ›licht‹ als Letztglied: hell-licht · helllicht
Mehrwortausdrücke  lichter Augenblick · lichter Moment
eWDG

Bedeutungen

1.
hell
in gegensätzlicher Bedeutung zu dunkel
a)
gehoben reich an Licht, von Licht erfüllt
Beispiele:
ein lichter Raum
moderne, lichte Wohnungen
lichte Häuser, Straßen
an ihrem [der Berge] Fuß die schrägen, lichten Matten, mit Obstbäumen, Hütten und grauen Alpkühen besetzt [ HesseCamenzind1,219]
viel Licht verbreitend
Beispiele:
ein lichter Schimmer, Schein, Glanz
lichte (= leuchtende) Flammen
der lichte Himmel
ein lichter Morgen
am (hellen) lichten Tag (= am Tag, bei Tageslicht)
blauer Himmel und ein sehr lichter Abend [ KlepperSchatten263]
daß Rechtsanwalt Fabian am lichten Tag im Hofgarten säße und untätig vor sich hin träume [ Kellerm.Totentanz90]
bildlich leuchtend, strahlend
Beispiele:
lichte Augen
ihr Blick war licht
er erblickte eine lichte Gestalt
das Lichte und Heitere einer Sache sehen
Da tritt ein junges Weib in sein Leben, ein lichtes, süßes, vornehmes Geschöpf [ Th. Mann11,48]
übertragen ungetrübt, klar
Beispiele:
der Geisteskranke hat lichte Augenblicke, Momente (= hat Augenblicke vollen Bewußtseins, denkt manchmal klar)
umgangssprachlich, spöttischda hattest du wohl einen lichten Moment
umgangssprachlich, spöttischdas hast du in einem lichten Moment getan
die lichten (guten) Seiten, Eigenschaften eines Menschen
freudvoll, glücklich
Beispiel:
der Weg in eine lichte Zukunft
b)
sich im Farbton mehr oder weniger dem Weiß annähernd, von wenig intensiver Färbung, ziemlich hell
Grammatik: in Verbindung mit Farbbezeichnungen
Beispiele:
etw. in lichten Farben malen
ein lichtes Blau, Gelb, Rosé
österreichisch lichte Möbel, Gewänder, Vorhänge
österreichischein lichter Hund
die Birken mit einem Male über und über in lichtestem Grün [ KlepperSchatten250]
österreichischSie saß da in ihrem lichten Kleid [ RilkeBrigge5,239]
2.
gelichtet, wenig dicht, mit weiten Zwischenräumen, Lücken
Beispiele:
ein lichtes Gehölz
lichte Birkenwälder
die Bäume stehen hier lichter als dort
sein Haar wird schon licht
die Reihen der Zuschauer werden lichter (= von den Zuschauern gehen mehrere nach und nach weg)
3.
lichte Höhe, Weitevon Innenrand zu Innenrand gemessene Höhe, Weite
Beispiele:
die lichte Höhe der Brücke, des Tunnels beträgt 5 Meter
ein Rohr mit einer lichten Weite von 150 Millimetern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

