liften
GrammatikVerb · liftete, hat geliftet
Worttrennunglif-ten
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
jmd. liftet (jmdn., etw.)
sich liften lassen
Medizin (zu kosmetischen Zwecken) Haut straffen (lassen); operativ (Haut-)Falten beseitigen (lassen)
Beispiele:
Das Gesicht war eigentümlich alterslos. So sehen Gesichter aus, die geliftet worden sind. [Schlink, Bernhard, Der Vorleser, Zürich: Diogenes 1995, S. 200]
Es gibt kaum etwas, was Menschen nicht tun, um beim anderen Geschlecht gut anzukommen. Sie machen Diäten, lassen sich liften, lachen über schlechte Witze, sind nett zu garstigen Schwiegermüttern […]. [Die Zeit, 21.03.2013, Nr. 12]
Ein Fan [von Michael Jackson] war sie: man erkannte es an der Nase, die stark geliftet war und himmelwärts zeigte. [Die Zeit, 08.07.2009, Nr. 28]
Jeder hat sein eigenes Gesundheitsideal, wenn jemand das für sich als wichtig empfindet, sich liften zu lassen, soll er das selbst entscheiden. [Potsdamer Neueste Nachrichten 06.09.2003]
Allerdings würde er sich nie liften lassen, »nur wenn mir eines Tages die Haare ausgehen, kaufe ich mir neue und lasse sie implantieren«. [Berliner Zeitung, 30.11.1994]
Kollokation:
mit Akkusativobjekt: das Gesicht liften (lassen)
2.
jmd. liftet etw. bildlich, umgangssprachlich verbessern, aufwerten; neu und schöner, attraktiver gestalten
Beispiele:
Der Duster [ein Geländeauto] kommt nun dezent geliftet mit einem Kühlergrill mit mehr Chrom daher […]. [Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2013]
Mehr als 10 000 Zuschauer werden das Heimspiel gegen die Reserve von Eintracht Großdeuben besuchen. Im für 100 Millionen Euro gelifteten Zentralstadion. [Süddeutsche Zeitung, 08.10.2004]
Obwohl das [Radio-]Programm mehrfach geliftet wurde, […] und seit Jahren »Radio Kultur« heißt, heißt es für viele ältere Berliner Hörer immer noch »SFB 3«. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2002]
Wegen der feinen Nachbarschaft sind dem Institut die Fenster versiegelt und die Fassade geliftet worden, und innen ist es ausgehängt mit rotem Paneel und Gemälden des 18. Jahrhunderts. [Johnson, Uwe, Jahrestage, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1970, S. 144]
Die einzige Chance des Fredeburger Landes […] sei der Fremdenverkehr. »Wir müssen die alte Lady Fredeburg ein bißchen liften, wir brauchen sie ja nicht aufzudonnern.« [Die Zeit, 31.03.1967, Nr. 13]
Kollokation:
mit Akkusativobjekt: das Image liften
3.
jmdn., etw. liften Technik mit einem Lift befördern
Beispiele:
Bevor er sich auf den Altar liften lässt, wird der Papst im Papamobil eine Runde auf der blauen Tartanbahn drehen. [Die Zeit, 15.09.2011, Nr. 38]
Diese [Geschäfts-]Leute dürfen mit ihrem Wagen in die neugebaute Tiefgarage des Stadions fahren. Der Fahrstuhl liftet sie dann in die Beletage, wo ihnen grazile Hostesschen erst einmal ein Glaserl Prosecco reichen. [Der Tagespiegel, 27.08.1999]
Wer entweder großes Glück oder eine gute Portion Stehvermögen [für die Warteschlange] mitgebracht hat, läßt sich hinauf zur Aussichtsplattform (203 Meter hoch) oder ins Telecafé (207 Meter hoch) des Fernsehturms liften. [Ketman, Per / Wissmach, Andreas, DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 269]
Einer der beiden Riesentröge, die die Schiffe 38 Meter auf- und abwärts liften, liegt seit acht Monaten still, weil die Technik streikt. [Die Zeit, 22.02.1980, Nr. 09] ungewöhnl.
Kollokation:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn., etw. in die Höhe liften
4.
jmdn., etw. liftenin die Höhe heben
Beispiele:
Eine Hand liftet das Fernglas, die andere zieht den Vortriebshebel […] in die Nullstellung zurück. Keine Vibration des Schiffsdiesels soll das Erlebnis verwackeln. [Die Zeit, 23.07.2007, Nr. 30]
Das [der Spielverlauf] wurde später von Ryan Gardner korrigiert, der […] im Powerplay aus dem Gedränge die [Eishockey-]Scheibe zum 1:0 ins Netz liftete […]. [Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2012]
übertragen Ferry und Louise hatten ihre jeweils vier Kinder systematisch auf die Übernahme der Verantwortung vorbereitet und lifteten sie zielstrebig in Führungspositionen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2005]
Der Aufzug liftet den Wagen in eine Etage mit einem freien Platz. [Berliner Zeitung, 06.04.1996]
Kollokation:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: etw. in die Höhe liften
5.
etw. liftenerhöhen, steigern
Beispiele:
Unternehmen, die an die Börse wollen oder die ihre Kurse liften müssen, klotzen dort mit Werbemillionen, um die Anleger auf sich aufmerksam zu machen. […]. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Lange Zeit hatte er sich […] vorbehalten, die deutschen Steuerzahler noch stärker zu schröpfen und den Mehrwertsteuersatz […] auf sechzehn Prozent zu liften. [Die Zeit, 24.02.1992, Nr. 08]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lift · Liftboy · liften
Lift m. ‘Aufzug’, Übernahme (1889) von gleichbed. engl. lift, das zum Verb to lift (s. unten) gehört; dazu Liftboy m. (um 1900), vgl. (vereinzelt) engl. liftboy, zu engl. boy ‘Junge, Bursche, Bediensteter’. liften Vb. ‘heben’, speziell in der kosmetischen Chirurgie ‘alternde, erschlaffende Haut heben, straffen’, in der Technik ‘Lasten in die Höhe heben’ (beide Mitte 20. Jh.), älter in der Seemannssprache (belegt seit etwa 1900, doch wohl älter); Entlehnung von engl. to lift ‘auf-, empor-, hochheben, in die Höhe heben, sich (in die Luft) erheben’, mengl. liften, entlehnt aus anord. lypta ‘hochheben’; verwandt mit ↗Luft, ↗lüften (s. d.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Falten Gesicht Hintern Image

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›liften‹.

Zitationshilfe
„liften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/liften>, abgerufen am 26.04.2018.

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