link

GrammatikAdjektiv
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
auf der Körperseite befindlich, auf der das Herz liegt
Gegenwort zu recht1
Beispiele:
der linke Arm
das linke Bein
er saß an, zu ihrer linken Seite
er schreibt mit der linken Hand
linker Hand (= links) liegt der Bahnhof
der linke Schuh drückt
die Fahrkarte steckte in der linken Manteltasche
Boxen er traf den Gegner mit einem linken (= mit dem linken Arm ausgeführten) Haken
links liegend
Beispiele:
ich sah ihn auf der linken Straßenseite kommen
die linke obere Ecke des Heftes ist umgeknickt
Ballspiel der linke Außenstürmer
bildlich
Beispiel:
zwei linke Hände haben (= ungeschickt in der praktischen Arbeit sein)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich, scherzhaft die linke Hand kommt vom Herzen (= wird gesagt, wenn die linke Hand zur Begrüßung gereicht wird)
umgangssprachlich, scherzhaft er ist heute mit dem linken Bein zuerst aufgestanden (= ist übel gelaunt)
veraltet eine Ehe zur linken Hand (= eine nicht standesgemäße Ehe beim Hochadel)
2.
Beispiel:
die linke [Gegensatz rechte] Seite (= Innenseite, untere Seite) des Stoffes, einer Tischdecke
3.
in der politischen Anschauung zur Linken gehörend
Gegenwort zu recht1
Beispiele:
linke und rechte Abgeordnete
linke Zeitungen
Augenblicklich kann man nicht von dem Vorhandensein eines ernsten linken Flügels […] sprechen [ThälmannReden1,199]
4.
Beispiel:
linke [Gegensatz rechte] Maschen (= Maschen, bei denen von rechts nach links eingestochen und ein vorgelegter Faden durchgezogen wird) stricken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

link · Linke · linkisch · links
link Adj. (nur attributiv, der linke, ein linker) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen die Seite des Herzens ist’, linke Seite (‘innere, untere Seite’) (von Stoffen, Wäschestücken), übertragen ‘ungeschickt, unbeholfen’, politisch ‘zur Linken gehörend’ (s. unten Linke), mhd. linc, lenc ‘link, linkisch, unwissend’, mnd. nl. link, dazu ahd. lenka ‘die Linke, linke Hand’ (8. Jh.). Herkunft ungewiß. Mit schwed. (mundartlich) slinka ‘lose hängen, schlottern’, (älter) linka ‘hinken, lahm gehen’, aind. laṅgaḥ ‘lahm’ zu ie. *(s)leng-, einer nasalierten Form der unter ↗Laken (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’? Oder im Sinne von ‘gebogen, schief’ (im Gegensatz zu ↗recht ‘gerade’, s. d.) verwandt mit ↗lenken, ↗Gelenk (s. d.)? Mhd. linc verdrängt ahd. winistar (8. Jh.), auch substantiviert ‘die Linke’, mhd. winster ‘link’, wozu asächs. winistar, aengl. winstre, afries. winstere, anord. vinstri, schwed. vänster, dän. venstre ‘link’. Dies gehört mit ahd. wini ‘Freund’ sowie ↗Wonne, ↗wohnen, ↗Wunsch, ↗gewinnen (s. d.) und aind. vā́maḥ ‘link’ (neben vāmáḥ ‘wert’) als Komparativbildung (ie. *u̯enistro-) im Sinne von ‘auf der günstigeren, besseren Seite’ (euphemistisch gebraucht, die wahre Überzeugung verdeckend) zur Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’. Linke f. ‘linke Hand’, ahd. lenka (s. oben), frühnhd. linke; seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppierung, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die den gesellschaftlichen Fortschritt vertritt oder zu vertreten für sich in Anspruch nimmt’, im Anschluß an frz. la gauche ‘die Linke’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die fortschrittlichen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen links innehatten. linkisch Adj. ‘unbeholfen, ungeschickt’ (15. Jh., linkesch, linkes, linkiß). links Adv. ‘auf der linken Seite’ (15. Jh.), ‘politisch zur Linken gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs.

Thesaurus

Synonymgruppe
biestig · ↗charakterlos · ↗durchtrieben · ↗gemein · ↗heimtückisch · ↗hinterhältig · ↗niederträchtig · ↗schurkisch · ↗tückisch  ●  ↗falsch  ugs. · ↗hinterfotzig  derb · ↗hundsgemein  ugs. · link  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗schofelig  ugs., rheinisch
Assoziationen
Synonymgruppe
heimtückisch · ↗hinterhältig · ↗hinterlistig · hintertrieben · ↗intrigant · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗trickreich · ↗verräterisch · ↗verschlagen  ●  ↗hinterfotzig  derb · link  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
arglistig · auf die linke Tour · ↗heimtückisch · ↗hintenherum · ↗hinterhältig · ↗hinterrücks · link · ↗meuchlings · ↗tückisch  ●  ↗falsch  ugs. · ↗hinterfotzig  derb, süddt.
Assoziationen
Synonymgruppe
bigott · ↗doppelzüngig · geheuchelt · ↗heuchlerisch · ↗hypokritisch · ↗pharisäerhaft · ↗schlangenzüngig · ↗unaufrichtig · ↗verlogen  ●  ↗scheinheilig  Hauptform · ↗falsch  ugs. · ↗gleisnerisch  geh., veraltet · ↗hintenrum  ugs. · ↗hinterfotzig  derb, bair. · link  ugs. · ↗scheißfreundlich  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehrseite Arm Auge Außenbahn Bein Ecke Flügel Fuß Hand Handgelenk Intellektuelle Knie Knöchel Lager Mitte Mittelfeld Oberschenkel Ohr Opposition Parteiflügel Pfosten Rand Schulter Seite Spektrum Sprunggelenk Szene Unterarm Wade recht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›link‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am zweiten linken Zeh fehlt zudem der mittlere Knochen, wohl ein angeborener Defekt.
Die Zeit, 06.02.2012 (online)
Ein Stück des Weges nämlich wird er mit den linken Kräften gemeinsam gehen müssen.
Die Welt, 05.10.2005
Und jedes linke Blatt ist infolgedessen schlecht geschrieben, langweilig, man mag es nicht lesen, und es geht auch nicht.
Tucholsky, Kurt: An George Grosz, 11.03.1925. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 16064
Das Auge wurde beim Lesen gedeckt gehalten und so mußte das linke Auge die Arbeit allein verrichten.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 23266
Abends war Roger im Hause meines Vaters, und ich erinnere mich genau des kleinen Mannes mit dem künstlichen linken Arm.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Zitationshilfe
„link“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/link>, abgerufen am 23.04.2019.

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