licht · Licht · lichten1 · Lichtung · belichten · Belichtung · lichterloh · Lichtblick · Lichtjahr
licht Adj. ‘hell, leuchtend, strahlend, klar, dünn, gelichtet, mit weiten Zwischenräumen’, ahd. (8. Jh.), asächs. lioht, mhd. lieht, mnd. mnl. licht, lecht, nl. licht, aengl. lēoht, līht, engl. light. Das mit Dentalsuffix gebildete Adjektiv gehört mit leuchten und Lohe1 (s. d.) sowie aind. rṓcatē ‘leuchtet, scheint, glänzt’, rōcaná- ‘hell, licht’, rōcíṣ- ‘Licht, Glanz’, griech. leukós (λευκός) ‘leuchtend, glänzend, weiß’ (s. leuko-, Levkoje), lýchnos (λύχνος) ‘Leuchte, Lampe’, lat. (mit monophthongischem ū aus ie. eu bzw. ou) lūx (Genitiv lūcis) ‘Licht’, lūcēre ‘hell sein, leuchten, strahlen, glänzen’, lūcus ‘Hain’, eigentlich ‘(Wald)lichtung’, lūmen ‘Licht, Leuchte’ (s. illuminieren), lūna ‘Mond’, eigentlich ‘die Leuchtende’, lūstrāre ‘hell machen, beleuchten’, auch ‘reinigen, weihen’ (s. illuster, illustrieren), (mit ungeklärtem u) lucerna ‘Leuchte, Lampe’ (s. Luzerne), air. lōchet ‘Blitz’, lit. laũkas ‘mit einem weißen Fleck auf der Stirn, Feld, Acker, Land (Lichtung)’, aslaw. luča, russ. luč (луч) ‘Strahl’ zur Wurzel ie. *leuk- ‘leuchten, licht’. Licht n. ‘Helligkeit, heller Schein, Tageslicht, Beleuchtung, Kerze’, ahd. (8. Jh.), asächs. lioht, mhd. lieht, mnd. licht, lecht, mnl. licht, lecht, liecht, lucht, nl. licht, aengl. lēoht, engl. light ist eine Substantivierung des oben genannten Adjektivs oder eine got. liuhaþ ‘Licht’ entsprechende Bildung mit Dentalsuffix zur Wurzel. Licht bezeichnet zunächst Helligkeit und Glanz, die von einem Gegenstand ausstrahlen, dann auch die ‘brennende, Licht gebende Kerze’ (15. Jh.). lichten1 Vb. ‘hell machen, erhellen, (einen Wald) von (unnötigen) Bäumen befreien, ausholzen’, reflexiv ‘heller werden, sich aufhellen, klarer, verständlicher werden’, Bildung (17. Jh.) zum Adjektiv licht, unabhängig von älterem mhd. liehten ‘hell werden, sein, leuchten, tagen’; dazu Lichtung f. ‘ausgeholzte oder baumlose Stelle im Wald’ (18. Jh.). belichten Vb. ‘dem Licht aussetzen’ (15. Jh.), in der Fotografie ‘Licht auf ein lichtempfindliches Material kurz einwirken lassen’ (19. Jh., für älteres fachsprachliches exponieren); Belichtung f. ‘Beleuchtung’ (16. Jh.), ‘Lichteinwirkung auf fotografisches Material’ (20. Jh.). lichterloh Adv. ‘mit heller Flamme’ (16. Jh.), zusammengebildet aus dem adverbialen Genitiv frühnhd. li(e)chter Loh, Lohe (s. Lohe1); adjektivische Verwendung (18. Jh.) bleibt selten. Lichtblick m. ‘kurzes Leuchten der Sonne’, übertragen ‘lichter Augenblick, Hoffnungsschimmer’; vgl. mhd. liehtblic ‘Blitz’. Lichtjahr n. in der Astronomie Maßeinheit für eine Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausgedünnt · dünn · licht · schütter · spärlich
Synonymgruppe
(gut) ausgeleuchtet · hell · licht · lichtdurchflutet · lichtdurchtränkt · lichterfüllt · sonnendurchflutet · strahlend (hell) · taghell

Typische Verbindungen zu ›licht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›licht‹.

Verwendungsbeispiele für ›licht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann löschte er das Licht und schloß das Zimmer ab. [Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 381]
Im Garten war nur undeutlich glänzend Vegetation zu erkennen, auf den Rasen fiel schwach das Licht. [Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 71]
In der lichten Öffnung wurden sie ihm so seltsam deutlich. [Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 69]
Es beherbergte in großen lichten Sälen mehr als hundert Kinder. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 378]
Um 1900 ist es Anna A., die ihn anregte, hellere lichte Farben, reich variiert zu verwenden. [o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 6252]
Zitationshilfe
„licht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/licht>.

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