lotsen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglot-sen
Wortbildung mit ›lotsen‹ als Letztglied: ↗ablotsen · ↗durchlotsen · ↗entlanglotsen · ↗herauslotsen · ↗hereinlotsen · ↗herlotsen · ↗hindurchlotsen · ↗hineinlotsen · ↗hinüberlotsen · ↗mitlotsen · ↗weglotsen · ↗zurücklotsen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. sicher durch gefahrvolles, unübersichtliches Gebiet (ans Ziel) führen
a)
als Lotse ein Schiff durch schwieriges Fahrwasser führen
Beispiel:
das Schiff durch den Kanal, die Klippen, Schären, in den Hafen lotsen
b)
ein Flugzeug vom Boden aus durch einen Raum (ans Ziel) dirigieren
Beispiele:
der Flugsicherungsdienst lotst die Maschine sicher durch den Luftraum
das Flugzeug über eine festgelegte Rollbahn zum Abstellplatz lotsen
c)
umgangssprachlich jmdn. auf dem besten, kürzesten Weg durch ihm unbekanntes, für ihn unübersichtliches Gebiet (ans Ziel) führen
Beispiele:
den auswärtigen Besucher durch die Stadt zu seinem Hotel, durch den Verkehr, zum Bahnhof lotsen
jmdn. durch das Gedränge lotsen
er lotste uns (durch lange verwinkelte Gänge) in sein Zimmer
2.
umgangssprachlich jmdn. überreden, an einen bestimmten Ort mitzugehen
Beispiele:
jmdn. zu einer Veranstaltung, in eine Gesellschaft, nach Hause lotsen
salopp jmdn. in die Kneipe lotsen
die Kinder mit viel Mühe ins Bett lotsen
3.
umgangssprachlich jmdm. das Geld aus der Tasche lotsenjmdn. (gegen dessen Willen) zum Geldausgeben bewegen
Beispiele:
die Kinder können einem ganz schön das Geld aus der Tasche lotsen!
einem so das Geld aus der Tasche zu lotsen für die Eisenbahnfahrt, wenn man so gut wie nichts hat [TravenBaumwollpflücker204]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lotse · lotsen
Lotse m. ‘Schiffe durch schwieriges Fahrwasser führender, ortskundiger Seemann’. Vor Mitte des 17. Jhs. begegnet aus der nd.-nl. Seemannssprache aufgenommenes Lootsmann in hd. Texten. Mnd. lōtsman ‘Schiffsführer für bestimmte Fahrtrouten’ stammt wie mnl. lootsman aus aengl. lādmann ‘den Weg Weisender, Führer’, mengl. lodeman und lodisman (engl. älter lodesman) ‘Geleit-, Steuermann’, einer Bildung zu aengl. lād ‘Weg, Reise’; zur Herkunft s. ↗leiten. Bereits nach Mitte des 17. Jhs. entsteht aus Lootsmann verkürztes Lootse und diesem entsprechend nd. Loots, nl. loods. lotsen Vb. ‘als Lotse ein Schiff führen’ (18. Jh.), übertragen ‘jmdn. leiten, beeinflussen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bugsieren · ↗dirigieren · ↗führen · ↗geleiten · ↗leiten · lotsen · ↗manövrieren · ↗navigieren · ↗regieren · ↗schleusen
Assoziationen
Synonymgruppe
(in ...) dirigieren · ↗einweisen · ↗einwinken · hineindirigieren · lotsen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Dschungel Fahrwasser Gewirr Handy Hausarzt Jet Klippe Kreuzung Navigationssystem Parklücke Parkplatz Retter Stadtführer Stau Surfer Trio Untiefe Vorwand Weser dorthin heran hinein raus vorbei vorbeilotsen weg weglotsen zielsicher zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lotsen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kann sehr aggressiv werden, wenn man versucht, sie wieder in ihr Zimmer zu lotsen.
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2001
Er lotst uns in die wohl finstersten Ecken der ohnehin unbeleuchteten Stadt.
Die Zeit, 13.11.1992, Nr. 47
Den Arm um die Tote gelegt, lotste der Schauspieler den Fahrer durch die Straßen in den Südwesten.
Sinn und Form, 1985, Nr. 2, Bd. 37
Unter mehr oder weniger gütigem Zureden gelang es ihm schließlich, mich an das sichere Ufer zu lotsen.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 14
Sie rückwärts in den Hof zu lotsen und auf den Millimeter genau nebeneinanderstellen.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 39
Zitationshilfe
„lotsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lotsen>, abgerufen am 15.09.2019.

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