logieren

GrammatikVerb · logiert, logierte, hat logiert
Aussprache
Worttrennunglo-gie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›logieren‹ als Erstglied: ↗Logierbesuch · ↗Logiergast  ·  mit ›logieren‹ als Letztglied: ↗einlogieren
eWDG, 1969

Bedeutung

in einem Haus, bei jmdm. logierenvorübergehend in einem Haus, bei jmdm. wohnen
Beispiele:
ich logierte in einem Gasthaus am Markt
[sie] fügte hinzu, daß Sophia […] ankommen und bei ihr im Hause logieren werde [Wasserm.Maurizius264]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Loge · Loggia · logieren · Logis
Loge f. ‘durch Seitenwände abgeteilter kleiner Raum mit wenigen Sitzplätzen im Theater’, Übernahme (Ende 17. Jh.) von gleichbed. afrz. frz. loge, afrz. besonders ‘primitive Unterkunft im Freien, Laub-, Jagdhütte, Galerie, Vorhalle (einer Burg), gedeckter Vorbau auf einer Tribüne’, einer Entlehnung aus dem Germ. (s. ↗Laube). Die mit (ebenfalls aus dem Afrz. stammendem) engl. lodge verbundene Bedeutung ‘Organisationsform und Versammlungsort der Freimaurer’ wird in der 1. Hälfte des 18. Jhs. mit der von England ausgehenden Ausbreitung des Freimaurertums ins Dt. übernommen und auf die hier übliche Form Loge übertragen. Loggia f. ‘Bogenhalle, eingezogener Balkon’, Entlehnung (1. Hälfte 17. Jh.) von ital. loggia ‘halboffene Bogenhalle’ (gleichen Ursprungs wie afrz. loge und vielleicht durch dieses vermittelt). logieren Vb. ‘(vorübergehend) Wohnung nehmen, wohnen’. Aus dem von afrz. loge (s. oben) abgeleiteten afrz. logier ‘Laubhütten errichten, Herberge nehmen, wohnen’, (transitiv) ‘unterbringen, beherbergen’, (reflexiv) ‘sich lagern’ wird entlehnt mhd. loschieren ‘Herberge nehmen, sich lagern, jmdn. beherbergen, unterbringen’, woraus frühnhd. (mit im Westd. aufkommendem s für sch) losieren (bis 17. Jh.), dann (unter Einfluß von mfrz. frz. loger) logieren ‘Unterkunft nehmen, wohnen, Unterkunft geben, als Gast aufnehmen’ (1. Hälfte 17. Jh.). Logis n. ‘Unterkunft, Wohnung’ (17. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. logis, afrz. logeiz, einer Ableitung von afrz. loge. Daneben auch (als Bildung zu losieren, s. oben) Losier (17. und 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(irgendwo) schlafen · ↗(irgendwo) unterkommen · die Nacht verbringen · einquartiert sein · ↗kampieren · untergebracht sein  ●  ↗übernachten  Hauptform · ↗(irgendwo) pennen  ugs., salopp · ↗absteigen  ugs. · logieren  geh. · ↗nächtigen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›logieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Appartement FC Fünf-Sterne-Hotel Fürst Gasthaus Gasthof Gefolge Gendarmenmarkt Grand Gästehaus Herberge Hotel Jahreszeit Luxushotel Nationalelf Nobelhotel Pension Prominenz Ritz Schloßhotel Staatsgast Suite Villa einlogieren einst fürstlich gegenüber komfortabel speisen standesgemäß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›logieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›logieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am angenehmsten logiert man vorne, wenn der mittlere Sitz leicht nach hinten versetzt ist.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.1998
Wer in dem restaurierten alten Hotel logiert, darf sich im Club kostenlos entspannen.
Die Zeit, 13.10.2003, Nr. 41
Es sieht so aus, als logierten die, die den Krüger umlegten, bei uns, hatte der Verwalter gemeint.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 248
In den Vorräumen der Hotels, in denen er logierte, drängten sich die Händler und Besitzer, die ihre Ware anbieten wollten.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2196
Über 100 höhere Beamte der Uno logieren in vielen Staaten umsonst, auch in Entwicklungsländern.
Der Spiegel, 18.02.1985
Zitationshilfe
„logieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/logieren>, abgerufen am 23.01.2020.

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