liederlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunglie-der-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›liederlich‹ als Erstglied: ↗Liederlichkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

unordentlich
a)
nicht fähig, Ordnung zu halten, nicht ordnungsliebend
Beispiele:
du bist ein liederlicher Mensch
umgangssprachlich du bist ein liederlicher Kerl
sie ist ein wenig liederlich
nicht sorgfältig, nachlässig
Beispiele:
eine liederliche Arbeit
liederliche Kleidung
die Bluse war liederlich genäht
die Schleife ist liederlich gebunden
liederlich angezogen sein
unaufgeräumt
Beispiele:
in dem Zimmer sah es sehr liederlich aus
alle Sachen lagen liederlich herum
b)
abwertend moralisch nicht einwandfrei, leichtfertig und ausschweifend
Beispiele:
einen liederlichen Lebenswandel führen
in liederliche Gesellschaft geraten
salopp ein liederliches Frauenzimmer, Weibsbild
so ein Hans Liederlich!
ich weiß ... was man einen Bruder Liederlich nennt, einen lockeren Zeisig oder Lebemann [Th. MannKönigl. Hoheit7,255]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liederlich · Liederlichkeit · Liederjan
liederlich Adj. ‘unordentlich, leichtfertig, ausschweifend’, spätmhd. liederlich ‘leicht und zierlich in Wuchs und Bewegung’, frühnhd. ‘leicht, geringfügig, unwichtig’ (15. Jh.), ‘leichtfertig, ausschweifend’ (16. Jh.), etymologisierend (z. B. von Stieler) fälschlich mit Luder verbunden und oft lüderlich geschrieben; mnd. līderlīk ‘tragbar, annehmbar’, aengl. lȳþerlic ‘schlecht, gemein’, zu aengl. lȳþre ‘elend, schlecht, gemein’. Mit einer Ausgangsbedeutung ‘schlaff, schwach’ wohl verwandt mit ↗lottern, ↗schlottern, ↗Schleuder (s. d.) und wie diese auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ (s. ↗schlummern) zurückzuführen. Liederlichkeit f. ‘Unachtsamkeit, Leichtsinn, zu große Freigebigkeit’ (15. Jh.). Liederjan m. auch Liedrian ‘liederlicher Mensch’ (Mitte 19. Jh., omd.), zu Jan, Kurzform von Johann. Dazu s. ↗Dummerjan, und ↗Grobian.

Thesaurus

Synonymgruppe
lax · liederlich · ↗nachlässig · ↗schluderig · ↗schludrig · ↗unordentlich · ↗unsorgfältig  ●  pfuschig  ugs. · schlampert  ugs., süddt. · ↗schlampig  ugs. · schlurig  ugs., regional · wie bei Hempels unterm Sofa  ugs. · wie bei Luis Trenker im Rucksack  ugs., scherzhaft, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Frauenzimmer Kleeblatt Lebenswandel Lied Nest Schriftsteller Umgang Weib faul umgehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›liederlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die staatlichen Häuser sind liederlich geführt, das Personal schlurft unwillig los, um ein Zimmer zu zeigen, das dann 40 Euro kosten soll.
Der Tagesspiegel, 27.06.2004
Wer dagegen schmuddelig umherläuft, führt damit seinen sicher ebenso liederlichen Charakter spazieren.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28174
Dadurch wurde mehr Geld verbrannt, als je ein noch so liederlicher Finanzminister verschwenden kann.
Die Zeit, 10.03.2004, Nr. 11
Auch das liederlichste Volk lebt unter Gottes Wort und empfangt regelmäßig die Sakramente der Kirche.
Lau, F.: Orthodoxie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 14336
Seine Neigung zum »liederlichen Leben« soll jedoch sein Talent getrübt haben.
Ruhnke, Martin: Funck. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 26247
Zitationshilfe
„liederlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/liederlich>, abgerufen am 20.04.2019.

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