linieren

GrammatikVerb · linierte, hat liniert
Nebenform liniieren · Verb · liniierte, hat liniiert
Worttrennungli-nie-ren · li-ni-ie-ren
HerkunftLatein
WortzerlegungLinie-ieren
Wortbildung mit ›linieren‹ als Erstglied: ↗Linierung · ↗Liniierung
eWDG, 1969

Bedeutung

Papier in gleichmäßigem Abstand mit Zeilen, Hilfslinien versehen
meist im Part. Prät.
Beispiele:
liniertes Papier
linierte Schreibhefte
ich erhielt Bleistift und Lineal und mußte sie [weiße Quartbogen] […] liniieren [G. Hauptm.3,122]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Linie · lini(i)eren · -linig · geradlinig · krummlinig · linear
Linie f. ‘längerer (gerader, gekrümmter) Strich, (gedachte) strichartige Bahn’, ahd. linna (um 1000), mhd. linie, entlehnt aus lat. līnea ‘Leine, leinener Faden, Schnur, Strich’, dem substantivierten Femininum des Adjektivs līneus ‘aus Lein, aus Flachs, leinen, batisten’, zu lat. līnum ‘Lein, Flachs, Faden, Schnur, Leinwand, Segel, Netz’ (s. ↗Lein). Anfangs bezeichnet lat. līnea (verkürzt aus līnearestis ‘Schnur aus Leinen’) den gespannten leinenen Faden, mit dessen Hilfe gerade Striche gezogen werden, dann diesen Strich selbst. Linie wird vielfach übertragen gebraucht und steht im Sinne von ‘Reihenfolge der Generationen, Verwandten, Ahnenreihe’ (16. Jh.) nach den genealogischen Linien auf den zeichnerischen Darstellungen von Stammbäumen (entsprechend mlat. linea), seemännisch für ‘Äquator’ (17. Jh.), militärisch für ‘Schlachtreihe des Heeres oder der Flotte, Front, Kampfgebiet mit den Stellungen der kämpfenden Truppen’ (18. Jh.). lini(i)eren Vb. ‘mit Linien versehen’ (15. Jh.), lat. līneāre ‘nach der Richtschnur richten’, mlat. ‘mit einer Linie unterstreichen’. -linig ‘in Linien bestehend, mit Linien gemacht’, nur in Zusammensetzungen wie geradlinig Adj. und krummlinig Adj. (beide 18. Jh.), älter geradelinicht, geradlinisch, krummlinisch (17. Jh.); vgl. das Simplex linig ‘Linien habend’ (um 1500). linear Adj. ‘geradlinig, linienförmig’, auch ‘zeichnerisch’ (im Unterschied zu malerisch), in der Mathematik ‘eindimensional, nur der Länge nach ausgedehnt’, fachsprachlich ‘gleichmäßig verlaufend’ (Anfang 19. Jh.); lat. līneāris ‘aus Linien bestehend’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Frau steckt Veysel Kurt einen Zettel zu, fein liniert.
Die Zeit, 11.06.2013, Nr. 23
Wenn der Sonnenaufgang über dem Südpazifik von Feuerschweifen liniert wird?
Die Welt, 22.03.2001
Über die Grenzen des Schreibgerätes greift der Multi-Funktions-Kugelschreiber namens »Messograf« aus, der schreibt, liniert, mit der Schublehre misst und die Tiefe von Reifenprofilen prüft.
Die Zeit, 17.02.2003 (online)
Zitationshilfe
„linieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/linieren>, abgerufen am 26.04.2019.

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