Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

lostreten

Grammatik Verb · tritt los, trat los, hat losgetreten
Aussprache [ˈloːstʀeːtn̩]
Worttrennung los-tre-ten
Wortzerlegung los- treten
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
jmd. tritt etw. los durch einen heftigen Fußtritt einen Teil von einer Sache abtrennen (2); mit einer Fußbewegung versehentlich lockern und in eine Abwärtsbewegung versetzen (4 b)
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: Lawinen, Steine lostreten
Beispiele:
Da [bei Bad Fusch im Pinzgau] traten sie [die Tourengeher] eine 200 mal 400 Meter große Nassschneelawine los. [Bild, 19.03.2015]
In Obertauern traten zwei Variantenfahrer zu Mittag selbst ein Schneebrett los. [Der Standard, 06.01.2015]
In den tiefen Fugen zwischen den Quadern hatten Wasserpflanzen und kleine Moosweiden Halt gefunden, die man aber mit einem Stiefelschritt lostreten konnte, so wenig ließen die gequollenen schwarzen Steine sie ein. [von Düffel, John: Vom Wasser. [o. O.]: Dumont 2014]
Nach Angaben der Polizei trat ein 61‑jähriger Tourenführer, der eine Seilschaft mit einer 34‑jährigen Frau bildete, einen Felsen los. [Der Standard, 27.07.2009]
Jeder Schritt tritt Steine los, die unvorhergesehene Lawinen entfesseln[…]. [Die Zeit, 09.12.1988]
2.
jmd. tritt etw. loseine (sprachliche) Auseinandersetzung um ein Thema, einen Meinungsaustausch auslösen (1 b β); eine Handlung, Maßnahme, Reaktion in Gang setzen
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: eine Debatte, Diskussion, Kampagne, Klagewelle, Protestwelle lostreten
Beispiele:
Impfgegner und Corona‑Leugner könnten sich in eine Opferrolle zurückziehen und eine Diskussion über Ungleichbehandlung und Zwei‑Klassen‑Gesellschaft lostreten. [Süddeutsche Zeitung, 16.07.2021]
Matteo Salvinis [Partei] Lega hatte einen innenpolitischen Streit um die Reform des Rettungsfonds losgetreten[…]. [Die Welt, 02.12.2020]
Im Jahr 1954 trat Bill Haley mit »Rock Around the Clock« die wohl größte Jugendbewegung aller Zeiten los. [Die Welt, 19.05.2020]
Als die Kolumnistin Lenore Skenazy darüber schrieb, dass sie ihren neunjährigen Sohn allein mit der New Yorker U‑Bahn fahren ließ, trat sie einen wahren Sturm in den Medien los. [Bild am Sonntag, 10.05.2015]
Vor rund acht Jahren trat Boris Becker in Deutschland den Tennisboom los. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.1998]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
anzetteln · eine Lawine (von ...) lostreten · entfachen · lostreten · provozieren · vom Zaun brechen  ●  heraufbeschwören  negativ
Oberbegriffe
Assoziationen
  • anrichten  negativ · anstellen  negativ · verbrechen  ironisch, negativ · (sich etwas) leisten  ugs. · ausfressen  ugs., Hauptform, negativ
  • (etwas) veranlasst haben · (seine) Finger im Spiel haben · (wahrer) Urheber (sein) · hinter etwas stecken
  • (etwas) im Schilde führen  ugs. · ausbrüten  ugs., fig. · aushecken  ugs. · ausklamüsern  ugs. · ausknobeln  ugs.
  • (einen) Shitstorm auslösen · (einen) Skandal heraufbeschwören  ●  (mächtig) Staub aufwirbeln  fig. · in ein Wespennest stechen  fig.
  • (ein) heißes Eisen anfassen  fig. · (einen) Nerv treffen  fig. · (einen) wunden Punkt berühren  fig. · alte Wunden aufreißen  fig. · den Finger in die Wunde legen  fig., variabel · in ein Wespennest stechen  fig.
  • (es) abgesehen haben auf · (etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›lostreten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lostreten‹.

Zitationshilfe
„lostreten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lostreten>.

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