loslassen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglos-las-sen
Wortzerlegunglos-lassen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. nicht mehr halten, festhalten
Beispiele:
sie ließ seine Hand los
lass mich los!
bildlich
Beispiel:
Seine Augen ... haben es an sich, daß sie das nicht mehr loslassen, was sie einmal erfaßt haben [E. WeißVerschwender9]
etw. lässt jmdn. nicht losetw. beschäftigt jmdn. unablässig
Beispiel:
das Buch, Problem, der Gegenstand lässt mich nicht (mehr wieder) los
2.
jmdn. nicht mehr zurückhalten
Beispiele:
die Hunde, Meute loslassen
umgangssprachlich du bist heute wie losgelassen (= ausgelassen)
jmdn. auf jmdn. loslassen
Beispiele:
die Hunde, Meute auf den Verbrecher, das Wild loslassen (= zum Angreifen treiben)
salopp skrupellose Ärzte, Juristen auf die Menschen loslassen (= sich frei betätigen lassen)
3.
salopp
Beispiele:
eine Beschwerde, einen eingeschriebenen Brief (an die Behörde) loslassen (= schreiben und abschicken)
Witze loslassen (= erzählen)
eine Rede loslassen (= halten)

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) die Freiheit schenken · (jemandem) die Freiheit wiedergeben · (jemanden) aus der Haft entlassen · auf freien Fuß setzen · ↗entlassen · ↗freilassen · ↗freisetzen · in die Freiheit entlassen · ↗laufen lassen · ↗losgeben · loslassen
Assoziationen
  • auf freien Fuß gesetzt werden · aus der Haft entlassen werden · ↗freikommen · laufen gelassen werden · wieder ein freier Mann (sein)
  • (jemandem) die Schuld erlassen · (jemandem) die Strafe erlassen · (jemandem) seine Reststrafe erlassen · ↗(jemanden) begnadigen · Gnade vor Recht ergehen lassen  ●  ↗(jemanden) amnestieren  fachspr.
Synonymgruppe
(innerlich) Abstand gewinnen  fig. · (sich innerlich) verabschieden (von)  fig. · loslassen  fig.
Assoziationen
  • (mal) Abstand gewinnen · Urlaub vom Alltag machen · den Alltag hinter sich lassen · die Seele baumeln lassen  ●  ↗(seinen) Akku (wieder) aufladen  fig. · mal rauskommen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestie Donnerwetter Faszination Gedanke Hund Kupplung Leine Lenkrad Maustaste Menschheit Philippika Schrei Seil Spruch Tirade Vergangenheit Versuchsballon Zügel aufeinander endlich gefangennehmen lassen mehr nicht nie niemals packen seitdem verbeißen wieder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›loslassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seitdem läßt ihn die absurde Wirklichkeit der geteilten Stadt nicht mehr los.
Die Welt, 10.11.2005
So muss der Leser sich seinen eigenen Reim auf das Geschehen machen und die Geschichte lässt ihn dann auch nicht mehr los.
Der Tagesspiegel, 24.08.2003
So ließ ihn die Frage nach der Einheit der vielgestaltigen Geschichte nicht los.
Borst, Arno: Religiöse und geistige Bewegungen im Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 2975
Um meine Freude zu manifestieren, mußte ich in diesem Garten irgend etwas loslassen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18207
Führt man eine Dame am Arm; so hat man diese loszulassen.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 15491
Zitationshilfe
„loslassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/loslassen>, abgerufen am 14.10.2019.

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