lispeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglis-peln
Wortbildung mit ›lispeln‹ als Letztglied: ↗zulispeln  ·  mit ›lispeln‹ als Grundform: ↗Gelispel · ↗Lispelei
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Zischlaute fehlerhaft aussprechen, mit der Zunge anstoßen
2.
sehr leise, ohne Stimme sprechen, tonlos flüstern
Beispiele:
leise, schläfrig, angstvoll lispeln
vertraulich lispelte sie ihm (einige Worte) ins Ohr
liebevoll mit jmdm. lispeln
eine gelispelte Antwort
Wenn sie sprach, lispelte sie nur, so daß die meisten ihrer Worte verloren gingen [KretzerTimpe123]
dichterisch, bildlich leise rauschen, wispern, raunen
Beispiele:
die Blätter lispeln
Das Schilf an den Teichen lispelte [JahnnHolzschiff146]
Nächtlich am Busento lispeln, bei Cosenza, dumpfe Lieder [PlatenGrab im Busento]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lispeln · Lispel
lispeln Vb. ‘beim Sprechen mit der Zunge anstoßen’, frühnhd. lispeln, seit dem 16. Jh. auch ‘flüstern’ (vgl. dichterisch lispelnder Wind, lispelnde Bäume), ist eine Weiterbildung zu lautmalendem ahd. lispēn (9. Jh.), mhd. lispen ‘stammeln, mit der Zunge anstoßen, flüstern’. Vergleichbar sind (im Sinne von ‘lispeln, flüstern’) mnd. wlispen, wlispelen, mnl. lispen, lespen, nl. lispen, lispelen, engl. to lisp, (mit anderem Stammsilbenvokal) dän. læspe, schwed. läspa und ähnliche lautmalende Bildungen wie ahd. (h)wispalōn (um 800), nhd. wispeln, aengl. hwisprian, engl. to whisper, nhd. (landschaftlich) pispeln, blispern; vgl. auch ahd. lisp (10. Jh.), aengl. wlisp, wlips ‘stammelnd, lispelnd’. Lispel m. ‘leiser, lieblicher Ton, Lispellaut’ (dichterisch, 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(mit der Zunge) anstoßen · lispeln  ●  ↗hölzeln  österr. · ↗zuzeln  österr.
Oberbegriffe
  • Sprechfehler · Sprechstörung  ●  ↗Sprachfehler  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Zahnlücke stottern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lispeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er flüstert, lispelt, plaudert und nölt, er ruft aus und droht.
Die Zeit, 25.10.2000, Nr. 43
Jeden Tag kommen Kinder in seine Praxis, die lispeln oder stottern.
Bild, 26.04.2004
Wenn er mal einen Eisenträger habe, wolle er mir den leihen, sagte er, auf feine Weise lispelnd.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 58
Er war zwei Jahre jünger und lispelte, aber nach dem, was Wilhelmine in ihren Memoiren notiert hat, fand sie ihn süß.
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2002
Auch die Pappeln, jung zwar noch, lispeln neuerlich um das Rondell der Vorfahrt des schlichten Gilly-Baues.
Die Welt, 22.07.2002
Zitationshilfe
„lispeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lispeln>, abgerufen am 14.12.2019.

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