literarisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung li-te-ra-risch
Wortbildung  mit ›literarisch‹ als Letztglied: ↗außerliterarisch · ↗unliterarisch · ↗vorliterarisch · ↗weltliterarisch
Herkunft zu litterāriuslat ‘zum Lesen und Schreiben gehörig, schriftlich’ < litteralat ‘Buchstabe, Handschrift’
eWDG

Bedeutung

der schönen Literatur eigen, zugehörend
entsprechend der Bedeutung von Literatur (2)
Beispiele:
literarische Gattungen, Werke
ein literarischer Almanach
literarische Beilagen
eine literarische Kostbarkeit
das literarische Erbe
die literarische Tradition
literarische Motive
das Buch [der Zauberberg] ... ist tatsächlich zu dem literarischen Gegenstück von Buddenbrooks geworden [ Th. Mann11,390]
der schönen Literatur gewidmet, die schöne Literatur betreffend
Beispiele:
ein literarischer Abend, Zirkel, Vortrag
literarische Veranstaltungen, Diskussionen, Zeitschriften
literarische Rundfunksendungen
die literarische Kritik
eine literarische Fälschung
eine literarische Aufnahme, Schallplatte (= Schallplatte, die gesprochene Dichtung wiedergibt)
er hatte eine gute literarische Bildung
der literarische Geschmack einer Zeit
dieses Werk erregte Aufsehen in der literarischen Welt
am literarischen Leben großen Anteil nehmen
ein Kreis literarischer Persönlichkeiten, Sachverständiger
literarisch interessierte Menschen
auf dem Gebiet der schönen Literatur, schriftstellerisch
Beispiele:
sich literarisch betätigen
literarisch arbeiten
ein Erlebnis literarisch gestalten
eine literarische Technik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Literatur · literarisch · Literat · Literaturgeschichte · Literaturwissenschaft
Literatur f. ‘Gesamtheit des Schrifttums, alle über ein Wissensgebiet veröffentlichten Werke, das gesamte Gebiet der Dichtung, Belletristik’, Entlehnung (16. Jh.) aus lat. litterātūra ‘Buchstabenschrift, Sprachlehre’, spätlat. auch ‘Schrifttum’, einer Bildung zu lat. littera (älter lītera) ‘Buchstabe, Handschrift’, Plur. ‘Schriftstück, Brief, sprachlich-literarische Bildung, Gelehrsamkeit, Wissenschaft(en)’. Entsprechend bezeichnet Literatur bis ins 18. Jh. die ‘Gesamtheit des Schrifttums’ sowie die ‘Sprach(en)kunde, Gelehrsamkeit, Wissenschaft’ überhaupt, wird aber dann zunehmend auf die schöne Literatur (s. ↗Belletristik), auf die Werke der Dichtung bezogen. Bis ins 19. Jh. gilt die Schreibung Litteratur. literarisch Adj. ‘der Literatur entsprechend, eigen’, nach einem vereinzelten Frühbeleg (16. Jh.) geläufig seit dem 18. Jh.; vgl. lat. litterārius ‘zum Lesen und Schreiben gehörig, schriftlich’. Literat m. ‘Schriftsteller’ (19. Jh.), älter ‘Gelehrter, Wissenschaftler’ (16. Jh.), heute auch geringschätzig ‘unschöpferischer Vielschreiber’; lat. litterātus ‘schriftkundig, gelehrt, wissenschaftlich gebildet’. Literaturgeschichte f. (18. Jh.), gleichzeitiges Literarhistorie, Literargeschichte (nlat. historia litteraria) und Literärgeschichte (frz. histoire littéraire) allmählich verdrängend. Literaturwissenschaft f. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›literarisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›literarisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›literarisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So ein erster Satz öffnet doch gleich einen ganzen literarischen Raum!
Die Zeit, 07.03.2013 (online)
Behauptung von spiritueller Erfahrung ist noch nicht ihre glaubhafte literarische Umsetzung.
Die Welt, 30.10.2004
Was man da heutzutage mitunter erlebt, ist nicht annähernd so literarisch.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 84
Trotz dieser literarischen Kenntnis fehlt es aber an gesicherten Funden aus dieser Zeit.
Schade, Günter: Deutsches Glas, Leipzig: Koehler & Amelang 1968, S. 17
Neben der von ihm geleisteten organisatorischen Arbeit setzt bereits frühzeitig seine literarische Tätigkeit ein.
Göbell, W.: Canisius. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 9067
Zitationshilfe
„literarisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/literarisch>, abgerufen am 25.02.2021.

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