linear

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungli-ne-ar (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›linear‹ als Erstglied: ↗Linearkombination · ↗Linearschrift · ↗Linearvulkan
 ·  mit ›linear‹ als Letztglied: ↗interlinear · ↗unilinear
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
linienförmig, geradlinig
Beispiel:
eine lineare Skaleneinteilung
2.
Mathematik
a)
eindimensional, nur der Länge nach ausgedehnt
Beispiel:
der lineare Ausdehnungskoeffizient
b)
den Exponenten 1 habend
Beispiel:
eine lineare Gleichung, Funktion
3.
Kunstgeschichte zeichnerisch
Beispiel:
Die Bildnisse von 1526 ... sind schon wieder viel linearer behandelt [WölfflinDürer282]
4.
fachsprachlich gleichmäßig verlaufend
Beispiele:
eine lineare Erhöhung der Gebührensätze
Auffällig ist besonders der lineare Abfall der Helligkeit [Urania1960]
Da der Schub linear mit der Ausströmungsgeschwindigkeit zunimmt [Urania1965]
5.
Musik
Beispiel:
die lineare Musik (= Musik, in der selbständige Melodienlinien nebeneinanderhergeführt werden, oft ohne Rücksicht auf den harmonischen Zusammenklang)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Linie · lini(i)eren · -linig · geradlinig · krummlinig · linear
Linie f. ‘längerer (gerader, gekrümmter) Strich, (gedachte) strichartige Bahn’, ahd. linna (um 1000), mhd. linie, entlehnt aus lat. līnea ‘Leine, leinener Faden, Schnur, Strich’, dem substantivierten Femininum des Adjektivs līneus ‘aus Lein, aus Flachs, leinen, batisten’, zu lat. līnum ‘Lein, Flachs, Faden, Schnur, Leinwand, Segel, Netz’ (s. ↗Lein). Anfangs bezeichnet lat. līnea (verkürzt aus līnearestis ‘Schnur aus Leinen’) den gespannten leinenen Faden, mit dessen Hilfe gerade Striche gezogen werden, dann diesen Strich selbst. Linie wird vielfach übertragen gebraucht und steht im Sinne von ‘Reihenfolge der Generationen, Verwandten, Ahnenreihe’ (16. Jh.) nach den genealogischen Linien auf den zeichnerischen Darstellungen von Stammbäumen (entsprechend mlat. linea), seemännisch für ‘Äquator’ (17. Jh.), militärisch für ‘Schlachtreihe des Heeres oder der Flotte, Front, Kampfgebiet mit den Stellungen der kämpfenden Truppen’ (18. Jh.). lini(i)eren Vb. ‘mit Linien versehen’ (15. Jh.), lat. līneāre ‘nach der Richtschnur richten’, mlat. ‘mit einer Linie unterstreichen’. -linig ‘in Linien bestehend, mit Linien gemacht’, nur in Zusammensetzungen wie geradlinig Adj. und krummlinig Adj. (beide 18. Jh.), älter geradelinicht, geradlinisch, krummlinisch (17. Jh.); vgl. das Simplex linig ‘Linien habend’ (um 1500). linear Adj. ‘geradlinig, linienförmig’, auch ‘zeichnerisch’ (im Unterschied zu malerisch), in der Mathematik ‘eindimensional, nur der Länge nach ausgedehnt’, fachsprachlich ‘gleichmäßig verlaufend’ (Anfang 19. Jh.); lat. līneāris ‘aus Linien bestehend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Reihen... · ↗geradlinig · in einer Linie · linear
Assoziationen
  • einer hinter dem anderen · ↗hintereinander · im Gänsemarsch · in Linie hintereinander · in Reihe · in einer Reihe (hintereinander)
  • fluchten · gerade ausgerichtet (sein) · in (gerader) Fluchtlinie (angeordnet ...) · in Flucht (stehen/liegen) · in einer (geraden) Linie (angeordnet sein / stehen ...) · in gerader Flucht (angeordnet / ausgerichtet / stehen ...)
Synonymgruppe
eindimensional · linear · nur eine Variable besitzend  ●  univariant  fachspr. · ↗univariat  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreibung AfA Algebra Einkommenserhöhung Erzählen Erzählstruktur Erzählweise Fortschreibung Frequenzgang Gehaltserhöhung Gesamtkostenverlauf Gleichung Gleichungssystem Interpolation Kürzung Lohnerhöhung Programmierung Progression Regression Speichermodell Steuertarif Stromtarif Zollsenkung degressiv exponentiell flächig logarithmisch nichtlinear polarisiert progressiv

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›linear‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sind komplex, die Zeit ist nicht absolut linear, es gibt lange Sätze.
Der Tagesspiegel, 27.10.1998
Eine stärker abstrahierende Gestaltungsweise kommt der linearen Beschränkung, die die Technik auferlegt, mehr entgegen.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 27429
Dabei kommt es ihm „in erster Linie auf lineare Verbesserungen“ an.
Die Zeit, 03.11.1972, Nr. 44
Dementsprechend tritt in diesen Werken das harmonische Element deutlich hinter die lineare Entwicklung zurück.
Favre, Max: Veress. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 16526
Die regelmäßige Anordnung der vier Massen in einem Ring entspricht einem einfachsten endlichen unbegrenzten linearen Riemannschen Raum aus vier diskreten Elementen.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Zitationshilfe
„linear“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/linear>, abgerufen am 19.10.2019.

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