liebeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglie-beln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›liebeln‹ als Letztglied: ↗abliebelnherumliebeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
spielerisch und flüchtig lieben, flirten
Beispiel:
er hatte seine Jugend durchgeliebelt und liebelte weiter [I. KurzVanadis473]
2.
Jägersprache liebkosen, streicheln
Beispiel:
Sie liebelte den Hund [StrittmatterTinko34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lieb · Lieb · Liebchen · Liebe · lieben · verlieben · Verliebtheit · liebeln · lieblich · Liebling · Liebschaft · liebenswert · liebenswürdig · Liebeserklärung · Liebhaber · Liebhaberei · lieblos · Liebreiz · liebreizend
lieb Adj. ‘geliebt, wert, herzlich, liebenswert, freundlich, angenehm, artig’, ahd. liob (um 800), mhd. liep, asächs. liof, mnd. lēf, mnl. nl. lief, aengl. lēof, engl. (älter) lief, anord. ljūfr, schwed. ljuv, got. liufs (germ. *leuba-) führt mit den verwandten (ablautenden) Verben ↗erlauben, ↗glauben, ↗loben (s. d.) und mit aind. lúbhyati ‘ist gierig, empfindet Verlangen’, lōbha- ‘Gier, Habsucht’, lubdha- ‘gierig, habsüchtig’, lat. libēre ‘belieben, gefällig sein’, libēns, lubēns ‘willig, gern’, libīdo, lubīdo ‘Lust, Begierde’, lit. liaupsẽ ‘Lob(lied)’, liáupsinti ‘loben, lobpreisen, verherrlichen’, aslaw. l’ubъ ‘lieb, wert’, russ. (umgangssprachlich) ljúbo (любо) ‘lieb, angenehm, geliebt, freundlich’, aslaw. l’ubiti, russ. ljubít’ (любить) ‘lieben, mögen’, aslaw. l’uby, russ. ljubóv’ (любовь) ‘Liebe’ auf eine Wurzel ie. *leubh- ‘gern haben, begehren, lieb’, auch ‘gutheißen, loben’ und (im Germ.) ‘Zutrauen, Vertrauen, Glaube’. lieb hat im älteren Sprachgebrauch die allgemeinere Bedeutung ‘angenehm, erfreulich’, vgl. noch heute es ist mir lieb. Lieb n. heute nur noch dichterisch für ‘Geliebte(r)’, besonders in der Fügung mein Lieb, ahd. liob n. (9. Jh.), mhd. liep ‘das Liebe, Angenehme, Erfreuliche, Freude, Geliebte(r)’, Substantivierung des Adjektivs; dazu das Deminutivum Liebchen n. ‘Liebste, Geliebte, Schatz’ (15. Jh. liebchin). Liebe f. ‘starkes Gefühl der Zuneigung, Barmherzigkeit, Mildtätigkeit’, auch als Objekt der Zuneigung ‘geliebte Person’, ahd. liubī (9. Jh.), lioba (11. Jh.), mhd. liebe ‘das Wohlgefallen, das man über oder durch etw. empfindet, das Liebsein, Freude, das Liebhaben, Freundlichkeit, Gunst’, dann (15./16. Jh.) in den heutigen Sinn übergehend, älteres, anstößig gewordenes ↗Minne (s. d.) verdrängend. Abstraktbildung zum Adjektiv. lieben Vb. ‘ein starkes Gefühl der Zuneigung empfinden, gern haben’, ahd. liobōn (8. Jh.), liuben (9. Jh.) ‘angenehm, lieb machen oder sein, empfehlen, begehren, wohltun’, mhd. lieben ‘angenehm, lieb machen, sein oder werden, gefallen, Freundlichkeit erweisen’; in heutiger Bedeutung seit dem 16. Jh. üblich, zuvor dafür mhd. liep haben, älteres ↗minnen (s. d.) verdrängend. verlieben Vb. reflexiv ‘von Liebe ergriffen werden, in Liebe entbrennen, liebgewinnen’ (2. Hälfte 16. Jh.), anfangs transitiv ‘als angenehm anstreben, belieben’ (16. Jh.); Verliebtheit f. (19. Jh.). liebeln Vb. ‘mit der Liebe spielen, flirten’ (18. Jh.), zuvor ‘seine Liebe bezeugen, liebkosen, schmeicheln’ (16. Jh.); Iterativum zu lieben. lieblich Adj. ‘anmutig, reizvoll, entzückend, hübsch und zart, heiter und freundlich’, ahd. liublīh (8. Jh.), mhd. lieplich ‘freundlich, angenehm’; vgl. ahd. liublīhho Adv. ‘freundlich, zärtlich’ (9. Jh.). Liebling m. ‘Geliebte(r), vor allen geliebte, bevorzugte, begünstigte Person’ (17. Jh.), anfangs im Sinne von ‘Günstling’ (eines Fürsten). Liebschaft f. ‘Liebesverhältnis’, mhd. liebeschaft, liepschaft. liebenswert Adj. ‘von gewinnender Art, sympathisch’ (17. Jh.). liebenswürdig Adj. ‘freundlich, höflich, zuvorkommend’ (18. Jh.), zuvor Liebens würdig (Opitz), vermutlich Wiedergabe von nl. liefwaardig. Liebeserklärung f. ‘Geständnis der Liebe’ (18. Jh.). Liebhaber m. ‘Mann, der mit einer Frau ein Liebesverhältnis hat, Geliebter einer Frau’ (oft abschätzig), auch ‘Mann, der eine Frau liebt und sich um sie bewirbt, wer für etw. eine Vorliebe hat, Amateur’, mhd. liephaber ‘Liebender, Freund, Anhänger’, gebildet zu mhd. liep haben; Liebhaberei f. ‘aus Neigung, Freude an der Sache ausgeübte Tätigkeit, Steckenpferd’ (Adelung 1777). lieblos Adj. ‘unfreundlich, herzlos’, mhd. liebelōs ‘ohne Liebe, freudlos’. Liebreiz m. ‘Anmut, reizendes Aussehen, bezauberndes Wesen, Grazie, Charme’, liebreizend Adj. (beide 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bebalzen · beturteln · ↗herumschäkern · herumturteln · ↗kokettieren · ↗liebäugeln · ↗schäkern · ↗turteln  ●  ↗flirten  Hauptform · ↗poussieren  veraltet · ↗scharmutzieren  veraltend · ↗tändeln  veraltend · herummachen mit  ugs. · liebeln  ugs. · rummachen mit  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Hasen rammeln im Revier, Kurzum es liebelt jedes Tier, Und wer küßt mir?
Röhrich, Lutz: Kuß, küssen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3560
Frau von Radolny liebelt in ihrer gelassenen Art mit dem Professor von Osternacher.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 271
Vorliebe erkaltet, Neigungen schlafen ein, Bücher, mit denen man wie verheiratet war, werden einem schließlich stumpf, reizlos, gleichgültig, und man liebelt mit neuen.
Tucholsky, Kurt: Bibliothekskadaver. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922]
Hamsun mietete sich zwischen seinen Auftritten irgendwo ein, liebelte etwas herum, suchte ein bißchen Aufsehen und schrieb gleich darüber.
Die Zeit, 04.11.1994, Nr. 45
Man lebt so dahin, man liebelt dahin, und weil man fast null Probleme hat, ist das ganze Leben ein Musical, hat man immer wieder Zeit zum Singen.
Die Zeit, 14.08.1997, Nr. 34
Zitationshilfe
„liebeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/liebeln>, abgerufen am 23.05.2018.

Weitere Informationen …